Frühlingserwachen der unschönen Sorte: Ludwigsburg verliert in Trier

Category News Date 2026-04-06 VET-CONCEPT Gladiators Trier vs. MHP RIESEN Ludwigsburg 92:76

Foto: Alexander Neis.

Das lange Osterwochenende endet für die MHP RIESEN Ludwigsburg mit langen Gesichtern: Die Schwaben unterliegen bei den VET-CONCEPT Gladiators 76:92. Im Duell an der Mosel erleben die Ludwigsburger die ideale Negativ-Kombination aus eigenen Mängeln und Makeln (fehlende Leistungsträger, 16 Turnover, 39% Trefferquote) sowie exzellent aufspielenden Rheinland-Pfälzern (51% Trefferquote, 118 Effektivität, 6 Spieler mit mehr 9 oder mehr Punkten) und verpassen den vierten Sieg in Serie.  

Am Sonntag um 13:30 Uhr gen Mosel losgefahren, am Montag gegen 21:00 Uhr wieder in Ludwigsburg angekommen und damit 31,5 Stunden am 28. Spieltag unterwegs gewesen, an dessen Ende rund 25 Minuten entscheidend für ein Osterwochenende zum Vergessen sind. Zumindest aus entscheidender, gelb-schwarzer Sicht. Denn der Rückblick auf das RIESEN-Gastspiel in Trier ist ein gänzlich ungleicher. Mit Keeshawn Kellman (krank), Tray Buchanan (nochmals geschont), Johannes Patrick (verletzt) und den mit äußerster Vorsicht agierenden Yorman Polas Bartolo (04:30 Minuten) und Gavin Schilling (04:36) bereiteten gleich fünf Akteure Cheftrainer Mikko Riipinen Sorgenfalten, während die VET-CONCEPT Gladiators vor ausverkauftem Haus (5.400 Zuschauer:innen) die Rückkehr von Steven Ashworth, die unmittelbar vor Spielbeginn kommunizierte Vertragsverlängerung von Jordan Roland und einen Bilderbuch-Start feierten.

Weitere Rippin’sche Sorgenfalten sollten in den ersten Spielminuten dazukommen: Ludwigsburg wurde von Roland, Clay Guillozet, Marten Linßen, Urald King und Maik Zirbes regelrecht überfahren – alsbald lagen die Gäste hinten und fanden in einer schnellen und physischen Anfangsphase nicht ihren Rhythmus. Trier agierte fehlerfreier, war treffsicherer, physischer und deutlich defensivstärker. Auf Basis des perfekten Emotionscocktails aus Heimstärke, Vertragsverlängerung, Momentum und Spielglück warfen sich die Hausherren in einen Rausch, den Ludwigsburg nicht zu stoppen vermochte. Während die Grün-Weißen brillierten und strahlten, haderten die Gäste – vor allem mit sich, den erklärbaren Herausforderungen, den eher weniger erklärbaren individuellen Fehlen, der Linie der Schiedsrichter, … Als sie dann Zugriff zum Geschehen erlangten, war die Halbzeitsirene bereits ertönt (32:14 / 53:30, 20. Spielminute).

Deutlich besser, das bleibt aber Makulatur

Die Deutlichkeit des Ergebnisses gepaart mit einem Mehr an Ludwigsburger Elementen sorgte für zwei weitere, weitestgehend ausgeglichene Abschnitten, in denen die MHP RIESEN in Toms Skuja, Terrell Harris, Julis Baumer, Lenny Anigbata ein funktionierendes Quartett fanden, dass im Wechsel mit Jonas Wohlfarth-Bottermann und Maxwell Dongmo Temoka auf der Fünf ergänzt wurde und seine Sache durchaus gut machte. Allen voran Baumer und Anigbata überzeugten mit beachtlichem Einsatz sowie exzellenter Arbeit beidseitig des Parketts und machten individuell betrachtet eines der besten Saisonspiele (#37: 21. Einsatz/ #12: 22.). Ludwigsburg spielte, im Verhältnis, nun seinen besten Basketball. Ungeachtet dessen und obwohl die zweite Halbzeit an die Schwaben ging (39:46), war die Partie natürlich frühestmöglich entschieden und die Partylaune der Hausherren weiterhin und verdientermaßen ungebrochen – was den Schwaben die frühzeitige Reflexion des Geleisteten und/oder Erlebten ermöglichte.

Baumer resümierte am Dyn-Mikrofon samt Maßgabe für die nächsten acht Tage: „Es ist schwer, heute irgendwas Positives mitzunehmen, weil viel gefehlt hat, aber wir können den Kopf nicht hängen lassen! Wir haben nun Berlin (11.04.; 18:30 Uhr) und München (14.04.; 20:00 Uhr) back-to-back im Spielplan. Da müssen wir uns steigern.“

Word!

Stats

Für Trier spielten: Maik Zirbes 18 Punkte / 5 Rebounds, Marten Linßen 15 / 6, Marco Hollersbacher 14 / 5, Clay Guillozet 11 / 5 Assists, Urald King 9 / 10 Rebounds, Behnam Yakchali 9, Steve Ashworth 6, Jordan Roland 5, George King 5 / 8, Evans Rapieque und JJ Mann.

Für Ludwigsburg spielten: Toms Skuja 17 Punkte, Stef Smith 12, Terrell Harris 11, Julis Baumer 10, Lenny Anigbata 9 / 9 Rebounds, Elijah Hughes 8, Brandon Tischler 3, Babacar Sane 2, Yorman Polas Bartolo 2, Jonas Wohlfarth-Bottermann, Maxwell Dongmo Temoka und Gavin Schilling.

Statements

Mikko Riipinen | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Gratulation an Trier zu diesem Sieg!  Wir waren heute nicht bereit, diese Art von Spiel zu spielen. Die Verantwortung, die Spieler vorzubereiten, liegt hauptsächlich bei mir. Physisch und mental waren wir heute nicht auf der Höhe, waren nicht scharf genug. Wir waren zeitweise zu undiszipliniert und Trier hat daraus einen großen Vorteil geschaffen. Wir haben einen Weg gefunden, uns zurückzukämpfen, der Rückstand war da jedoch schon viel zu groß. In einem wichtigen [easyCredit] BBL-Auswärtsspiel musst du eine gewisse Qualität bringen und das haben wir heute nicht geschafft. Wir müssen sowohl individuell als auch gemeinschaftlich analysieren, was zu dieser Partie und diesem Ergebnis geführt hat, und schauen, was wir besser machen können – und müssen – für das nächste Spiel."
Jacques Schneider | Headcoach VET-Concept Gladiators Trier
"Glückwunsch an die Gladiators. Heute war es ein extrem souveräner Sieg – sicherlich dadurch bedingt, dass wir in der ersten Halbzeit sehr, sehr gut verteidigt haben. Wir haben die Räume eng gemacht, das richtige Personal von Ludwigsburg aus dem Spiel genommen und den Rebound kontrolliert. Aus diesen Stops sind wir gut ins Laufen gekommen, hatten viele Fastbreaks und eine gute Ballbewegung. Im Moment macht es sehr, sehr viel Spaß; wir haben einen tollen Rhythmus. Wir hatten zuletzt hier in der Arena sehr gute Trainingsbedingungen und das zeigt sich sofort auf dem Feld. Wir klicken und konnten erneut den Ausfall von Nolan Adekunle gut kompensieren. Das schafft man aber nicht über 40 Minuten, von daher ist es auch verständlich, dass die zweite Halbzeit etwas ausgeglichener war. Wir haben unseren Job gemacht und es ist ein großer Schritt in Richtung unseres Saisonziels von 17 Siegen."
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