Foto: Sascha Walther.
Das letzte Hauptrunden-Heimspiel der MHP RIESEN Ludwigsburg endet mit einer 78:86-Niederlage. Die Schwaben präsentieren sich gegen den FC Bayern Basketball deutlich verbessert, sind gegen München aber beidseitig des Parketts zu unkonzentriert und fehlerhaft, um den Primus ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. 4.000 Fans sehen eine sehr kämpferische, letztlich aber auch (zurecht) unbelohnte Leistung.
Anerkennung, Applaus und ein durchaus gutes Spiel auf der einen, ein deutlich besserer Gegner, eine ausgelassene Gelegenheit und letztlich eine Niederlage mit acht Zählern Differenz auf der anderen Seite. Ludwigsburg präsentierte(e) sich gegen München gut; blieb ohne Jonas Wohlfarth-Bottermann (Kapselverletzung im Finger), Tray Buchanan (Knie-), Lenny Anigbata (Sprunggelenksblessur) und Johannes Patrick (Aufbautraining) aber hinter den Erwartungen. In Vertretung von ‚WoBo‘ und Buchanan starteten Toms Skuja (17:31 Minuten) und Keeshawn Kellman (15 Punkte / 9 Rebounds). Das lettisch-US-amerikanische Duo war, wie alle Schwaben, im ersten Abschnitt zu oft nur Zuschauer. Während sich Elijah Hughes früh in den Rhythmus warf, war München am Spielbeginn dominant. Der FC Bayern war im Hinblick auf Spieltempo, Entscheidungsfindung und Physis klar überlegen, die Ludwigsburger Ballverluste (9) taten ihr Übriges (20:34, 10. Spielminute).
Fortan sollten die Hausherren, weiterhin angeführt von Hughes, mehr Zugriff erlangen: Die RIESEN-#7, Kellman und auch Brandon Tischler sorgten für Offensive, die bei den Gelb-Schwarzen in Gänze fortan physischer, konzentrierter und weniger fahrlässig aufgestellt waren. Die Gäste waren überlegen, nun aber nicht mehr allumfassend dominant (39:51, 20.).
Diese Eindrücke sollten sich auch nach dem Gang in die Kabinen fortsetzen! Ludwigsburg kam, unterstützt von den 4.000 Zuschauer:innen Punkt um Punkt heran und dann zweifach zum Ausgleich. Nach diversen Zählern von Terrell Harris sorgten Yorman Polas Bartolo (60:60) und Stef Smith (63:63) für den Ausgleich, diesen Status konsolidieren oder gar den Spielstand umkehren konnten sie aber nicht. Zu oft nutzten Nenad Dimitrijevic und Xavier Rathan-Myes die Freiräume, zu sehr offenbarten die Ludwigsburger defensive Mängel, was dann auch noch Elias Harris und Oscar da Silva in Szene setzte.
Zweifelsohne hatten die Hausherren ihre Momente – unter anderem nach Alley-Oop-Dunks von Kellman und Brandon Tischler –, zweifelsohne waren die Bayern aber überlegen. Ludwigsburg hatte auf alles eine Antwort, sorgte aber für zu wenige Fragestellungen auf Seiten der Münchner. Die Rot-Weißen waren gut, waren besser und waren am Ende auch siegreich. Die Barockstädter agierten mitreißend und zumeist treffsicher, schafften es aber nicht, aus guten Abschnitten dauerhaftes Momentum zu generieren, was schlussendlich in der Niederlage mündete.
Diese sorgt, aufgrund der Leistung, zwar für einen Stimmungsbooster, ist tabellarisch aber ohne Wirkung. Vechta (8.) und Trier (9.) könnten an den Ludwigsburgern am Freitag mit Erfolgserlebnissen noch vorbeiziehen, ein Hauptrunden-Endspiel haben die Schwaben am Sonntag aber allemal. Sie gastieren in Würzburg (10.05.; 16:30 Uhr) – und kommen mit einem Sieg garantiert in die Play-Ins.
Für Ludwigsburg spielten: Elijah Hughes 18 Punkte, Keeshawn Kellman 15 / 9 Rebounds, Brandon Tischler 8, Terrell Harris 8, Stef Smith 8 / 7 Assists, Toms Skuja 5, Yorman Polas Bartolo 5, Gavin Schilling 5 / 5 Rebounds, Julis Baumer 2 und Maxwell Dongmo Temoka.
Für München spielten: Nenad Dimitrijevic 19 Punkte / 9 Assists, Andreas Obst 17, David McCormack 15, Xavier Rathan-Mayes 8, Elias Harris 8 / 6 Rebounds, Oscar da Silva 6, Niels Giffey 6, Justinian Jessup 4, Isaiak Mike 2 / 10 und Wenyen Gabriel 1.
Svetislav Pešić | Headcoach FC Bayern Basketball | "Unser erstes Viertel war auf dem Level, auf dem wir spielen wollen – alles andere danach war eine Reaktion auf die aggressive Defensive von Ludwigsburg. Wir waren zufrieden mit dem, was wir im ersten Viertel gemacht haben und haben gesagt: Wir werden sowieso am Ende gewinnen, es ist egal, wie. Hauptsache wir gewinnen. Für mich ist das nicht ausreichend. Nur das Spiel zu gewinnen, ist zu wenig. Ich mag es, wenn wir mit dem Bus reisen, dass wir immer gewinnen. Dreieinhalb Stunden von Ludwigsburg nach München sind, wenn Du verlierst, … das will ich nicht. Summa summarum: Es ist immer besser, wenn man gewinnt, als wenn man verliert. Ich wünsche Ludwigsburg im letzten Spiel viel Erfolg!" |
Mikko Riipinen | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg | "Glückwunsch an Bayern und Coach [Svetislav] Pešić zum sehr verdienten Sieg. Ich denke, dass wir, gemessen an der Situation, in der wir uns befinden, ein gutes Spiel gemacht haben. Ich denke, dass wir nach dem 15-Punkte-Rückstand einen Weg zurück in die Partie gefunden haben, um mit unserer Identität kompetitiv zu sein. Mit physischer Verteidigung und vielen Spielern, die defensiv gegen viele gute Spieler bei München einen guten Job gemacht haben. Wir sind gerannt und hatten 21 Assists, was sehr positiv ist, zudem hatten wir viele Punkte im Fastbreak, worauf wir im Vorfeld der Partie ein großes Augenmerk gelegt haben. Aber wir haben gegen ein sehr gutes Team gespielt und sie haben uns für kleine Fehler bestraft. Am Ende sind verpasste Lay-Ups der Grund, dass wir am Ende Bayern nicht gefährlich werden konnten. Mit Blick auf die Leistung können wir einige positive Dinge aus diesem Spiel nehmen – die Turnover verfolgen uns aber unglücklicherweise noch immer." |