Foto: rtz / Itzehoe Eagles
Direkt der nächste Meilenstein für Gelb-Schwarz: Im historisch ersten ProB-Playoff-Spiel feiert die Porsche Basketball-Akademie auch den historisch ersten Sieg. Die Schwaben sind, trotz langer Anreise, kurzer Rotation und emotionalem Auswärtsnachteil, bei den Itzehoe Eagles mit einer Acht-Mann-Rotation überlegen – und schnappen sich durch das 90:78 sowohl einen Statement-Sieg als auch den Matchball für Viertelfinale.
Das Sprichwort wurde in den vergangenen Tagen durch die Erfolge in Laktaši und Mannheim einer Belastungsprobe unterzogen, hat situativ in Kalenderwoche 15 für Ludwigsburg aber auch im Jahr 2026 noch seine Gültigkeit: Das Beste kommt zum Schluss! Nachdem die Gelb-Schwarzen, unter anderem in Person von Xavier van Lierop, Yohann Tchouaffe, Armin Pivac und Jonathan Knödel, am Freitag in Bosnien und Herzegowina die Top-10-Platzierung bei der Youth Basketball Champions League und am Samstag in der Kurpfalz den Turniersieg der Nationalmannschaft beim 31. Albert Schweitzer Turnier, unter anderem in Person von Khee Rhee, Kenan Youdom und Lars Danziger, gefeiert hatten, konnte der Sonntag noch mit einer, nochmals größeren, Freude aufwarten. Das alles, obwohl sechs der sieben genannten BBA’ler aufgrund von Belastungssteuerung und organisatorischen Unmöglichkeiten allesamt beim Postseason-Auftakt in Schleswig-Holstein fehlten. Rhee stieß am Sonntag zur Mittagszeit in Hamburg zum bereits am Samstagabend nach Norddeutschland gereisten Team dazu, sodass die letzten 60 Minuten Zugfahrt gemeinsam absolviert werden konnten.
Angekommen im exzellent gefüllten Sportzentrum am Lehmwohld sollte das über die 18-stündige Anreise nochmals eingeschworene Spieler-Oktett dann das unter der Woche Vorbereitete mitsamt exzellenter Teamleistung in die Tat umsetzen. Ab dem Sprungball und bis zur Halbzeitpause entwickelte sich in den ersten zwanzig Spielminuten ein gleichmäßiges Duell, in dem immer wieder die Hausherren in Front lagen. Die Eagles trafen die Mehrzahl ihrer Würfe, während die Barockstädter im Rebound (15:24 / insgesamt: 38:45) klar die Oberhand hatten. Viele zweite Wurfgelegenheiten und zwei Buzzerbeater zum jeweiligen Viertelende von Simon Feneberg (18:17, 10. Spielminute) und Marko Masic (36:38, 20.) verdeutlichten die zweifellos vorhandene und bereits beim Seitenwechsel erarbeitete Siegchance.
Danach sollte es nochmals besser werden: Weiterhin arbeiteten, spielten und verteidigten die Ludwigsburger füreinander, weiterhin kamen sie ins Laufen und zu Fastbreak-Punkten, weiterhin überzeugten ausnahmslos alle BBA’ler. Daniel Mack spielte bei seinem Comeback (9 Punkte / 5 Rebounds) ebenso gut wie Sebastian Kuhn (14 / 4 / 3 Assists), Abdulhay Kömürkara (9 / 5 / 3) oder Maxwell Dongmo Temoka (7 / 9). Lukas Modic (3) haderte früh mit Foulproblemen, wurde von David Engelhart (10 / 5) aber sehr gut vertreten. Die Gäste fanden als exzellente Einheit mit Physis, Handlungsschnelligkeit und Spielintelligenz nun nochmals häufiger den Weg zum Korb (71 2P%) und an die Freiwurflinie. Dort stehend trafen sie zwar nicht immer (26/40 | 65%), wussten mit diesen Gelegenheiten und gepaart mit den ohnehin schon gut funktionierenden Elementen des eigenen Spiels aber zu überzeugen, während Itzehoe nach dem Seitenwechsel nicht an die Leistung der ersten Hälfte anknüpfen konnte. Eagles-Trainer Timo Völkerink erlebte, wie seine Schützlinge sichtbar nachließen und abreißen lassen mussten – und Ludwigsburg unbeeindruckt davon sein Spiel machte, seine Distanzwürfe traf und seine Chancen nutzte. Eine Phase mit insgesamt vier verwandelten Dreipunkt-Würfen in Serie ließ die Schwaben von der 32. bis zur 35. Minute unbeeindruckt – was endgültig die Basis für den Sieg zementierte und schließlich zum verdienten Erfolg führte.
Der 90:78-Sieg ist zweifellos ein Meilenstein in der 17-jährigen Geschichte der Porsche Basketball-Akademie, soll aber natürlich nun auch kein Endpunkt sein: In eigener Halle haben die Ludwigsburger am Freitag (17.04.; 20:00 Uhr) die Chance auf den erstmaligen Einzug ins Playoff-Viertelfinale – und dafür die bestmögliche gute Basis. Sowohl die YBCL als auch das 31. AST sind beendet und die Reisestrapazen nun auf Itzehoer Seite.
Die ersten 20 Minuten dürften Werbung und Warnung zugleich sein: Der Nord-Vierte und der Süd-Fünfte agieren auf Augenhöhe und das Duell wird historisch und sicherlich sehr spannend sein. Ludwigsburg kann dabei auf alle Fälle den Moment genießen – am Freitag in der Rundsporthalle und danach bei einem weiteren, nun bereits sicheren, Playoff-Spiel.
Für Itzehoe spielten: Lucien Schmikale 20 Punkte, Toni Nickel 16, Walter McBride 13 / 8 Assists, Finn Fleute 11 / 14 Rebounds, Sven Cikara 9 / 5 Assists, Tobias Möller 4, Sydnee Bijlsma 3, Tino Wohltmann 2, Jonathan Elzie und Christopher Herget.
Für Ludwigsburg spielten: Marko Masic 20 Punkte / 5 Rebounds, Simon Feneberg 18 / 6 Assists, Sebastian Kuhn 14, David Engelhart 10 / 5 Rebounds, Daniel Mack 9 / 5, Abdulhay Kömürkara 9 / 5, Maxwell Dongmo Temoka 7 / 9 und Lukas Modic.
Grafik: BARMER 2. Basketball Bundesliga.