17 Führungswechsel für ein gelb-schwarzes Halleluja

Category News Date 2026-09-27 BMA365 Bamberg Baskets vs. MHP RIESEN Ludwigsburg 96:103

Foto: Daniel Loeb.

Nächstes Spiel, nächster Sieg: Die MHP RIESEN Ludwigsburg lassen auf den Heimsieg gegen Rostock einen 103:96-Erfolg in Bamberg folgen. Beim amtierenden Pokalsieger präsentieren sich die Schwaben als mannschaftlich geschlossene Einheit mit Maximal-Mentalität, überstehen dreifach einen Neun-Punkte-Rückstand und ziehen einen wahren Thriller im vierten Viertel auf die eigene Seite.

50 Stunden liegen zwischen den Partien des 2. und des 3. Spieltags der easyCredit BBL und wie schon am Donnerstag strahlen die MHP RIESEN Ludwigsburg nach dem Ertönen der Schlusssirene. Während für den Jubel im vergangenen Heimspiel ein Foto-Finish 36 Sekunden vor dem Ende benötigt wurde, war die zweite Auswärtspartie binnen sechs Tagen ein Krimi in diversen Akten über knapp zwei Stunden und mit gelb-schwarzem Happy End.

Angefangen hatte das physische Duell vor den Augen von 4.210 Zuschauer:innen, darunter eine kleine, aber lautstarke Schwaben-Delegation, erneut mit Ludwigsburger Engpässen. Die MHP RIESEN starteten zwar wacher und besser als zuletzt, gut war das Gezeigte aber keinesfalls. Mit schwachem Rebound-Verhalten, Unkonzentriertheiten im Ballvortrag und einer bescheidenen Trefferquote sorgten sie direkt für einen Bilderbuchstart – für den Gegner. Die Hausherren stellten direkt auf +5 (7:2 / 9:4 / 11:6), noch bevor die Gäste ihren Orientierungssinn wiederhatten. Cheftrainer Carles Durán fand in Tommy Rutherford, Maxwell Dongmo Temoka und Justin Kier die ersten, funktionierenden Personal-Optionen, deren Aktionen Wirkung zeigten: Die verbesserte Defensive und das Mehr an Physis sorgten für viel fränkischen Unmut, acht gezogene Fouls und zehn Freiwürfe, die Gelb-Schwarz in die Partie sowie in Führung brachten (21:27, 10. Spielminute).

Mit dem Reset der Teamfouls im zweiten Viertel wurden die Bamberger wieder aktiver. Mit Highlight-Plays von Daniel Keppeler, Trevon Scott und Hason Ward sorgten sie für Dunks, Spektakel und Stimmung. Ludwigsburg benötigte zwei Auszeiten, ehe es den Fuß zurück auf das sprichwörtliche Bremspedal und sich selbst in die Spur brachte. Aufbauend auf der Verteidigung kamen Yorman Polas Bartolo, Kier und Co. ins Laufen, zu Fastbreak-Punkten und abermals zurück ins Spiel, das im Verlauf der 40 Minuten mehr und mehr an Spannung gewann. Beide Mannschaften gingen dabei gleichermaßen physisch zu Werke, Bamberg setzte spielerisch mehr Akzente, Ludwigsburg zeigte aber Nehmerqualitäten und fand bei und mit den besten Offensiv-Akteuren den Weg zum Korb (50:51, 20.).

Ludwigsburg hat den längeren Atem

Foto: Daniel Loeb.

Die Prognose zum Endergebnis blieb auch nach dem Seitenwechsel ein Ding der Unmöglichkeit: Jordan Wright, Ward und Joshua Obiesie schulterten die Verantwortung und führten die Rot-Weißen zum dritten Mal in dieser Partie zu einer etwas komfortableren Führung. Sicher sein konnten sich die Hausherren aber damit (67:59) allerdings weiterhin nicht. Durán machte die Rotation erneut sehr breit, fand in Perry, Patrick Cartier und Dongmo Temoka (erneut) drei sehr gute Stützen. Letzterer sorgte mit seiner Mobilität für zwei fränkische Ballverluste, Perry und Cartier für Zählbares sowie Kier und Leggett immer und immer wieder für Punkte aus schwierigsten Lagen. Ludwigsburg agierte auch in dieser Phase keinesfalls vollumfänglich souverän, verlor (zu) oft und (zu) unnötig das Spielgerät, war aber dennoch sehr präsent, sehr zielstrebig, sehr gallig und deshalb sehr gut. (74:74, 30.).

Und vor allem, das bleibt im Kopf, spielte Ludwigsburg im vierten Viertel den besten Basketball des Abends. Aufbauend auf den ersten 30 Minuten, in den Tommy Rutherford abermals für positives Aufsehen sorgte, erspielten sich die Gäste eine Feld-Überlegenheit, die Perry mit einem Buzzerbeater und vor allem Elijah Hughes veredelten: Der Elite-Werfer verwandelte dreifach aus der 6,75-Meter-Distanz und sorgte mit seinen Punkten für den maßgeblichen Impuls. Ludwigsburg stellte binnen 72 Sekunden von -1 (86:85) auf +8 (86:94) und war, in der 36. Minute, unmittelbar vor der Entscheidung. Bamberg versuchte noch, auch den 18. Führungswechsel der Partie zu erzwingen, musste sich aber trotz Vorteilen beim Rebound (41:36) und der Wurfquantität (79:59) dem besseren und konsequenter agierenden Kollektiv geschlagen geben.

Folgerichtig und verdientermaßen wurde der 103:96-Sieg RIESEN-seitig entsprechend bejubelt. Der vierte aufeinanderfolgende Auswärtssieg in der brose ARENA sorgt für ein erstes Ludwigsburger Momentum mitsamt einer 2:1-Bilanz, durch die die Schwaben nun erst einmal das restliche Wochenende genießen können, ehe am nächsten Sonntag (04.10.; 18:00 Uhr | Tickets) mit Trier das nächste Match-Up gegen einen Top-Gegner wartet.

Stats

Für Bamberg spielten: Jordan Wright 21 Punkte / 9 Rebounds, Trevon Scott 14 / 6,  Joshua Obiesie 14, Jordan Jones 13, Daniel Keppeler 8, Mylik Wilson 6, Richard Balint 6, Yuval Hochstadter 5, Hason Ward 4, Brandan Terry 4 und Jonathan Bähre.

Für Ludwigsburg spielten: Justin Kier 21 Punkte / 5 Assists, Ish Leggett 21, Darius Perry 18 / 9 Assists, Elijah Hughes 16 / 5 Rebounds, Tommy Rutherford 13 / 8, Maxwell Dongmo Temoka 5, Patrick Cartier 4, Yorman Polas Bartolo 3, Julis Baumer 2, David Joplin, Jonas Wohlfarth-Bottermann und Lars Danziger.

Statements

Carles Durán | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Für uns ist das ein großartiger Sieg. Die Jungs haben toll gespielt und großen Einsatz gezeigt. Ich verstehe es aber nicht, warum wir in den ersten Minuten immer so soft spielen. Im Verlauf des Spiels wurde das dann aber richtig gut, vor allem wenn wir kontrolliert gespielt haben. Nichtsdestotrotz haben uns unsere Ballverluste [20] und auch die Offensiv-Rebounds der Bamberger [23] wehgetan. Unsere Mannschaft hat aber mit Leidenschaft, guter Verteidigung und mit Tempo gespielt und dann sahen wir auch gut aus. Es muss uns gelingen, die Balance zwischen den richtig starken und den schlechten Phasen im Spiel zu finden. Jetzt hoffe ich, dass uns unsere Fans im Heimspiel gegen Trier unterstützen und wir den dritten Sieg in Folge holen können."
Jesús Ramírez | Headcoach BMA365 Bamberg Baskets
"In unserem Spiel hatten wir heute Momente, in denen wir nicht fokussiert und schlichtweg undiszipliniert gespielt haben. Wir müssen verstehen, dass Einsatz allein nicht genug ist. So haben wir zum Beispiel [Elijah] Hughes in einer entscheidenden Phase im Spiel drei freie Dreier nehmen lassen. Wir müssen als Mannschaft gemeinsam besser agieren und auch verstehen, was eben in diesen Phasen zu tun ist. Daran müssen wir jetzt arbeiten, denn es passiert uns immer wieder, dass wir die Konzentration verlieren und dem Gegner die gewünschten Würfe geben, wenn sich die Physis auf dem Feld erhöht. Wir hatten in diesem Spiel 20 Würfe mehr, haben Ludwigsburg zu 20 Ballverlusten gezwungen, hatten 23 Offensiv-Rebounds – am Einsatz kann es also nicht gelegen haben, aber wir müssen es schaffen, den Einsatz mit Fokus und mehr Disziplin über 40 Minuten zu verknüpfen."