Spieltag 16: Findungsprozesse im Direktduell

Category News Date 2026-01-16

Zwei Spiele, 20,0 Punkte, 53,8% aus dem Feld: Babacar Sane ist der aktuell formstärkste RIESE. Foto: Sandy Dinkelacker / Eibner.

Drei Erfolgserlebnisse in den vergangenen vier Pflichtspielen mitsamt der besten Saisonleistung in Bamberg: Die MHP RIESEN Ludwigsburg haben den Jahreswechsel erfolgreich bewerkstelligt und möchten nun beim Heimspiel-Doppelpack in der MHPArena gegen Bonn und Braunschweig nachlegen. Gegen die Telekom Baskets (17.01.; 18:30 Uhr | Restkarten-Kontingent) sollen die bereits in Franken gezeigten Qualitäten den Ausschlag geben.

Gute Laune, gemeinschaftliches Arbeiten, ganzheitlicher Ansporn für Mehr: Das Jahr 2026 hat für die MHP RIESEN Ludwigsburg im Großen und Ganzen sehr gut angefangen. Die Schwaben erleben aktuell, nach der Siegesserie im Oktober und November, die zweitbeste Phase der Hauptrunde – und sind gewillt, diese in den kommenden Partien zur bisher besten werden zu lassen. Die dahingehend ersten Schritte sind gemacht. Ohne den verletzten Keeshawn Kellmann, dafür aber mit einer grandios-gemeinschaftlichen Herangehensweise, brachten die Schwaben in der Vorwoche eine starke Leistung aufs Parkett. Ludwigsburg überzeugte. Nun soll dieser Moment keiner individueller bleiben, sondern etwas Dauerhaftes mit sich bringen. Selbstverständlich ist das aber leichter geschrieben als umgesetzt, weshalb Cheftrainer Mikko Riipinen und seine drei Assistant Coaches Kenneth Desloovere, Johs Andersen und Khee Rhee in diesen Tagen den Fokus ihrer Schützlinge weiter schärften. Mit den Telekom Baskets Bonn wartet schließlich das größte Januar-Kaliber.

Der Schwede blickt voraus: „Für uns wird es [wie üblich] wichtig sein, eine gute Teamverteidigung zu spielen, was bereits ab dem Zeitpunkt, an dem wir werfen, beginnt. Es ist sehr wichtig, in der Transition gut zu sein. Im Angriff müssen wir aggressiv sein, den Ball mit guten Pässen bewegen und sehr direkt sein, wenn wir den Pass erhalten. Zudem ist es natürlich wichtig, dass wir mit viel Energie zu Hause in Front unserer Fans, die uns in jeder Sekunde dieser Saison großartig unterstützen, spielen.“

Besagte Dinge gelangen in der Vorwoche beim Gastspiel in der brose ARENA bereits gut. Die Gelb-Schwarzen spielten 14 Assists, griffen sich 49 Rebounds und verbuchten ein Mehr an Feldwürfen (76:46), entschieden aber vor allem über die Defensive die Partie zu ihren Gunsten – und treffen nun mit dem zusätzlich erarbeiteten Selbstvertrauen auf einen ebenfalls selbstbewussten Gegner. Bonn ist, gemeinsam mit Trier (4. | 9 Siege / 5 Niederlagen) und Frankfurt (8. | 8 / 7), die Positiv-Überraschung der Saison. Die Rheinländer sind A) Sechster und B) der einzige easyCredit BBL-Klub der sich bereits doppelt mit dem FC Bayern Basketball duelliert hat – und das in der Vorwoche sehr gut machte. Nachdem die Bonner im vorverlegten Event-Spiel in Köln im Dezember „nur“ den Zuschauerrekord und 18.713 Fans feiern konnten, beim 55:83 aber chancenlos waren, gab’s am zurückliegenden Sonntag im BWM Park ein Duell auf Augenhöhe. Das bayerische Happe End (66:63) war vermeidbar, dennoch stimmt die Tendenz der Magenta-Weiß-Schwarzen aber allemal.

rheinländische Konstanz

Seit der Amtsübernahme von Headcoach Marko Stankovic im Januar 2025 zeigt die Entwicklungskurve steil nach oben, die vergangene Spielzeit wurde würdig im Mittelfeld (14. | 14 / 18) beendet, im Sommer die neue Ära weiter konkretisiert. Der Kader wurde einer Frischzellenkur unterzogen mit klaren Job-Profilen sowie Zwei-Jahres-Prognosen (und Verträgen) ausgestattet. In dieser Saison ist erst einmal Rebuild angesagt. Kurzfristig möchte Bonn zurück in die Postseason und ins internationale Geschäft. Ein Ziel, das gleichermaßen ambitioniert und realistisch ist – vor allem dann, wenn die sportliche Konkurrenz auf Augenhöhe, die Klubs im immens breiten Mittelfeld der Tabelle, fortwährend bezwungen wird. Bonn gelingt dies. Die erklärbaren Ausnahmen im Entwicklungsprozess – die Niederlagen in Braunschweig (89:80) und in Weißenfels (84:77), bei damals extrem formstarken Wölfen – sind an zwei Fingern abzählen. Ansonsten gilt: Bonn verliert gegen die Top-5 der Tabelle (mit Ausnahme des 81:79-Sieges gegen Ulm) und gewinnt gegen alle anderen Klubs der Beletage des deutschen Basketballs. Eine sehr gute Konsequenz, wenn’s mit den Play-Ins oder -Offs klappen soll.

Vergleichbarkeiten an Rhein und Neckar

Neben dem aktuell verletzten Jonathan Bähre reisen die Telekom Baskets, wie erwähnt, mit neuformierter Mannschaft an, die durch ihre Ausgeglichenheit und das viertbeste Defensivrating der Liga (103,2 | Ludwigsburg: 7. / 108,3) überzeugt.

Riipinen sagt dazu: „Bonn ist eine Mannschaft, die sehr strukturiert und sehr konsistent agiert. Sie verteilen die Punkte auf viele Spieler auf“.

Die Eingespieltheit, klare Rollen und eine vordefinierte Startformation sind in Kombination die Stärke der Bonner. Namentlich: Point Guard und MVP-Kandidat Grayson Murphy (11,6 Punkte / 4,9 Rebounds / 7,1 Assists), Tylan Birts (11,7 / 4,5), Jeff Garrett (11,7 / 4,5), Alijah Comithier (12,7 / 3,4), Joel Aminu (7,7 / 3,0), Michael Kessens (7,3 / 6,6), Kur Jongkuch (6,5 / 4,3) und Patrick Heckmann (4,5 / 2,8).

Im tabellarischen Nachbarschaftsduell treffen am Samstag zwei Klubs mit erfolgreich erledigten Umbrüchen im ersten Jahr ihrer neuen Ära aufeinander. Während Bonn davon profitiert, dass diese Weichenstellung(en) bereits im vergangenen Januar eingeleitet wurden und der gesamte Klub die nächste Epoche und den Generationenwechsel vollzieht, ist Ludwigsburg auf einem ähnlich guten Weg.

Zahlenspiele zum 16. Spieltag | #LUDBON

44. – der Scoring-Liste und damit ein Aushängeschild der mannschaftlichen Ausgeglichenheit: Alijah Comithier. Ludwigsburg ist dahingehend konträr und spitzenlastiger aufgestellt – Tray Buchanan (5.), Elijah Hughes (10.) und Stef Smith (26.) sind in diesem Ranking zuvor.

-0,3 vs. +2,1 – im NET-Rating: Ludwigsburg und Bonn sind in der Differenz unterschiedlich unterwegs, die Telekom Baskets dahingehend aber besser. Falls gute Omen nötig sind: Für Bamberg (+4,5) galt dies aber auch.

7 – fach in Serie wird die MHPArena, aller Voraussicht nach, am Samstag ausverkauft sein.

Informationen

MHP RIESEN Ludwigsburg vs. Telekom Baskets Bonn

Samstag, 17.01.2026, Tip-Off 18:30 Uhr

MHPArena, Schwieberdinger Straße 30, 71636 Ludwigsburg

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