Foto: Sascha Walther / Eibner.
Mit einem 86:82-Start-Ziel-Sieg und einer gehörigen Portion guter Laune gehen die MHP RIESEN Ludwigsburg in die Pflichtspielpause. Gegen den SYNTAINICS MBC sind die Schwaben über die vollen 40 Minuten in Front, agieren trotz 14-Punkte-Führung nicht immer souverän, insgesamt aber sehr solide. In der Crunchtime bringen mehrere Defensiv-Stopps, fünf zweistellige Scorer und eine hochprozentige Trefferquote vor den Augen von 3.792 Zuschauer:innen den verdienten Lohn.
Ludwigsburg feiert, Ludwigsburg hüpft, Ludwigsburg genießt. Den 11. Saisonsieg, den Konfettiregen, den Moment. Für die MHP RIESEN Ludwigsburg endet der Februar entsprechend versöhnlich – auch wenn die Schwaben im Vorfeld des After-Work-Features gegen den SYNTAINCS MBC erneut zwei personelle Hiobsbotschaften zu bewältigen hatte: Tray Buchanan (Reizung im Knie) und Johannes Patrick (verstauchter Knöchel) mussten verletzt passen. Das Fehlen des US-Amerikaners, als Hinspiel-32-Punkte-Held und Starting-Five-Akteur mit 100%-Quote, machte sich bemerkbar und brachte Toms Skuja und Babacar Sane, jeweils erstmals, in die Startformation. In dieser stehend startete der Erfahrenste direkt voll durch. Yorman Polas Bartolo scorte doppelt und sorgte gemeinsam mit Skuja für den 11:4-Start. Der SYNTAINICS MBC war an diesem Abend jedoch um keine Antwort(en) verlegen. Neu-Wölfe-Headcoach Milenko Bogicevic justierte die Seinen in einer Auszeit, was dafür sorgte, dass die Sachsen-Anhalter nach und nach ihren Rhythmus fanden. Sowohl an der Freiwurflinie (5/6) aus auch aus der Distanz trafen sie hochprozentig. Bei Letzterem tat sich Akeem Vargas mit zwei verwandelten Wurfversuche hervor, bei Ludwigsburg war der Teamverbund direkt voll da; auch Brandon Tischler hatte nach den ersten zehn Minuten sechs Punkte auf der Habenseite (25:22).
Tischler und Skuja führten ihre Farben auch danach an: Das Duo nutzte die Freiheiten, die Weißenfels gestattete, exzellent aus und baute gemeinsam mit dem nun aufdrehenden Elijah Hughes seinen Vorsprung schrittweise aus. Bis zum 43:29-Zwischenstand agierten die MHP RIESEN immer souveräner, was allen voran an der Energie und Einsatzfreude lag, doch das Momentum ging noch vor dem Seitenwechsel verloren. Der SYNTAINICS MBC veränderte seine Herangehensweise, fand immer wieder und einfacher den Weg in die Zone – und kam durch Kresimir Nikic auch zum Korberfolg. Beim Gang in die Kabinen konnte das RIESEN-Fazit zurecht positiv sein, offenbarte gleichzeitig aber auch Potenzial.
Einen Teil dieses Potenzials brachten die Hausherren direkt im Anschluss aufs Parkett: Sane traf mehrere Wurfversuche, Gavin Schilling scorte per Dunking durchaus spektakulär und Hughes verwandelte auch in schwierigen Momenten hochprozentig. Generell waren die Schwaben weiterhin gut und hielten ihren Vorsprung konstant zweistellig, anders als in der ersten Halbzeit waren die Gäste aber nun besser im Spiel, was Spencer Reaves fortwährend und Charles Callison mit fortschreitender Spieldauer verdeutlichte. Beide Wölfe-Guard sollten schlussendlich je 17 Punkte erzielen. Zuvor trat Jure Planinic nach Nikic-Vorbild aus Halbzeit eins in Erscheinung (68:59, 30.).
Angeführt von Kapitän Callison spielten die Sachsen-Anhalter im vierten Viertel ihren besten Basketball. Ludwigsburg benötigte diverse Momente – konkret bis zum 69:67-Zwischenstand –, um die Kontrolle zurückzuerlangen. Drei Defensiv-Stopps, allesamt alleine oder gemeinschaftlich durch Jonas Wohlfarth-Bottermann verantwortet, hielten das Geschehen ausgeglichen, ehe Sane das Geschehen wieder gen Gelb-Schwarz kippen ließ. Der Senegalese steuerte weitere fünf Punkte bei und sorgte für Entlastung, die Weißenfels nicht mehr zu stoppen vermochte. Einige RIESEN-Unkonzentriertheiten und ein spektakulärer Callison-Buzzerbeater von der Mittellinie brachten Ergebniskosmetik mit sich – am Ausgang änderte dies aber nichts mehr.
Der gefeierte 86:82-Erfolg, der 11. im 21. Pflichtspiel, festigt für die MHP RIESEN den aktuellen 9. Tabellenplatz und stellt im positiven Sinne wieder den Kontakt zur Top-6 her. Daran soll alsbald angeknüpft werden, wobei „alsbald“ im konkreten Fall nach der Pflichtspielpause bedeutet. Zunächst steht das BMW TOP FOUR im BBL Pokal (21./22.02.) und danach die nächste Phase der WM-Qualifikation (23.02. – 02.03.) auf der Agenda. Für Ludwigsburg geht’s Anfang März (06.03.; 20:00 Uhr) mit dem Derby in Ulm weiter.
Foto: Sascha Walther / Eibner.
Für Ludwigsburg spielten: Stef Smith 16 Punkte / 8 Rebounds / 5 Assists, Elijah Hughes 15, Toms Skuja 12 / 5 Assists, Babacar Sane 12, Yorman Polas Bartolo 11, Brandon Tischler 9 / 6 Rebounds, Gavin Schilling 5, Jonas Wohlfarth-Bottermann 3 / 5, Julis Baumer 3 und Maxwell Dongmo Temoka.
Für Weißenfels spielten: Spencer Reaves 17 Punkte, Charles Callison 17 / 5 Rebounds / 8 Assists, Jure Planinic 12 / 5, Kresimir Nikic 12, Akeem Vargas 6, Perttu Blomgren 5, Collin Welp 5, Andrew Harrison 4, RJ Gunn 4 und Moritz Heck.
Milenko Bogicevic | Headcoach SYNTAINICS MBC | "Ich möchte mich zunächst für die warmen Worte und den Empfang bedanken! Ich bin sehr glücklich und euphorisch darüber, dass ich zurück in Deutschland und in der easyCredit BBL bin! Meine Emotionen sind noch frisch. Aber ich freue mich, dass ich Teil dieses Klubs mit einem solch großen Herz und einer solchen Seele sein darf. Zum Spiel: Glückwunsch an Ludwigsburg und das Trainerteam. Sie haben die Partie sehr gut vorbereitet. Dennoch hatten wir unsere Chancen und deshalb möchte ich auch meine Spieler beglückwünschen. Wie sie reagiert haben! Ich denke, dass wir einige Schritte nach vorne gemacht haben. In der zweiten Halbzeit kann ich mit der Verteidigung zufrieden sein. Das ist das, was ich ein versucht habe, anzupassen. Die Energie war da und unsere Moral, nach Rückstand, ebenfalls. Wir sind zurückgekommen und auf dieses erste Spiel [unter meiner Ägide] kann ich, obwohl wir verloren haben, positiv blicken. Schritt für Schritt wird dieses Team, so hoffe ich, aus dieser Situation herauskommen." |
Mikko Riipinen | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg | "Ich bin stolz auf diesen Sieg! Wir mussten in den vergangenen zwei, drei Wochen durch Vieles hindurch: Krankheiten, Verletzungen, … Ich möchte keine Entschuldigungen anführen. Dennoch ist es natürlich anspruchsvoll, da hindurchzumüssen. Ich habe großen Respekt vor dem Mindset unserer Jungs. WoBo [Jonas Wohlfarth-Bottermann] hat heute Vormittag eine großartige Ansprache ans Team. Darüber, wie wir uns in dieser Partie uns einbringen und was wir von jedem Spieler benötigen würden. Es war sicherlich nicht alles perfekt. Einige taktische Dinge haben wir adaptiert und verbessert: Die Defensive gegen das spanische Pick-n-Roll, da haben wir einige Dinge angepasst. Das hat die Mannschaft gut gemacht, zuvor war das eine unserer Schwächen. Wir haben die Turnover erneut [12] niedrig und unter unserem Schnitt gehalten. Das ist gut! Wir hatten eine Freiwurfquote von 70% - das fühlt sich für uns wie 100% an. Das war natürlich auch positiv. In einigen Momenten können wir definitiv besser sein, da waren wir nicht konsequent und konzentriert genug. Da hätten wir das Spiel killen können. Es ist nicht einfach: Sie [SYNTAINCIS MBC] haben den Coach gewechselt, das ist in der Vorbereitung natürlich auch stressig für andere Trainerteams. Da zu wissen, was kommt, die Partien in Russland von ihm [Milenko Bogicevic] anzuschauen und zu wissen, was da kommt. Das ist gewissermaßen ein Ratespiel – mit guter Analyse und gutem Ausgang für uns. Nochmal: Ich bin stolz auf diesen Sieg!" |