Fotostand / Voelker.
Die Spielzeit 2025/2026 endet für die MHP RIESEN Ludwigsburg in den Play-Ins und mit einer 71:91-Niederlage in Rostock. Im Duell bei den Mecklenburg-Vorpommern sind die Schwaben vor 2.859 Zuschauer:innen nur in den ersten zwanzig Minuten solide bis gut (und siegfähig), nach dem Seitenwechsel ist das dritte Viertel sowohl bezeichnend als auch entscheidend. Die Schwaben werden Zehner – und beenden das Jahr am Freitag (15.05.; ab 18:00 Uhr) mit dem Season Closing im Foyer der MHPArena.
Der Ausfall von Elijah Hughes (verstauchter Knöchel nach Spieltag 34), der es beim Warm-Up zwar versuchte, letztlich aber passen musste, erschwerten für die Ludwigsburger um Mikko Riipinen die Ausgangslage, wirklich spürbar war die spielerische Abwesenheit des US-Amerikaners in den ersten zwanzig Play-In-Minuten aber nicht: Yorman Polas Bartolo (27:06 Minuten | 9 Punkte / 9 Rebounds) rückte in die Starting Five, Babacar Sane (16:06 | 3) in den Kader und auch Gavin Schilling (21:33 | 6) war neu und für Maxwell Dongmo Temoka mit dabei. Das Trio hatte ebenso wie Tray Buchanan, Brandon Tischler und Stef Smith, der direkt im ersten Abschnitt vier Assists spielte, allen Grund zur guten Laune: Ludwigsburg spielte als Team, verteidigte gut und beantwortete das SEAWOLVES-Teamplay immer wieder mit exzellentem Einsatz, gerade in der Verteidigung. Die Freiheiten für Bent Leuchten und D’Shawn Schwartz waren aber ärgerlich und ursächlich für den Rückstand (21:17, 10. Spielminute).
Während der Support der zwei Auswärtspiraten, die bereits vorab von der StadtHalle Szenenapplaus erhielten, über 40 Minuten fantastisch blieb, ließen die MHP RIESEN fortwährend nach. Beide Formationen nahmen dem Gegenüber die ersten Offensiv-Optionen weg, was bei den Gelb-Schwarzen in der Umverteilung der Verantwortlichkeiten mündete. Polas Bartolo und Tischler sorgten in dieser Phase für Zählbares aus der Distanz, die Mecklenburg-Vorpommern blieben aber eher in ihrem Rhythmus und verdientermaßen Front. Das Duell wurde zu einem Schlagabtausch mit offenem Visier, bei dem Julis Baumer das letzte Wort hatte. Der 19-Jährige sorgte per Buzzerbeater-Dreier für gelb-schwarze Stimmungsaufhellung (42:38, 20.).
Fotostand / Voelker
Der Baumer’sche Treffer sollte kein Momentum kreieren: Beginnend mit zwei nachgeholten Freiwürfen eines unsportlichen Fouls von Gavin Schilling aus der Schlusssequenz der ersten Halbzeit startete Rostock gut und setzte sich mit ebenso guten Entscheidungsfindungen ab (47:41). Die Ludwigsburger waren weiterhin kämpferisch präsent – zogen beispielsweise zwei Offensivfouls und räumten an den Brettern auf – konnten daraus aber kein Momentum kreieren. Anders die Hausherren: Lukas Kolenda, TJ Crockett und Schwartz warfen sich in einen Rausch. Vier Distanztreffer in Serie veränderten die Partie in Gänze. Das Duell war binnen weniger Zeigerumdrehungen eines nach Rostocker Gusto, während die Gäste sichtbar und umfassend in den Seilen hingen und in Hektik und Einzelteile zerfielen. Die Moral und der Einsatz stimmten, wirklich etwas entgegenzusetzen hatten die Barockstädter aber nicht. Zu selten generierten sie Positives im Angriff, zu selten war nur der Rebound ein Erfolgserlebnis, zu oft Rostock erfolgreich, zu oft der Ball im eigenen Korb und das Duell entschieden (67:47, 30.).
Das vierte Viertel war hierdurch nur noch eines von/mit statistischer Relevanz, was entsprechend schnell sichtbar wurde: Beide Mannschaften verwalteten das Ergebnis, vermieden körperliche Maximalleistungen, wussten mit beidseitig gefälliger Offensive, die mit 24:24 gleichmäßig daherkam, aber zu gefallen. Damit blieb entsprechend alles so, wie es war: Rostock und die 2.859 Zuschauer:innen feierten, Ludwigsburg war ohnehin bereits ernüchtert – und dann auch gebrochen. Die zweite Play-In-Teilnahme endet für die Barockstädter demnach nicht mit der erhofften Playoff-Teilnahme, sondern als Zehnter.
Final endet die Spielzeit dann mit einem letzten gemeinsamen Zusammenkommen der Mannschaft mit allen Gelb-Schwarzen: Am Freitag (15.05.; 18:00 Uhr) steigt das Season Closing; aufgrund der Wetterbedingungen nicht im Freien und im Hi.Francky, sondern im Foyer der MHPArena.
Für Rostock spielten: D’Shawn Schwartz 24 Punkte, TJ Crockett Jr. 15 / 6 Assists, Lukasz Kolenda 13, Bent Leuchten 13 / 6 Rebounds, Sid-Marlon Theis 7, Elias Baggette 6, Kassim Nicholson 6 / 5, DeAndre Lansdowne 4 / 6 / 5 Assists, Owen Klassen 3 / 6, Dominic Lockhart, Phillip Greene IV und Luis Wulff.
Für Ludwigsburg spielten: Stef Smith 12 Punkte / 7 Rebounds / 6 Assists, Brandon Tischler 11 / 8, Tray Buchanan 10, Yorman Polas Bartolo 9 / 9, Gavin Schilling 6, Julis Baumer 6, Jonas Wohlfarth-Bottermann 6, Toms Skuja 4, Keeshawn Kellman, Babacar Sane 3, Terrell Harris und Lenny Anigbata.
Mikko Riipinen | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg | "Glückwunsch an Rostock zum Weiterkommen in den Play-Ins. Das war heute, weit weg von Zuhause, ein schweres Spiel. Wir sind hierhergekommen, mit aller Energie, die wir hatten. Ich denke, dass wir eine gute erste Halbzeit gespielt haben, in der wir wirklich die Dinge umgesetzt haben, die wir uns vorgenommen hatten und im Vorfeld der Partie auf die Agenda gepackt hatten. In der zweiten Halbzeit haben wir viele okaye Würfe verworfen, viele Gelegenheiten verpasst, die uns in anderen Bereichen der Partie beeinflusst haben. Am Ende des Tages ist diese Partie sehr inkonsistent von uns gewesen – so wie das auch, leider, zu Großteilen dieser Saison war. Das war unser Downfall und deshalb waren wir für mein Empfinden in dieser Situation, weil wir inkonsistent waren. Ich bin stolz, dass unsere Gruppe alles gegeben hat, was in ihnen und in dieser Situation steckte. Das war heute aber einfach nicht genug." |
Przemysław Frasunkiewicz | Headcoach ROSTOCK SEAWOLVES | "Unsere letzten sieben Spiele waren beeindruckend. Vor sieben Spielen haben wir uns gesagt, dass es eine ‚Best-of-Seven‘-Finalserie für uns ist und dass wir vier Spiele gewinnen müssen. Wir sind 0-3 in diese Serie gestartet. Wir haben gekämpft und an uns geglaubt. Das heutige Spiel war Spiel 7 für uns. Ludwigsburg ist ein sehr harter, sehr athletischer und physischer Gegner. Wir haben dem Druck standgehalten, obwohl wir in der ersten Halbzeit einige Probleme beim Rebounding hatten. Wir sind zusammengeblieben, haben weiter an uns geglaubt und haben uns mit einem großartigen Sieg belohnt. Es ist unbeschreiblich, was meine Spieler heute geleistet haben." |