Resilienz-Könige mit Starter-Malus

Category News Date 2026-10-04 MHP RIESEN Ludwigsburg vs. VET-CONCEPT Gladiators Trier 80:94

Foto: Sascha Walther.

Die Stärken sind gestärkt, die Schwächen am 4. Spieltag für Ludwigsburg aber erneut zu viel des Guten. So kurz und knapp lässt sich der Oktober-Auftakt für die Schwaben zusammenfassen – und es sind erneut die ersten Minuten, die retrospektiv entscheidend sind. Denn die MHP RIESEN erlaubten sich auch gegen Trier einen denkbar schlechten Start. Zwar illustrierten die Moselstädter ab dem Sprungball die Lässigkeit des offensiven Seins, ließen Ball und Gegner laufen und trafen aus allen Lagen hochprozentig. Eli Brooks (21 Punkte) und Jordan Roland (20) waren dahingehend die wichtigsten Akteure. Die Mannen von Jacques Schneider verdeutlichten, dass sie eine seit zweieinhalb Jahren entwickelte, offensivstarke Highspeed-Einheit sind, die berechtigterweise zu den Top-4 gerechnet werden kann und dominierten ihre Match-Ups.

Wesentlicher als die Gäste-Brillanz war jedoch das gelb-schwarze Unvermögen: Die Barockstädter erlaubten sich zu viele Ballverluste (10 in HZ 1), eine schlechte Entscheidungsfindung beidseitig des Parketts (2/17 | 12 3P%) und den Gästen das Umsetzen des eigenen Gameplans (13:29, 10. Spielminute | 27:47, 20.). Den Hausherren war der Einsatzwille – sowie die Frustration über die bis dato eigene Leistung – sichtbar anzumerken. Bis auf Darius Perry sollte bis zum Seitenwechsel aber kaum einem RIESEN-Spieler etwas gelingen.

Small-Ball-Line-Up mit Cartier und Joplin in den Hauptrollen

Foto: Sascha Walther.

Nachdem Tommy Rutherford (14:03 Minuten), Jonas Wohlfarth-Bottermann (03:56) und Maxwell Dongmo Temoka (02:01) in den ersten beiden Vierteln gegen EJ Onu, Marten Linßen und Maik Zirbes zumeist körperlich das Nachsehen hatten und die RIESEN-Fünf symbolisch für die Chancenlosigkeit gegenüber den VET-CONCEPT Gladiators war, veränderte Cheftrainer Carles Durán die Herangehensweise in Gänze. Fortan agierten die Gelb-Schwarzen mit einem nominellen Power Forward auf der Fünf, weiteten das Feld und waren auch in der Pick-and-Roll-Verteidigung zur Stelle. All das war wirkungsvoll und die MHP RIESEN nun tonangebend. David Joplin (22 Punkte / 10 Rebounds) und Patrick Cartier (13) etablierten sich als die Initiatoren einer Aufholjagd, die umfassend begeisterte und den Hausherren erstmals in dieser Partie Siegchancen und Hoffnung gab (60:70, 30.).

Ludwigsburg war in der zweiten Halbzeit insgesamt besser, gleichwohl aber nur im dritten Viertel Trier überlegen. Die Gäste adaptierten, unterstützt von einem großartigen Fan-Block, im weiteren Verlauf erfolgreich, während sich die Schwaben immer wieder (nur) annäherten, insgesamt aber mehrere Momentum-gebende Aktionen vergaben. Elijah Hughes (0/6), Perry (2/10), Justin Kier (0/4) und Ish Leggett (0/3) ließen beste Gelegenheiten aus, während Trier insgesamt (41 3P%) seine Chancen zu nutzen wusste, was endgültig entscheidend war. Für die Entscheidung sorgte dann – ausgerechnet – Ex-RIESE Justin Simon, der in den letzten zwei Minuten fünf Zähler und einen Block beisteuerte und die Partie für seine Farben entschied.

Im maximal herausfordernden Auftakt-Programm steht Ludwigsburg wider Willen demnach nun bei 2:2, wird in der kommenden Woche erstmals außerhalb Süddeutschlands gefordert sein. Am nächsten Sonntag gastieren die Schwaben in Braunschweig (11.10.; 15:00 Uhr) – und haben bei den Basketball Löwen noch eine offene Rechnung zu begleichen.

Stats

Für Ludwigsburg spielten: David Joplin 22 Punkte / 10 Rebounds, Darius Perry 15 / 5 Assists, Patrick Cartier 13, Justin Kier 13, Ish Leggett 13 / 5 Rebounds, Tommy Rutherford 2, Maxwell Dongmo Temoka 2, Elijah Hughes, Yorman Polas Bartolo, Jonas Wohlfarth-Bottermann und Julis Baumer.

Für Trier spielten: Eli Brooks 21 Punkte / 8 Assists / 5 Rebounds, Jordan Roland 20, EJ Onu 11, Marco Hollersbacher 10 / 7 Rebounds, Justin Simon 9 / 9 Rebounds / 6 Assists, Moritz Krimmer 8, Austin Crowley 6, Marten Linßen 5, Maik Zirbes 4, Behnam Yakchali und Evans Rapieque.

Statements

Jacques Schneider | Headcoach VET-CONCEPT Gladiators Trier
"Unser Verhalten in der ersten Halbzeit, wie wir aufgetreten sind und verteidigt haben, war heute entscheidend. Wir hatten ein extrem gutes Mindset, haben nur 13 und 14 Punkte im ersten und zweiten Abschnitt zugelassen – und uns dadurch zur Halbzeit einen komfortablen Vorsprung [+20 | 27:47] erarbeitet. Das ist Basketball, und das Spiel geht nun mal 40 Minuten. Es war klar, dass Ludwigsburg irgendwann zurückkommen würde. Aus der Pause kommend waren sie in ihrem Small-Ball-Line-up extrem effizient. Das war extrem gut gecoacht! Wir haben uns zunächst gegen Pick-and-Pop schwergetan, es später aber über unser Switching besser in den Griff bekommen und deshalb auch das vierte Viertel gewonnen. Also: 30 Minuten dominiert und in meinen Augen deshalb auch zu Recht gewonnen."
Carles Durán | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Partie im ersten Teil verloren. Ich wiederhole mich: Unser Start ins erste Viertel war erneut sehr schlecht und ich weiß nicht weshalb. Das ist unser großes Problem für die nächsten Spiele. Wir müssen uns merklich steigern! Wir haben heute viele Fehler gemacht. In der zweiten Halbzeit war unser Effort fantastisch, wir haben versucht, viele Dinge zu verändern, haben im letzten Viertel und am Ende aber einige Fehler gemacht, als wir sehr nah dran waren. Dennoch: Trier war im gesamten Spiel besser als wir, das war demnach sehr schwer für uns [zu gewinnen]."
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