24-Punkte-Packung

Category News Date 2026-04-12 MHP RIESEN Ludwigsburg vs. ALBA BERLIN 77:101

Foto: Sascha Walther / Eibner.

Neben dem Parkett eine inklusives Ausrufe-, auf dem Parkett ein sportliches Fragezeichen: Die MHP RIESEN Ludwigsburg erleben beim 4. #ungehindertRIESIG-Inklusionsspieltag gegen ALBA BERLIN ein 77:101-Debakel. Nach einer durchaus soliden, insgesamt aber zu unkonzentriert geführten ersten Halbzeit (40:48) sind die Schwaben gegen keinesfalls übermächtige – wohl aber treffsichere (49 FG%) – Hauptstädter in Gänze chancenlos.  

Eigentlich sollten an dieser Stelle das grandiose Interesse an #ungehindertRIESIG, die zahlreichen Mitmach-Angebote und die generelle, gesellschaftliche Begeisterung in und um die MHPArena thematisiert werden. Zweifelsohne: Der 4. Inklusionsspieltag der MHP RIESEN Ludwigsburg hatte sehr viele großartige Momente und Menschen, in Erinnerung bleibt den 3.826 Zuschauer:innen zunächst aber nur das Gesehen auf dem Parkett. Dieses sorgt, leider in sehr schlechter Art und Weise, für das Ausschöpfen aller kognitiven Fähigkeiten – und das, obwohl die Partie durchaus ansehnlich startete. Ludwigsburg und Berlin begegneten sich (nur) in der ersten Viertelstunde auf Augenhöhe. Ein Fakt, der durchaus für die Hausherren sprach: In einer physischen und hektischen Anfangsphase verwandelten Elijah Hughes und Co. mehrheitlich ihre Wurfgelegenheiten. Zudem zwangen sie ALBA BERLIN aus seiner Komfortzone. Die Gäste haderten mit der Gangart der Schwaben, verloren das Spielgerät in Serie und schickten die Gelb-Schwarzen x-fach an die Freiwurflinie. Dennoch lag Ludwigsburg in Rückstand (16:22, 10. Spielminute / 40:48, 20.), was vor allem an der generellen Offensivstärke der Albatrosse lag. Die ohne den erkrankten Headcoach Pedro Calles angetretenen Berliner verwandelten mehrheitlich gutprozentig, während die MHP RIESEN „nur“ über ihren Einsatz und ihren Hustle zu überzeugen wussten. Der Halbzeit-Rückstand schien dennoch, aufgrund der gezeigten Leistung, Raum für Sieghoffnungen zu geben. Schließlich hatte mehrere Hausherren-Akteure, darunter die ansonsten zweistellig scorenden Stef Smith, Babacar Sane und Terrell Harris, sehr zurückhaltende 20 Minuten erlebt.

Ludwigsburg bricht ein

Aus der Kabine kommend starteten die Schwaben dann auch zunächst noch solide, unter anderem mit zwei Dreipunkt-Spielen von Brandon Tischler und Zählern von Hughes. Fortan sollte dann aber nur noch Berlin spielen, punkten und schlussendlich auch dominieren. Bei den Hausherren verebbten die Offensivbemühungen zusehends in glück- und trefferlosen Einzelaktionen. Während Martin Hermannsson, Alex O’Connell und Moses Wood Angriffe in Serie veredelten und die Party-Stimmung der Hauptstädter in immer neue Höhen trieben, geriet das RIESEN-Spiel zur ernüchternden Mangel-Analyse: Zu wenig Defensive, zu wenig Teamplay, zu wenig Gegenwehr, zu wenig Ideen, zu wenig von so vielem. Bei den Hausherren funktionierte in der zweiten Halbzeit wenig bis nichts, zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Skuja nach einem Kopftreffer.

Berlin machte es schnörkelloser, Berlin machte es besser als die Ludwigsburger setzte sich nicht mit Glück, sondern mit großer Qualität in den Aktionen und mannschaftlicher Geschlossenheit ab – und ließ den Schlussabschnitt zum Schaulaufen werden, dem Wood das 100er-Sahnehäubchen in der 38. Spielminute aufsetzte.

Ludwigsburg muss(te) durch die 77:101-Niederlage ein Rückschlag im Hinblick auf die angestrebte Postseason-Qualifikation hinnehmen und hat zwei weitere Aufgaben in der Drei-Spiele-Woche vor sich: Am nächsten Samstag geht’s nach Heidelberg, zuvor am Dienstag nach München.

Stats

Für Ludwigsburg spielten: Elijah Hughes 20 Punkte, Stef Smith 12, Terrell Harris 11, Brandon Tischler 8 / 5 Rebounds, Jonas Wohlfarth-Bottermann 8 / 7, Yorman Polas Bartolo 7, Julis Baumer 5, Lenny Anigbata 3, Gavin Schilling 2, Babacar Sane 1, Toms Skuja 0 / 5 Assists und Keeshawn Kellman.

Für Berlin spielten: Alex O’Connell 15 Punkte, Martin Hermannsson 15 / 5 Assists, J’wan Roberts 13, Moses Wood 13, Justin Bean 9 / 10 Rebounds, Jonas Mattisseck 7, Norris Agbakoko 6, Bennet Hundt 6, Jack Kayil 5 / 5 Assists, Malte Delow 5, Sam Griesel 4 und Nevio Bennefeld 3.



Statements

Sebastian Trzcionka | Assistant Coach ALBA BERLIN
"Zunächst: Gute Besserung an Pedro [Calles]. Das wir heute hier gewinnen, hat nichts damit zu tun, dass ich das heute hier gemacht habe. Viel eher haben wir über viele Monate eine Kultur bei uns im Team etabliert. Ich bin den Spielern extrem dankbar, obwohl es heute eine ungewöhnliche Situation war, dass sie diese Kultur einfach abgerufen haben. Wir wussten, dass uns hier ein schweres Spiel erwartet. Ich habe hier oft gespielt [gecoacht] und verloren, weil Ludwigsburg immer sehr physisch spielt. Sie haben sehr starke Offensivwaffen im 1-gegen-1, das haben wir alles halbwegs kontrolliert und sehr gut gespielt."
Mikko Riipinen | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Glückwunsch an ALBA [BERLIN] zu einem sehr verdienten Sieg. Ich hoffe, dass Coach Pedro [Calles] bald wieder fit ist. Ich bin sehr enttäuscht über das Spiel! Das Ergebnis ist vielleicht nicht so schockierend… Ich denke, dass Berlin einen sehr guten Job gemacht hat, den vielleicht toughen, emotionalen Part nach dem Aus in der Basketball Champions League bis hin zu diesem Spiel zu verarbeiten. Die Anerkennung dafür gebührt ihnen! Ich dachte, dass wir auf dem Parkett sehen würden, dass diese spezielle Partie uns mehr als ihnen bedeutet. Ich bin sehr enttäuscht, wie wir manche Dinge im Spiel gehandhabt haben. In der ersten Halbzeit waren wir solide bis okay – mindestens. In der zweiten Halbzeit haben wir das benötigte Level nicht erreicht, um uns mit einem solchen Team zu duellieren. Ich bin sehr enttäuscht darüber, wie die Gruppe mit Widrigkeiten umgegangen ist, wie sie agiert hat, als es darum ging, wirklich zusammenzustehen, als es hart wurde."