Foto: René Hudl.
Die Verfolger distanziert, tabellarisch geklettert und den Anschluss an die Top-6 hergestellt: Der März verlief für die MHP RIESEN Ludwigsburg nicht perfekt, das Endergebnis ist aber dennoch ziemlich ideal. Nach aufeinanderfolgenden Erfolgserlebnissen starten die Schwaben am Mittwoch (01.04.; 20:00 Uhr) gegen Chemnitz selbstbewusst und voller Tatendrang in den April.
Die Ferien machen’s möglich, in dieser Woche ist der RIESEN-Fokus umfassend in der MHPArena: Trainings- und Videoeinheiten, Abläufe, Spieltagselemente, … in der ohnehin kurzen Woche können die Gelb-Schwarzen den Heimvorteil komplett nutzen und müssen nicht in die Kugel- oder Rundsporthalle ausweichen. Das ist in vielerlei Hinsicht grandios und im Sinne der Vorbereitung auf das Chemnitz-Duell sehr hilfreich. Die Relevanz des Duells zwischen dem Siebten und dem Zehnten der Tabelle ist immens, allen voran deshalb, da sich beide Klubs noch berechtigte Hoffnungen in Richtung Playoffs und/oder Play-Ins machen dürfen. Bei der aktuellen Lage der Tabelle und der Hauptrunde ist es durchaus im Bereich des Erwartbaren, dass es auch beide Klubs in die Postseason schaffen können. Ein Sieg im Direktduell wäre dahingehend extrem hilfreich, vor allem dann, wenn der Blick weiterhin gen Top-6 gehen soll und emotional großartig, da die Ludwigsburger Wiedergutmachung betreiben möchten. Die 88:111-Niederlage im Hinspiel ist, gemeinsam mit den Gastspielen in Berlin und Vechta, die schmerzhafteste Pleite im Verlauf dieser Spielzeit.
„Chemnitz ist ein sehr talentiertes Team und spielt sehr aggressiv in Angriff und Verteidigung,sie sind ein sehr erfahrenes Team. Der physische Teil des Spiels wird sehr wichtig sein“, sagt Cheftrainer Mikko Riipinen. „Für uns wird es sehr wichtig sein, in unserer physischen Verteidigung konsistent zu sein und gleichzeitig diszipliniert zu bleiben. Wir wollen im Angriff schnell spielen und so viele gute Würfe wie möglich früh in der Schussuhr bekommen – dafür müssen wir gut in der Verteidigung und im Rebounding sein. Im Angriff müssen wir aggressiv sein und gemeinsam den Druck aushalten, um gute Chancen zu kreieren und sie gemeinsam zu nutzen. Was war, ist vorbei und wir müssen die richtige Einstellung haben und während des gesamten Spiels beharrlich bleiben. Zu Hause müssen wir viel Energie aufbringen!“
Für das Maximum an Energie sorgen kann ab sofort auch Terrell Harris (alle Informationen zum Wechsel). Der US-Amerikaner ist seit Montag in Ludwigsburg, absolvierte am Dienstag alle notwendigen medizinischen Untersuchungen und Check-Ups und ist ab Mittwoch, pünktlich zur Transfer- und Meldedeadline in der easyCredit BBL, spielberechtigt. Bis dahin wird Veteran seine neuen Teamkameraden etwas besser kennengelernt haben, was er von Chemnitz erwarten kann, weiß Harris allemal. Von 2019 bis 2021 lief er für die NINERS unter Headcoach Rodrigo Pastore auf. Die Rückkehr nach Deutschland beinhaltet folgerichtig ein Wiedersehen, ob auf oder nur neben dem Parkett entscheidet sich am Spieltag und ist damit ein Symbol: Fortan können Riipinen und das Trainerteam auf einen weiteren Akteur zurückgreifen. Der angestrebte Postseason-Push erhält Nachdruck.
Selbiges gilt auch für die Sachsen, die ihr Aufgebot seit dem vierten Spieltag deutlich veränderten: Kaza Kajami-Keane (mittlerweile Braunschweig), Ty Brewer (Kasan) und Robbie Beran Jr. (Porto) verließen seither die „OrangeArmy“. Gavin Schilling kam später, ging früher und spielt mittlerweile in Ludwigsburg. Ebenfalls nun mit dabei sind Jordan Schakel (kam aus Oostende) und Eric Washington (Jena). Aher Uguak, Roman Bedime und Jordan Newman III fehlten beim ersten Duell verletzt, sind nun aber allesamt mit dabei.
Sie alle eint, dass die stadtinterne und ligaweite Erwartungshaltung an die NINERS eine weitaus höhere war und ist. Chemnitz wurde vor dem Saisonstart ein Top-4-Finish und die Playoffs im BKT EuroCup zugetraut. Ersteres ist noch möglich, allerdings mit einer 12:13-Bilanz in weiter Ferne. Zweiteres gelang, direkt danach setzte es im Achtelfinale in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana aber eine 65:73-Niederlage und das Aus.
Foto: Sascha Walther / Eibner.
Nun soll in der easyCredit BBL die Aufholjagd mit einer nach oben offenen Playoff-Vorfreude-Skala gestartet werden, deren Beginn im März gleichermaßen ge- wie misslang: Auf die Big-Point-Siege in Rostock (73:78) und gegen Oldenburg (95:85) folgten Pleiten in Würzburg und Vechta sowie die Konsolidierung auf Rang zehn. Dort rangierend hat Chemnitz alles in der eigenen Hand, muss nun aber zusehen, dass es weitere Siege nachlegt. Aus Sicht von Kevin Yebo (15,6 Punkte / 6,0 Rebounds), Amadou Sow (14,3 / 6,9), Corey Davis (12,2 / 7,0 Assists), Nike Sibande (11,1) und Yordan Minchev (11,0 / 6,7 Rebounds) soll das Gastspiel in der MHPArena ein Schlüsselspiel mit Saison-Dietrich sein – der die Tür in Richtung Postseason weit aufstoßen würde.
Der NINERS-Restspielplan mitsamt allen Top-5-Teams hat’s auf jeden Fall in sich, sodass die Ehrlichkeit vergleichbar mit der bei den MHP RIESEN ist: Wenn die Meisterschaftsendrunde (lies: die Playoffs) erreicht werden, war’s ein hartes Stück Arbeit und keinesfalls Spielplan-Glück und/oder Zufall. Wichtig ist das Duell, von dem beide Klubs bisher je sechs für sich entschieden, für beide Seiten.
Stichwort wichtig: Da gibt’s natürlich viele Hinweise, zunächst einmal drei. A) In Kooperation mit Caterer Schräglage, Stuttgarter Hofbräu und den Barock Pirates Ludwigsburg gibt’s ab der Hallenöffnung (18:30 Uhr) und solange der Vorrat reicht, mehrere hunderte Liter Freibier. B) Als Teaser für den Inklusionsspieltag (11.04.) wird Marcel Friederich Spieltagsgast der Schwaben ein. Der ‚Mutmacher‘ ist in vielerlei Hinsicht ein begeisternder Gast sowie Buchautor und wahrlich ein Gesprächspartner für grandiose Minuten im Foyer und/oder auf dem Parkett (in der ersten Viertelpause). C) Überträgt Dyn das mit Spannung erwartete Duell live, exklusiv und mit Kommentator Florian von Stackelberg – 19:45 Uhr geht’s los.
200 – Pflichtspiele im Trikot der MHP RIESEN Ludwigsburg wird Jonas Wohlfarth-Bottermann am Mittwoch absolviert haben, sobald er das Parkett betritt: Der 36-Jährige, der im vergangenen Heimspiel gegen Frankfurt seine Vertragsverlängerung verkündete, feiert demnach einen persönlichen Meilenstein.
112,5 / 113,5 – im Offensiv- und Defensivrating: Chemnitz ist in dieser Saison statistisch ungewohnt unterwegs. Die Sachsen brillieren mit dem siebtbesten Angriff der Liga, sind defensiv aber A) schwächer und B) nur auf Platz 13 zu finden.
5:6 – Bilanz it is: Von den bisherigen Duellen gewann Chemnitz und Ludwigsburg derer fünf, meist überlegen war das Heimteam.
MHP RIESEN Ludwigsburg vs. NINERS Chemnitz
Mittwoch, 01.04.2026, Tip-Off 20:00 Uhr
MHPArena, Schwieberdinger Straße 30, 71636 Ludwigsburg
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