Auf dem Platz. Jenseits des Spiels.
alle Informationen

Gute Reaktion bringt wichtigen Derbysieg

Category News Date 2026-04-19 MLP Academics Heidelberg vs. MHP RIESEN Ludwigsburg 73:83

Foto: Lukas Adler.

Der 16. RIESEN-Sieg im Saison-Verlauf ist fix! Im dritten Spiel binnen sieben Tagen benötigen die Gelb-Schwarzen in Heidelberg bis ins vierte Viertel, um im Neckar-Derby die Kontrolle zu erlangen. Als dies gegen kämpferische Hausherren gelingt, ziehen Stef Smith (30 Punkte) und Co. das Spiel in kürzester Zeit auf die eigene Seite und gewinnen verdientermaßen 83:73.

Wenn die zurückliegende Woche für Ludwigsburg ein ideales Bild zum Abschluss beinhalten könnte, wären es die Momente am Samstag um 20:44 Uhr: Der zuvor mit 4.497 Zuschauer:innen ausverkaufte SNP dome ist weitestgehend verwaist, die Auswärtsblöcke o1 und o2 unverändert bester Laune – und nicht nur voll, sondern zusätzlich gefüllt. Das RIESEN-Team um Kapitän Yorman Polas Bartolo feiert mitsamt dem kompletten Trainerteam, instruiert durch die Humba von Stef Smith und Vincenzo D’Amico Arm in Arm mit den Fans unter dem Dach der Heidelberger Halle. Erleichtert, glücklich und stolz über das Erreichte sind am Ende des Tages alle Schwaben. Zurecht!

Bis zu diesem Moment vergehen mehr als 120 intensive Brutto-Minuten in einer Partie, die von Beginn an verdeutlicht, dass es beim Neckar-Derby intensiv und physisch zur Sache geht. Wie immer also. Beginnend mit vier Offensivfouls, drei davon auf Heidelberger Seite und wenigen Korberfolgen, ist der Ton des Duells schon nach zwei Minuten definiert – und kurpfälzisch geprägt. Die MLP Academics haben in Ryan Mikesell den lange Zeit dominierenden Akteur des Abends in ihren Reihen. Der US-Amerikaner erzielt im ersten Viertel acht Punkte, ist nicht zu verteidigen und geht beim Rebound ebenfalls voran. Ebenjener Rebound ist lange Zeit ein Heidelberger Erfolgsprodukt: 17 offensive Abpraller sichert sich die Forward-Riege um Paul Zipser, Mateo Seric und Marcel Keßen in der ersten Halbzeit.

Zahlen, mit denen die Gäste keinesfalls zufrieden sein können, wohl aber mit dem auf der Anzeigetafel Sichtbaren (21:19; 10. Spielminute / 40:38; 20.). Die Ludwigsburger sind immer wieder präsent haben beidseitig des Parketts ihre Momente. Ein Alley-Oop-Anspiel auf Jonas Wohlfarth-Bottermann ist das optische, die Comebacks von Keeshawn Kellman und Tray Buchanan die emotionalen Highlights der ersten zwanzig Spielminuten. Immer wieder sind die Barockstädter tonangebend, insgesamt aber zu glücklos, um nicht nur Druck auszuüben, sondern auch dauerhaft die Oberhand zu gewinnen. Früh fällt auf: Der Mannschaftsverbund liefert ab, Stef Smith geht vorweg und beide Klubs scheinen siegfähig.

Smith übernimmt, Buchanan und Hughes sind zur Stelle

Foto: Lukas Adler.

An diesen Einschätzungen – also Erfolgschancen – sollte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts ändern, an der Trefferquote hingegen schon! Sowohl aus der Ferndistanz (13/37 | 35%) als auch an der Freiwurflinie (20/25 | 80%) sind die Gäste mit hoher Frequenz und Trefferquote unterwegs. Zunächst sind Smith und Buchanan beim Dreier sicher, dann die Heidelberger aus der Mitteldistanz trefferreich. Die Hausherren setzen sich zunächst etwas ab, ehe zahlreiche Zusatzwürfe sowohl den Ausgleich als auch den Führungswechsel mit sich bringen (55:57, 30.).

So klein der Vorsprung, so gut im vierten Viertel nun die Ludwigsburger: Ein Smith’scher Dreierreigen sorgt nach 13 Führungswechseln für Ent- und Beschleunigung. Die MLP Academics fallen trotz großer Moral aufgrund schwacher Quoten aus der 6,75-Meter-Distanz (1/20) gegen die starke Gäste-Defensive, die sich ab der 18. Minute auch beim Rebound keinen Fehler mehr erlaubt, zurück. Die MHP RIESEN sind nun insgesamt souverän, konsequent und schlicht besser. Neben den Smith-Punkten sind auch die Zähler von Hughes wichtig. Beide zusammen stellen aufeinanderfolgend und trotz mehrerer Auszeiten der Blau-Weißen auf +5 (63:68), +8 (65:73) und +10 (69:79) – was die Entscheidung ist und für Jubelstimmung sorgt, die weniger später gemeinsam genossen und zelebriert wird.

Weiter geht’s mit einem weiteren, sehr wichtigen Duell, gleichzeitig am nächsten Samstag:  Dann steigt der Aktionstag von ‚Gib Rassimus einen Korb‘. Die MHPArena wird voll! Mit im Gepäck: eine 16:14-Bilanz und Rückenwind im Hinblick auf die Postseason.

Stimmen & Stats

Für Heidelberg spielten: Ryan Mikesell 26 Punkte / 5 Rebounds, Marcel Keßen 16 / 9, Erol Ersek 6, Mateo Seric 6, Samuell Williamson 5, Dusan Neskovic 4, Michael Weathers 4 / 5, Osun Osunniyi 4, Paul Zipser 2, Niklas Würzner und Eric Reed II.

Für Ludwigsburg spielten: Stef Smith 30 Punkte / 5 Rebounds, Elijah Hughes 12, Tray Buchanan 10, Brandon Tischler 8, Babacar Sane 7, Yorman Polas Bartolo 5, Maxwell Dongmo Temoka 4, Jonas Wohlfarth-Bottermann 3 / 5, Terrell Harris 2, Keeshawn Kellman 2 und Julis Baumer.

Statements

Mikko Riipinen | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Zunächst einmal möchte ich unseren Fans ganz herzlich dafür danken, dass sie hierher gereist sind. Ich weiß, dass es nur eine kurze Reise ist, aber sie opfern einen Tag ihres Lebens, um ihre Mannschaft zu unterstützen, und das bedeutet uns sehr viel. Ich bin auch sehr stolz auf die Mannschaft und die Einstellung, die wir gezeigt haben. Wir waren in dieser Saison immer eine Mannschaft, in der in jedem Spiel andere Spieler die Hauptrolle übernehmen, so auch in diesem Spiel. Die Art und Weise, wie sie sich gegenseitig unterstützen, entwickelt sich zu etwas Wunderschönem. Es ist ein hartes Spiel, es ist immer schwer, gegen eine Mannschaft zu spielen, die gewinnen muss – vor allem auf heimischem Boden – und in letzter Zeit auch wirklich gut spielt. Ein großes Lob an ihren Trainer [Carlo Finetti] für das, was er in den letzten paar Spielen geleistet hat. Sie haben wirklich gut gespielt, daher bin ich sehr stolz auf diesen Sieg. Wir haben gegen eine gute Mannschaft gespielt, daher bin ich im Moment einfach nur stolz und glücklich – es ist ein großer Sieg für uns."
Carlo Finetti | Headcoach MLP Academics Heidelberg
"Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch an unseren Gegner [Ludwigsburg] und Trainer [Mikko] Riipinen. Sie leisten in Ludwigsburg großartige Arbeit und sind eine sehr ehrgeizige Mannschaft. Von unserer Seite aus möchte ich auch ein positives Wort für unsere Spieler einlegen. Wir haben gegen die Mannschaft gespielt, die die zweitbeste Offensivreboundquote der Liga hat, und wir haben ihre Reboundleistung zunichte gemacht und es geschafft, sie bei den Offensivrebounds zu übertrumpfen. Wir haben außerdem gegen die Mannschaft gespielt, die die meisten Freiwürfe wirft, und das hat uns heute definitiv geschadet. Sie konnten den Spielstand am Ende des dritten Viertels allein durch Freiwürfe ausgleichen. Aber ich denke, insgesamt gesehen, wenn die Führung dreizehn Mal wechselt und es in einem Spiel elf Mal zum Gleichstand kommt, ist es ein Spiel, in dem alles von kleinen Episoden entschieden wird. Daher denke ich, dass eine Niederlage mit zehn Punkten Unterschied heute nicht wirklich dem Charakter und dem Stolz gerecht wird, den meine Mannschaft heute Abend in einer vollbesetzten Halle gezeigt hat. Ich möchte zum Schluss noch einmal sagen: Danke an unsere Fans und für die Unterstützung in einem so wichtigen Spiel für uns! Jetzt versuchen wir, so gut es geht weiterzumachen und uns auf die Aufgabe in Oldenburg zu konzentrieren."