Foto: Josh Hoffmann.
Wenn man die Frankfurter vor der Saison gefragt hätte, was ihr Saisonziel sei, hätten sie wahrscheinlich den Klassenverbleib angegeben – mit der Hoffnung, im Play-in-Rennen beteiligt zu sein. Nach der letzten Saison erschien das als berechtigt. Mit nur acht Siegen und 24 Niederlagen hatten sie Glück, dass (zuvor) keiner der Aufsteiger aus der ProA die Lizenz für die Bundesliga erhalten hatte. Dadurch entstand eine Situation, in der nur ein Team aus der Bundesliga absteigen musste – zum Glück der Frankfurter. So retteten sich die Hessen in ein weiteres Jahr Bundesliga, nachdem sie erst 2024 wieder in diese zurückgekehrt waren.
Im Hier und Jetzt können die SKYLINERS nach 24 absolvierten Spieltagen eine Bilanz von zehn Siegen und vierzehn Niederlagen vorweisen. Das sind jetzt schon zwei mehr als im Vorjahr und das Saisonziel damit in Reichweite. Mittlerweile konnten sie einen Abstand von acht Punkten auf die Abstiegsplätze aufbauen. Mit dem dreizehnten Platz scheint auch das Ziel des Play-In-Kampfs in Greifweite zu sein. Wenn man aber die Form der anderen Teams im Play-In-Kampf betrachtet, wirkt es eher, als würde die Saison der Frankfurter im Niemandsland enden. Der Vorsprung nach vorne ist zwar nur halb so groß wie nach hinten, dennoch scheint der Zug in die Play-Ins schon fast abgefahren. Hätte man den SKYLINERS das vor der Saison angeboten, hätten sie das wahrscheinlich trotzdem unterschrieben.
Jetzt beginnt die heiße Phase der Saison. Sonderlich gut drauf sind die Frankfurter aber nicht. Von ihren letzten zehn Spielen konnten lediglich drei gewonnen werden. Dazu muss gesagt werden, dass vier Partien davon gegen Top-Teams gespielt wurden. Mit zwei Niederlagen am Stück sind die Frankfurter im Zugzwang gegen die RIESEN. Normalerweise würde man erwarten, dass ein Auswärtsspiel da eher ein Nachteil sein sollte – Frankfurt hat aber mehr als doppelt so viele Spiele in fremder Arena wie zu Hause gewonnen. Die Heimbilanz lautet 3-9 während auswärts in sieben von 12 Spielen ein Sieg eingefahren werden konnte.
Headcoach Klaus Perwas hat aber seit Neustem ein Problem, mit dem keiner rechnen konnte. Nach der FIBA-Break entschied sich Top-Scorer Jaedon LeDee dafür, in den USA zu bleiben und nicht zurück nach Frankfurt zu fliegen. Mittlerweile ist der Amerikaner zwar wieder in Frankfurt, Teil des Teamtrainings ist er allerdings nicht. Dennoch trainiert LeDee individuell während er und der Sportvorstand der SKYLINERS versuchen eine Lösung zu finden. Ob er sein Comeback für die SKYLINERS feiern wird, sein Vertrag aufgelöst wird oder ein anderes Team Geld auf das Konto in Frankfurt überweist steht noch in den Sternen.
In zahlreichen Statistiken ähneln die Frankfurter unseren RIESEN. Sowohl Ludwigsburg als auch Frankfurt ziehen gerne und viele Fouls. Mit 22,7 Freiwürfen pro Spiel liegen die Hessen auf Platz vier der Liga, während Lubu sogar 24,8-mal an die Linie darf. Die SKYLINERS werfen aber eine sieben Prozent bessere Quote, was zu einem Gleichstand in der FTM (getroffene Freiwürfe) Spalte führt. 17 der 83,5 Punkte pro Spiel werden von der Freiwurflinie erzielt. Auch in der Gesamtpunktzahl liegen die RIESEN nur knapp vorne. Lediglich 0,5 Punkte mehr erzielen sie pro Spiel. Der Trend der ähnlichen Statistiken zieht sich weiter fort. Auch in Offensiv- und Defensivrating schenken sich beide Teams wenig. Beide haben ein fast identisches ORTG, im DRTG liegt das Team von Trainer Riipinen leicht vorne. Im Bereich Steals muss man aber scrollen, um beide Teams zu finden. Während Ludwigsburg eines der schlechtesten Teams in der Statistik ist (6,1 ST), sind die SKYLINERS ein Top-Team und liegen mit 8,1 Steals nur hinter Bayern und Ulm auf Platz drei. Natürlich lassen sich noch weitere Statistiken anfinden in denen beide Teams weit auseinander liegen, dennoch sticht die Ähnlichkeit beider Teams heraus. Das zeigt, wie eng das Mittelfeld der Bundesliga beieinander liegt.