Keine RIESEN-Valentinstagsfreuden

Category News Date 2026-02-15 EWE Baskets Oldenburg vs. MHP RIESEN Ludwigsburg 102:88

Foto: Ulf Duda.

Ein Gefühl, das schmerzt, vor allem da es aus der Vorwoche bekannt ist: Die MHP RIESEN Ludwigsburg verlieren in Oldenburg 88:102. Die Gelb-Schwarzen sind im Angriff, allen voran aufgrund 16 Offensivrebounds, durchaus überzeugend und präsentieren sich leicht verbessert, in der Verteidigung und in der Gänze des Spiels sind sie gegen effiziente EWE Baskets (119 Effektivität) aber chancenlos.

Cheftrainer Mikko Riipinen hatte die Krankheitslage im Vorfeld des 20. Spieltags thematisiert, vor Ort sorgte der Wintereinbruch (-3° Celsius und Schnee) in Niedersachsen für weitere, frostige Augenblicke – die sportliche Performance aber ebenfalls. Doch der Reihe nach. Denn diese fing sehr positiv an: Julis Baumer rückte erstmals für Elijah Hughes in die Startformation, der US-Amerikaner kam gemeinsam mit Johannes Patrick von der Bank. Ludwigsburgs #6 stand anstelle von Lenny Anigbata, der gesundheitlich kürzertreten musste, im Kader. Hinter der LED-Bande sah das Duo einen offensivgeprägten Start, der sehr viel Lust auf mehr machte. Beide Mannschaften ließen das Spielgerät von Beginn an laufen, überzeugten durch gute Offensive und hochprozentige Trefferquoten. Allen voran Tomislav Zubcic und Nicholas Tischler auf Oldenburger, sowie Yorman Polas Bartolo und Hughes waren mit Distanzwürfen, Backdoor-Cuts und guter Entscheidungsfindung direkt zur Stelle. Die EWE Baskets wirkten im ersten Abschnitt in ihren Aktionen sowohl frischer als auch fokussierter – Ludwigsburg führte dank guter Quoten (56 FG%) und durch einen Stef-Smith-Buzzerbeater aber knapp (23:24, 10. Spielminute).

Das zweite Viertel sollte dann zu einem Deja-Vu der Vorwoche werden – was bekanntermaßen keine guten Nachrichten bedeutete: Binnen 120 Sekunden sorgte ein 8:0-Lauf der Hausherren für die Wende, die nur eine Auszeit beenden konnte (31:24). Die Schwaben konnten die Geschwindig- und Lässigkeit der Oldenburger aber nur kurz unterbinden. Babacar Sane, Polas Bartolo sowie Jonas Wohlfarth-Bottermann und Brandon Tischler waren zur Stelle, die EWE Baskets aber nicht nur individuell, sondern ganzheitlich überzeugend. Angeführt vom überragend aufspielenden Zubcic (25 Punkte | 6/7 Dreier) und Brian Fobbs markierten die Donnervögel 56 Zähler in den ersten 20 Spielminuten, sorgten für Entzücken in der ausverkauften EWE ARENA und für eine deutliche Kerbe in der RIESEN-Lackierung. Die Barockstädter waren keinesfalls chancenlos, verwandelten ihre Würfe aber zu selten, was die Niedersachsen ihrerseits mit einer 60-prozentigen Quote aus dem Feld und zahlreichen Dunkings bilderbuchartig bestraften (56:42.).

Ausgeglichene Halbzeit, einseitige Partie

Auch in Folge des Seitenwechsels sollte es eine Wiederholung der Bamberg-Ereignisse geben; in der Fremde jedoch mit einem anderen statistischen, da ausgeglichenen, Verlauf (19:18 / 27:28): Das bereits im zweiten Viertel wichtige RIESEN-Quartett wurde mit fortlaufender Spieldauer immer mehr durch Baumer und Smith ergänzt, am mangelhaften der Zugriff zum Geschehen änderte dies aber nichts. Denn während die EWE Baskets zahlreiche Mismatches kreierten und sich auf dem Parkett in ihre Wunschpositionen spielten, waren die Gäste zumeist nur zweiter Sieger. Obwohl Sane im Scoring aushalf und Riipinen weiter zu justieren versuchte, fruchtete sehr wenig – die Partie war nach 30 Minuten entschieden (80:62).

Der Schlussabschnitt wurde so zum Schaulaufen der Oldenburger, die sich der Ludwigsburger Aufholversuche exzellent erwehrten, früh durchwechselten und ganzheitlich für Party-Laune sorgten. Den Schwaben fehlten auch hier die Mittel bezüglich einer Wende zum Guten.

Zeit zum Aufarbeiten bleibt bald, in der Pokal- und Länderspielpause (ab 20.02 bis 06.03.), sehr viel. Zuvor steigt allerdings noch ein durchaus wichtiges Heimspiel: Am Donnerstag (19.02.; 19:00 Uhr) empfangen die Ludwigsburger den SYNTAINICS MBC.

Stimmen & Stats

Für Oldenburg spielten: Tomislav Zubcic 25 Punkte, Michale Kyser 15 / 7 Rebounds, Nicholas Tischler 14, Brian Fobbs 13, Chris Clemons 12 / 8 Assists, Kyle Lofton 6, James Woodard 6, Seth Hinrichs 5 / 5 Rebounds, Colin Schroeder 2, Ralph Hounnou 2 und Joel Harms.

Für Ludwigsburg spielten: Babacar Sane 23 Punkte, Yorman Polas Bartolo 14, Elijah Hughes 9, Stef Smith 9 / 9 Assist, Julis Baumer 9, Brandon Tischler 8, Gavin Schilling 7 / 6, Jonas Wohlfarth-Bottermann 4 / 7, Toms Skuja 3, Tray Buchanan 2, Johannes Patrick und Maxwell Dongmo Temoka.

 

Statements

Mikko Riipinen | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Glückwunsch an Oldenburg! Sie haben ein sehr effizientes Spiel gespielt und hatten sehr viele Akteure, die hochprozentig getroffen haben. Das war für uns – offensichtlich – schwer zu verteidigen. In einigen Bereichen, an denen wir gearbeitet haben, konnten wir uns verbessern: Wir hatten keine immense Anzahl an Ballverlusten [16], eine bessere Freiwurfquote als gewöhnlich [70 FT% | ⌀ 67,3%] und haben ihnen [Oldenburg] nicht zu viele Freiwurfgelegenheiten [13] geschenkt. Das war ziemlich diszipliniert. Aber die Qualität war heute nicht gut genug! Wir waren weniger effizient in den Momenten, die wir kreiert haben, als sie es waren. Sie hatten mehr Energie als wir, unsere schwachen Momente waren heute zu viel für uns – und Oldenburg war zu stark."
Lazar Spasic | Headcoach EWE Baskets Oldenburg
"Ein sehr wichtiger Sieg für uns, weil wir auch den direkten Vergleich haben. Wir haben gegen ein gutes Team gespielt, das alles getan hat, um hier zu siegen. In den meisten Phasen haben wir das Spiel kontrolliert und deshalb auch den Sieg verdient. Den Offensivrebound von Ludwigsburg haben wir nicht kontrolliert und das ist ein Thema, wo wir häufiger Probleme hatten. Wir müssen uns im Rebounding verbessern, wenn wir ein erfolgreiches Team sein wollen. Heute hatte ich das Gefühl, dass wir als Team aufgetreten sind und deshalb über 100 Punkte erzielt haben. Ich denke auch, dass wir gut verteidigt haben, uns aber nicht mit dem Rebound belohnt haben! Ansonsten hätten wir das Spiel früher entscheiden können."