Foto: Sandy Dinkelacker / Eibner.
Das Wochenende startet mit einem gelb-schwarzen Feuerwerk! Die MHP RIESEN Ludwigsburg gewinnen auch das dritte Pflichtspiel gegen Frankfurt, diesmal 97:65. Vor 3.879 Zuschauer:innen feiern Jonas Wohlfarth-Bottermann, Toms Skuja und Johannes Patrick ihr Comeback, sieben Akteure scoren beim 13. Saisonsieg zweistellig.
„Das war mit oder nach dem Spiel in Bamberg [09.01.2026 | 79:100] von der Mentalität und dem Mindset her die zweitbeste Leistung der Saison. Wir müssen lernen, dass wir nicht erst einen ausgewischt bekommen, so wie in Vechta, sondern generell konsequent sind. Zum Saisonende hin zählt jedes Spiel, das Tabellenmittelfeld ist unfassbar lang. Ich bin froh, dass wir das Spiel so dominiert haben und ich das heute verkünden konnte“, resümierte ein sichtlich glücklicher Jonas Wohlfarth-Bottermann um 22:23 Uhr am Dyn-Mikrofon. Der 36-Jährige hatte wenige Augenblicke zuvor seine Vertragsverlängerung – bis Sommer 2027, dazu in den nächsten Tagen mehr – über das Hallenmikrofon verkündet und den Freitagabend für alle Gelb-Schwarzen veredelt. Zuvor hatte ‚WoBo‘ sein Comeback (10:43 Minuten) als Interimskapitän gefeiert und seinen Anteil an einer der besten Saisonleistungen gehabt.
So treffend die Worte und so gut die Leistung des Routiniers waren, er fiel gegen Frankfurt damit nicht auf; was eine sehr gute Facette ist! Denn die Ludwigsburger packten ab dem Sprungball ganzheitlich eine gute Leistung aufs Parkett. Zunächst waren es Kheeshawn Kellman, Toms Skuja und Johannes Patrick, die Punkte, Rebounds und Energie brachten. Der US-amerikanische Big Man schulterte ebenso wie der lettische Guard früh und viel Verantwortung. Die Hausherren mühten sich nur in der wechselhaften Anfangsphase (14:14 / 18:19) vergeblich, danach übernahmen sie mit Physis, Verteidigung und Teamplay vollumfänglich das Heft des Handelns und setzten sich Punkt für Punkt ab.
Der zweite Spielabschnitt sollte dahingehend bereits eine Tendenz für den weiteren Verlauf geben: Die MHP RIESEN trafen zeitweise aus der 6,75-Meter-Distanz, griffen sich Rebounds und kamen hierdurch immer wieder ins Laufen – und zwar doppelt. Mit einer hohen Einsatzfreude und einem ebenso hohen Tempo packten sie 27 Zähler auf die Anzeigetafel. Frankfurt war der RIESEN-Herausforderung nicht gewachsen. Isaiah Swope und Will Christmas waren als Scorer zweistellig unterwegs, aber auch für neun der 18 Ballverluste verantwortlich. Bereits vor dem Gang in die Kabinen war die Ludwigsburger Überlegenheit omnipräsent (45:30, 20. Spielminute).
Foto: Sandy Dinkelacker / Eibner.
Der größte Plusfaktor, die mannschaftliche Geschlossenheit, die konsequente Entscheidungsfindung und die unnachgiebige Spielweise hievten die Schwaben frühzeitig auf die Siegerstraße (71:41). Einzelne Akteure hoben sich aus dieser Qualität hervor: Kellman und Babacar Sane sorgten mit Posterdunks für Highlights, Julis Baumer mit seiner bisher besten Leistung auf Erstliga-Niveau (18:49 Minuten | 10 Punkte / 2 Rebounds / 2 Assists) beidseitig des Parketts für Entzücke.
Die Hausherren dominierten auch nach der vorweggenommenen Entscheidung über ihre Verteidigung das Geschehen: 3 Blocks, 9 Steals und 34 Rebounds setzten gemeinsam mit einem hohen Effektivitätswert von 115, der 54%igen Feldwurfquote und einer begeisternden Mannschaftsleistung einen sehr stimmigen Schlussakkord, den Wohlfarth-Bottermann danach noch veredelte – und direkt die eingangs formulierte Maßgabe folgen ließ: Mentalität, Mindset und Konsequenz benötigt nun auch (eine) Wiederholung(en).
Für Ludwigsburg spielten: Tray Buchanan 14 Punkte, Stef Smith 13, Babacar Sane 12 / 6 Rebounds, Keeshawn Kellman 12 / 7, Toms Skuja 10 / 6 Steals, Elijah Hughes 10, Julis Baumer 10, Brandon Tischler 9, Lenny Anigbata 5, Jonas Wohlfarth-Bottermann 2, Gavin Schilling und Johannes Patrick.
Für Frankfurt spielten: Isaiah Swope 15 Punkte, Will Christmas 14 / 5 Rebounds / 4 Assists, Jacob Holt 9 / 5, Till Pape 9 / 6, Desmond Watson 5, Ryan Hawkins 5 / 7, Radii Caisin 5, Nahlem Alleyne 3 / 5, Garai Zeeb und Jamie Edoka.
Foto: Sascha Walther / Eibner.
Klaus Perwas | Headcoach SKYLINERS | "Ich weiß, man fängt immer so an: Glückwunsch an Ludwigsburg und den Coach [Mikko Riipinen]! Ich denke, dass es die Ludwigsburger von der ersten Minute an sehr gut gemacht haben. Sie haben sehr viel Druck ausgeübt. Gerade bei Deadball-Situationen, in denen wir von der Baseline zur Baseline mussten, da haben sie uns sehr viel Zeit geklaut und Energie geraubt. Sie waren sehr physisch und da haben wir es nicht geschafft, dagegen zu spielen und zu halten. Ich finde, dass wir sehr unorganisiert waren und uns von Kleinigkeiten aus dem Rhythmus haben bringen lassen. Das war enttäuschend. Am Ende muss man auch solche Spiele irgendwie schlucken. Wir haben heute ohne einen Guard [Logan Johnson] gespielt und bei dem Druck, den die Ludwigsburger heute erzeugt haben, ist es natürlich schwierig, wenn da noch ein Guard fehlt. Wir müssen versuchen, einen Reset-Button zu drücken – für mein Empfinden müssen wir das Spiel schnell vergessen – und sehen, dass wir uns auf die letzte Phase der Saison vorbereiten." |
Mikko Riipinen | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg | "Natürlich Glückwunsch an unsere Fans und die Menschen in unserem Klub, die jeden Tag hart arbeiten. Ich bin sehr stolz darüber, wie wir dieses Spiel mental angenommen haben; wissend, wie das letzte Spiel war. Ich weiß, dass Frankfurt Logan [Johnson] und [Jaedon] LeDee vermisst, sie keine einfache Phase erleben und sehr viele Freiwürfe [15/27] verworfen haben. Aber ich möchte mich auf unsere Mentalität und Intensität in diesem Spiel fokussieren. In der letzten Woche waren unsere Trainingseinheiten sehr tough. Wir waren nicht stolz auf unsere letzte Leistung [in Vechta] und wussten, dass wir zuhause spielen und eine deutlich andere Attitüde zeigen und Leistung bringen müssen. Ich denke, dass wir heute das richtige Next-Man-Up-Mindset hatten und möchte eine gesonderte Anerkennung an meine Assistenztrainer [Kenneth Desloovere, Johs Andersen und Khee Rhee] aussprechen. Sie arbeiten seit einer ganzen Weile sehr hart und bekommen dafür oft wenig Anerkennung. Ich denke, dass sie den Gameplan sehr gut vorbereitet haben." |