Foto: Tilo Wiedensohler.
2,01 m groß und satte 111 kg auf den Rippen. Damit ist „RJ“ Gunn der Prototyp Power Forward! Am 24.08.1999 wird Rodney Laurent Gunn Jr. im Großraum Columbia, South Carolina als Sohn von Rodney Sr. und Patricia Gunn geboren.
Basketball ist von Beginn an ein großes Thema – und öffnet viele Türen: In der High School läuft er für die Irmo Yellowjackets (SC) auf. Als Senior erzielt er 13 Punkte und 11 Rebounds pro Spiel. Seine College-Karriere beginnt in Division 2. Ihn zieht es in das benachbarte North Carolina, wo er für die Lenoir-Rhyne Bears aufläuft. Dort steht er vier Jahre auf dem Court und kann in seiner besten Saison für knapp 20 Punkte und 7 Rebounds sorgen. Dann folgt der Wechsel in Division 1. Für Gunn geht’s nach Pennsylvania. Die Duquesne University of Pittsburgh wird für die nächsten zwei Jahre sein neues zu Hause. Nach einem „Eedshirt“-Jahr folgt Gunns letzte College-Saison. In 23 Spielen macht er im Schnitt 8,1 Punkte, 3,4 Rebounds und 0,5 Blocks. Im NBA Draft 2023 wird er nicht ausgewählt. Stattdessen geht die Karriere in Europa weiter.
Sein erster Profivertrag führt ihn in die Niederlande. Leeuwarden ist seine Wahlheimat für eine Saison. Das Kraftpaket spielt dort 21,8 Minuten pro Spiel und zeigt mit 9,5 Punkten, 4,2 Rebounds und 1,4 Assists, dass sein Spiel auch in Europa funktioniert. Im darauffolgenden Sommer unterschreibt der Forward bei BK Inter Bratislava und hat prompt eine deutlich größere Rolle im Team. Statt 22 Minuten spielt er jetzt 32 Minuten. Die Zeit auf dem Parkett nutzte er, um seine Durchschnittswerte auf 14 Punkte und 7,5 Rebounds zu steigern. Der Scouting-Abteilung der Weißenfelser hat das gefallen. Im Juni unterschrieb er einen Einjahresvertrag bei den Wölfen.
Der damalige MBC-Trainer Marco Ramondino freut(e) sich auf den Neuzugang. Er sprach von einem guten Rebounder, der auch jenseits der Dreierlinie überzeugen kann. Betont wurde ebenfalls, dass Gunn auf mehreren Positionen eingesetzt werden kann und sowohl seine europäische Erfahrung als auch sein Entwicklungspotential dem Team weiterhelfen werden.
In der aktuellen Saison ist er für 6,6 Punkte und 3,9 Rebounds pro Spiel verantwortlich. Ein sehr solider Forward. Seine physische Präsenz ist enorm, weshalb er auch als Small-Ball-Center eingesetzt werden kann. Er stand in 16 seiner 17 Spiele in der Startaufstellung. Die hoch angepriesene Dreierquote konnte er in der Bundesliga bislang nicht unter Beweis stellen. Gunn verwandelt in dieser Saison 29,8% seiner 2,8 Dreierversuche pro Spiel. Dennoch ist ein disziplinierter close-out nötig, um den US-Amerikaner nicht heiß laufen zu lassen. 14 Punkte sind in dieser Saison bislang sein Bestwert. An seiner Präsenz unter dem Ring kann er noch arbeiten. Bis dato hat er nur zwei Blocks in der Saison vorzuweisen. Der 26-Jährige hat jedoch sicher noch einige Jahre Profibasketball vor sich in denen er sein volles Potential ausschöpfen kann.