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Freude über den Buzzerbeater und den Derbysieg. Foto: Sascha Walther / Eibner.
Das erste Spiel des Jahres, die erste Party des Jahres: Die MHP RIESEN Ludwigsburg feiern gegen die MLP Academics Heidelberg einen zu keiner Zeit gefährdeten 89:73-Erfolg. In der zum sechsten Mal in Serie ausverkauften MHPArena sind die Schwaben in einer von Unterbrechungen geprägten Partie gegen personell gehandicapte Kurpfälzer nicht dominant, aber zu jeder Zeit überlegen.
Auf Basis der zwei Positiv-Meldungen des Spieltags, namentlich der Kader-Rückkehr von Elijah Hughes und Toms Skuja, gelang den Ludwigsburger Hausherren im ersten Heimspiel des Jahres ein sehr guter Start: Keeshawn Kellman (via Dunk), Elijah Hughes (via Dreier) und Yorman Polas Bartolo (via Lay-Up) sorgten für den 7:2-Beginn, der die Basis der folgenden 40 Minuten bilden sollte. Ganz generell starteten die Schwaben (sehr) gut: Während Heidelberg doppelt aus der Distanz Airballs fabrizierte, waren die Hausherren fokussiert, hochprozentig treffend und überzeugend unterwegs. Drei konsekutive Korberfolge von Babacar Sane und ein weiterer Monster-Dunk von Kellman, mit Sicherheit eines der RIESEN-Highlights der Saison, brachten die Ludwigsburger in eine sehr gute Richtung und die MHPArena endgültig auf Betriebstemperatur (20:10, 10. Spielminute).
Fortan sollten die kurpfälzischen Gäste besser instruiert zu Werke gehen: Angeleitet von Danny Jansson war Heidelberg besser, galliger und schneller – und brachte eine große Portion Intensität ins Spiel. Jonas Wohlfarth-Bottermann und Co. wussten dies anzunehmen und zu erwidern, was emotional wichtig war und sich dadurch auf dem Parkett ausglich. Besser jedoch: Die Hausherren setzen auch sportlich Akzente und wussten durch den Co-Kapitän, Elijah Hughes und Sane, der per Buzzerbeater aus der Ecke traf, sich wieder abzusetzen (49:37, 20.).
Darauf aufbauend sollte die zweite Halbzeit ebenfalls sehr gut starten: Ein weiterer Kellman-Dunk, ein weiterer Smith-Lay-Up und drei Freiwurf-Zähler von Hughes bildeten die Grundlage für einen 11:6-Wiederbeginn, der eine weiterhin souverän zweistellige Führung zur Folge hatte. Immer wieder sorgten Foulspiele, deren Möglichkeit Heidelberg exzellent zu nutzen wusste, und Video-Überprüfungen für einen Abfalls des Rhythmus. Immer wieder waren es jedoch die Ludwigsburger, die Momentum zu kreieren versuchten (69:53, 30.).
Die Gäste blieben unterstützt von ihrem akustisch überzeugenden Auswärtsblock – samt 147 blau-weißen Fans – auf Tuchfühlung. Zu mehr sollte die kurze Rotation qualitativ und quantitativ aber nicht ausreichen. Bis auf DJ Horne blieb Heidelberg zu ungefährlich, zu unkonzentriert und zu schwach. Die MHP RIESEN nutzen ihrerseits das notwendige Maß an Chancen, unter anderem durch Sane, um die Entscheidung frühzeitig herbeizuführen und anders als zuletzt keine sportliche Debatte (72:59 / 77:65) über den Spielausgang aufkommen zu lassen. Bereits Minuten vor Schluss war die gute Laune greif- und hörbar – und wurde standesgemäß mit einer Derbysieger-Humba auch gefeiert.
Durch den siebten Saisonerfolg kehren die Schwaben, wie erhofft, in die Top-10 der easyCredit BBL-Tabelle zurück. In den kommenden Tagen wird’s im Nachgang des Winter- und Weihnachtsprogramms (zwei Siege, zwei Niederlagen) etwas geruhsamer. Fortan sind die Barockstädter wieder im regulären Woche-für-Woche-Modus gefordert und sind am nächsten Freitag (09.01.; 20:00 Uhr) in Bamberg zu Gast.
Für Ludwigsburg spielten: Babacar Sane 21 Punkte, Elijah Hughes 15, Stef Smith 15 / 7 Assists, Keeshawn Kellman 9 / 9 Rebounds, Tray Buchanan 8, Jonas Wohlfarth-Bottermann 7 / 10, Toms Skuja 6, Yorman Polas Bartolo 6 / 6 / 5, Brandon Tischler 2 und Julis Baumer.
Für Heidelberg spielten: DJ Horne 20 Punkte / 5 Rebounds / 5 Assists, Marcel Keßen 14 / 7 Rebounds, Eric Reed II 13, Osun Osuniyi 11 / 5, Erol Ersek 6, Niklas Würzner 6, Mateo Seric 2 und Paul Zipser 1 / 7.
Mikko Riipinen | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg | "Zunächst Glückwunsch an unsere Fans, die einen langen Weg mit uns nach Berlin gereist sind und dort ein katastrophales Spiel erlebt haben. Sie waren, lange nachdem die Schlusssirene ertönt war, für uns da und haben uns gesagt, dass sie uns unterstützen und heute für uns zuhause da sein werden. Dafür möchte ich mich explizit bei ihnen bedanken. Ich weiß, dass Heidelberg die Hälfte des Teams fehlt und sie durch eine Menge durch müssen, nicht wissen, wer für die Partie einsatzfähig ist. Ich bin wirklich stolz über die Leistung, die wir heute gezeigt haben. Wir haben einige Bereiche, an denen wir arbeiten müssen – das sind unter anderem die Turnover, von denen wir heute sechs hatten. Darüber bin ich froh! Natürlich gibt es auch andere Dinge, an denen wir arbeiten müssen, aber wir sind heute eine kollektive Einheit geblieben. Gestern war unsere erste Einheit [der Saison] mit allen Spielern, heute hat sich Darnell Edge während des Warm-Ups verletzt. 46 Minuten vor Spielbeginn mussten wir das Roster ändern. Toms Skuja hat seine Sache, unter diesen Bedingungen und mit Ausnahme der Freiwurfquote [17%], herausragend gemacht. Ich bin stolz über die Reise, auf der wir uns befinden. Wir müssen das annehmen, was ist – und können nun diesen Moment genießen." |
Daniel Jansson | Headcoach MLP Academics Heidelberg | "Es ist, auch wenn wir uns nicht dahinter verstecken, offensichtlich, dass uns einige Spieler fehlen. Wir mussten uns ein wenig umstellen, normalerweise wollen wir das Tempo mit Schnelligkeit kontrollieren, aber heute hatten wir einen anderen Spielplan, nämlich das Tempo zu kontrollieren, indem wir uns in der Offensive Zeit lassen. Ich hatte das Gefühl, dass wir in vielen Momenten gute Arbeit geleistet haben und mit dem Rhythmus des Spiels mithalten konnten. Was uns geschadet hat, waren die beiden Phasen mit Ballverlusten in der ersten Halbzeit, die uns wirklich wehgetan haben – einfache Punkte für Ludwigsburg und wir haben nicht einmal geworfen. Aber wir sind dran geblieben, waren in einer soliden Position, und dann haben wir aus irgendeinem Grund sieben Freiwürfe verfehlt. Hätten wir die getroffen, hätten wir wieder auf einen einstelligen Rückstand verkürzen können und dann wäre es ein ganz anderes Spiel geworden… Insgesamt finde ich, dass wir heute gut gekämpft haben. Egal, wer man ist, es ist immer schwer, Ludwigsburg in dieser Halle zu schlagen." |