RIESEN-Lupe: Ibi Watson

Date 2026-02-06

Foto: Christina Pahnke.

16,6 Punkte pro Partie | 4,3 Rebounds pro Partie | +13,7 Net Rating

61 Minuten stand Ibrahim Davis Watson-Boye, kurz Ibi Watson, in den diesjährigen Frankenderbys auf dem Court. Mit insgesamt 38 Punkten, 11 Rebounds und 5 Assists hat er große Anteile am Derby-Sweep gegen die Würzburger. Zum wiederholten Male konnte Watson seine Effektivität unter Beweis stellen. Der 28-Jährige befindet sich in der Blütephase seiner Profikarriere. Seit dieser Saison ist Watson Kapitän der Bamberger und wird intern als ruhiger Leader gesehen. Auf dem Spielfeld glänzt er mit Konstanz und eiskalter Effizienz.

Dennoch haben die RIESEN ein Ass im Ärmel. Trainer Mikko Riipinen kennt den Amerikaner bereits aus seiner Zeit in der Schwedischen Liga. Ibi Watson verbrachte ein Jahr bei Erstligist Boras Basket, während unser Coach die Norrköping Dolphins trainierte. Im Finale zog Watsons Team den Kürzeren. Das Team von Riipinen gewann die best-of-Seven-Serie mit vier zu eins.

Seine Schulzeit verbrachte der 1,97 m große Watson in Ohio. Erst an der Athens Highschool, wo er mit NFL-Star Joe Burrow zusammenspielte, dann an der Pickerington Highschool. Für seine College Karriere zog es ihn dann ins benachbarte Michigan, wo er 2 Jahre für die University of Michigan auflief. In dieser Zeit lernte er Moritz Wagner kennen, mit dem er bis heute ab und zu in Kontakt steht. Dann ging es für den jungen Spieler zurück nach Ohio. Nach seinem Transfer zu den Dayton Flyers musste er ein Jahr pausieren (redshirt Jahr), bis er wieder auf dem Platz stehen konnte. Als er jedoch sein College-Basketball-Comeback lieferte, ist er plötzlich Teil eines der besten Teams im ganzen Land. Mit Hilfe von NBA-Spieler Obi Toppin gewinnt Dayton die letzten 20 Spiele am Stück und muss sich in der Saison lediglich gegen die #1 gerankten Kansas Jayhawks geschlagen geben. March Madness blieb dennoch aus, da Covid-19 einen Strich durch die Rechnung machte.

2021 lief der Small Forward dann für das Affiliate-Team der Atlanta Hawks auf. Im folgenden Sommer zog sich Watson in einem Pro-Am Spiel eine schlimme Verletzung zu. Er brach sich nicht nur das Handgelenk, sondern auch einen Knochen im Sprunggelenk. Nach drei weiteren Spielen in der darauffolgenden G-League Saison wurde Watson im Dezember entlassen und wechselte nach Schweden. Dort legte er 21,7 Punkte, 4,9 Rebounds und 2,5 Assists auf. Über einen kurzen Aufenthalt in Kanada, zog es den Amerikaner dann nach Bamberg, wo er bereits einmal seinen Vertrag verlängert hat. Ob das ein weiteres Mal passieren wird, steht noch offen.

In dieser Saison ist Ibi Watson mit 16,6 PPG Platz 11 der besten Scorer in der Bundesliga. Der All-Rounder performt nicht nur in der Zone, sondern auch von außerhalb der Dreierlinie. Seine 38,5% Dreierquote bei 5,3 Versuchen helfen beim Spacing der Bamberger immens. NBA 2K würde Watson wahrscheinlich als 3-Level-Scorer einordnen. Missmatches im Post, Catch-and-Shoot Dreier und Pull-up Mitteldistanzwürfe sind nur ein paar der Facetten des Spiels des Bambergers. Physisch (1,97m, 91kg) ist Watson eine Macht auf dem Platz. Er ist ein solider Rebounder und generell ist seine Präsenz immer auf dem Court zu spüren. Diese bringt ihn 3,8-mal pro Spiel an die Freiwurflinie.

Mit Trikotnummer 2 auf dem Rücken und Ball in der Hand (26,8% USG) fühlt sich Watson wohl. In zentraler Position und auf der rechten Seite des Platzes sind seine Werte exzellent. Allein auf der linken Seite hat Watson leichte Probleme. Von dort trifft er „nur“ 32% seiner Versuche aus dem Feld.

Ob das auch gegen die Ludwigsburger der Fall sein wird, bleibt abzuwarten.

 

 

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