RIESEN-Lupe: Devon Daniels IV

Date 2026-03-08

Foto: Viktor Meshko.

15,8 PPG – 3,9 REB – 1,8 AST

Nach einem sehr ernüchternden Saisonstart und der Trennung von Guard Eric Reed Jr. mussten die Veolia Towers Hamburg ihre Saisonplanung über den Haufen werfen und einen neuen Plan schmieden. Eine Reaktion war gefragt, um den Abstieg zu vermeiden. Devon Daniels IV kam als Antwort im November aus Litauen nach Hamburg.

Schon in seiner Schulzeit war Daniels „the Man“. Die Highschool-Karriere begann in seinem Heimatstaat Michigan, bevor der Wechsel nach Kalifornien an die Justin Siena Highschool folgte. Dort lief er für die Partnerakademie Prolific Prep auf. 247Sports listete Daniels als Drei-Sterne-Rekrut und damit auch als 212. besten Spieler des Landes.

Die Utah Utes, die momentan den Ludwigsburger Jacob Patrick beherbergen, wurden Daniels‘ neues Team. Allerdings nur für ein Jahr. Für seine zweite Saison wechselte er zu North Carolina State, wo er aufgrund des Transfers für ein Jahr aussetzen musste. In Raleigh, NC legte er 11,7 Punkte und 2,9 Rebounds auf. Eine erfolgreiche Senior-Season blieb Daniels aber verwehrt, da ihm ein Kreuzbandriss einen Strich durch die Rechnung machte. Auch in der darauffolgenden G-League-Saison tat Daniels sich schwer und entschied sich für den Wechsel nach Europa.

Die erste Station für den Guard war Polen. Er unterschrieb bei PGE Spojnia Stargard und zeigte dort direkt sein Können. Mit 16 Punkten und 5 Rebounds machte er Werbung für sich. Im darauffolgenden Jahr lief er für den serbischen Erstligisten Spartak Subotica auf. Dort tat er sich deutlich schwerer und wechselte zum Ende der Saison nach Griechenland, wo er zwei Spiele für Erstligist Panionos bestreitet. Zum Start der 25/26 Saison ist der Mann aus Michigan dann bei Juventus Utena unter Vertrag. In der litauischen Liga spielte er acht Spiele und schraubte seine „Averages“ wieder nach oben. Den Hamburgern gefiel der Fortschritt und sie investierten in das Talent des 27-Jährigen. In der aktuellen Bundesliga-Saison kommt er auf 12 Spiele, von denen er sechs in der Starting Five stand.

In seinen ersten fünf BBL-Spielen kam der Amerikaner langsam in Schwung. Seitdem liefert er aber gute Zahlen. Mit 15,8 Punkten im Schnitt führt er die Hamburger an. Noch besser sehen die Statistiken aus, wenn man die ersten fünf Spiele ausklammert. Mit einem Saison-Bestwert von 32 Punkten gegen Würzburg beginnt die starke Phase Daniels. Gefolgt von mehreren 20+ Punkte-Partien kann er einen Punkteschnitt von 21,7 Punkten in den letzten 7 Ligaspielen verzeichnen. Mit so einem Punkteschnitt über die ganze Saison wäre der Amerikaner Top-Scorer der Bundesliga. Und das mit Abstand.

Kann der was?

Die Scoring-Fähigkeiten des Shooting-Guards sind auf Top-Niveau. Mit 1,96 m und 91 kg auf den Rippen, ist Daniels für seine Position gut gebaut und weiß seinen Körper zu nutzen. Trotz seiner Größe hat er einen enorm schnellen Antritt und kann dann durch seine exzellenten Finishing-Fähigkeiten auch mit hoher Prozentzahl abschließen. Sowohl mit der Rechten als auch mit der Linken. Den Floater und Pull-Up-Middie nutzt der Amerikaner ebenfalls als Waffe. Gerne auch aus dem Pick n Roll heraus. Die Defensiven der Konkurrenten können also nicht entspannen, sondern müssen auf alles gefasst sein. Daniels wirft knapp 33 % von Drei und zwingt seine Gegner konstant einen disziplinierten Closeout zu machen. Wenn das mal nicht der Fall sein sollte, zieht er gelassen an seinen Gegenspielern vorbei und kann dann auf ein großes Repertoire an Abschlussmöglichkeiten zugreifen.

Auch die Defensive des Hamburgers lässt sich nicht lumpen. Daniels verfügt über aktive Hände und ist stets bereit den Fastbreak einzuleiten, aber auch von Korb zu Korb den Ball zu tragen und abzuschließen. Im Schnitt klaut er den Gegnern einmal pro Spiel den Ball. Sein hohes Tempo kann er nicht nur „Downhill“ einsetzen, er ist auch lateral fix auf den Füßen. Das in Kombination mit seinen körperlichen Gegebenheiten macht ihn zu einem flexiblen Verteidiger, der die Positionen eins bis drei verteidigen kann.

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