Foto: Sascha Walther / Eibner.
Das diesjährige Osterfest beinhaltet für die MHP RIESEN Ludwigsburg ein Gastspiel in der SWT Arena. Am Montag (06.04.; 16:00 Uhr) sind die Schwaben erstmals seit Januar 2015 in Trier gefordert und möchten am Moselufer bei weiterhin form- und heimstarken VET-CONCEPT Gladiators den vierten Sieg in Folge feiern.
97:65 gegen Frankfurt, 81:79 in Bonn, 87:79 gegen Chemnitz: Drei Partien, drei Schlüsselduelle, drei Siege und als Belohnung sowohl der Sprung als die Etablierung auf dem siebten Tabellenplatz. Keine Frage, die Laune der MHP RIESEN Ludwigsburg ist aktuell berechtigterweise sehr gut. Das Tableau der easyCredit Basketball Bundesliga illustriert gleichermaßen die Formstärke als auch die Notwendigkeit des Nachlegens für die Gelb-Schwarzen. Viel zitiert ist in diesem Zusammenhang die J.J. Watt zugeschriebene Aussage, dass Erfolg keine dauerhafte Eigenschaft ist, sondern ständig neu erarbeitet werden muss. Um es zu konkretisieren: Ludwigsburg ist mit einer 15:11-Bilanz Siebter und hat den Vorsprung auf das hintere Tabellenmittelfeld ausgebaut, muss aber auch in Trier (15:12) gewinnen, um weiterhin Siebter zu bleiben.
Eine Herausforderung, der sich die Gelb-Schwarzen sehr gerne stellen werden, schließlich winken neben einem weiteren Schlüsselduell-Erfolg auch zweierlei Boni. Sowohl der Direktvergleich (aktuell -6) als auch der Sprung in die Top-6 (aktuell punktgleich mit Würzburg) sind an diesem Spieltag im Bereich des Möglichen. Aber, um noch ein Zitat passend anzubringen, das Fell des Bären sollte nicht verteilt werden, bevor dieser erlegt ist – und Trier ist zweifelsohne ein amtlicher Bär.
„Trier ist ein sehr schnell spielendes Team. Sie agieren sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung sehr aggressiv“, analysiert Cheftrainer Mikko Riipinen. Mit Blick auf seine Schützlinge ergänzt er: „Wir müssen uns gemeinsam auf die physischen Aspekte der Verteidigung konzentrieren und gleichzeitig diszipliniert bleiben. Im Angriff müssen wir präsent sein und gemeinsam gute Chancen nutzen, um diese zu nutzen. Wir müssen verstehen, dass uns die bisherigen Strategien nicht weiterhelfen. Wir müssen das ganze Spiel über mit allen Akteuren hart arbeiten, beharrlich bleiben, als Team zusammenhalten und uns auf unsere Spielstrategie konzentrieren.
Das Gastspiel beim exzellent aufspielenden Aufsteiger, der schon längst das Saisonziel Klassenverbleib gen Postseason-Qualifikation nach oben korrigiert hat, wird aller Voraussicht nach eines mit viel Tempo werden. Trier agiert mit der höchsten Pace der Liga, Ludwigsburg folgt auf Rang drei. Stolze 80,3 Ballbesitz-Phasen generieren die Gladiatoren pro Partie, bei den Gelb-Schwarzen sind es durchschnittlich 77,1. Zahlen, die beidseitig mit schnellen Abschlüssen, nicht aber immer mit einem fehlerfreien Umgang mit dem Spielgerät einhergehen. Trier verursacht ligaweit die meisten Ballverluste (17,0), Ludwigsburg folgt direkt dahinter (16,2), reduzierte die Anzahl im Saisonverlauf aber bereits signifikant. Einzelne Ausnahmen wie am vergangenen Mittwoch gegen die physische Chemnitzer Verteidigung schwächen diesen Trend jedoch ab.
Mit Blick auf das Hinspiel und den 86:80-Sieg der Trierer in der MHPArena waren Anfang Dezember andere Zahlen entscheidend. In einem ausgeglichenen Duell mitsamt 13 Führungswechseln waren Jordan Roland (22 Punkte / 18,9 pro Partie), Eli Brooks (13 / 8 Assists) sowie die Feldwurfquote (47,5%) der Gäste entscheidend. Ludwigsburg hatte bei den Comebacks und dem Debüt von Stef Smith, Johannes Patrick, Julis Baumer und Darnell Edge sowie in Abwesenheit von Toms Skuja und Elijah Hughes trotz Rebound-Vorteilen das Nachsehen. Im Rückspiel werden vier dieser Akteure sicherlich erneut/erstmals tragende Rollen einnehmen. Für Patrick kommt ein Einsatz noch zu früh, bei Tray Buchanan, der aufgrund einer seit mehreren Wochen vorhandenen Knieblessur gegen Chemnitz geschont wurde, sowie bei Gavin Schilling und Yorman Polas Bartolo wird sich die Verfügbarkeit kurzfristig entscheiden.
Foto: Sascha Walther / Eibner.
Gleichzeitig ist die Next-Man-Up-Mentalität für Ludwigsburg ohnehin schon zum Erfolgsfaktor geworden. Maxwell Dongmo Temoka und Lenny Anigbata machten dahingehend am Mittwoch (#LUDCHE) respektive Freitag (#BONLUD) einen exzellenten Job. Darüber hinaus feierte Terrell Harris ein beachtliches Debüt. Rund 48 Stunden nach seiner Ankunft in Deutschland wurde der 32-Jährige mit 16 Punkten, 5 Assists, 2 Steals und 2 Rebounds zu einem Schlüsselfaktor. Nun möchte er gemeinsam mit seinen neuen Kollegen auch in der Fremde siegen.
Bei den VET-CONCEPT Gladiators haben sich seit dem ersten Aufeinandertreffen ebenfalls einige Gesichter verändert. Steven Ashworth ersetzte den abgewanderten Brooks (nun Manresa), George King Dexter Akanno (Caen), auch Behnam Yakchali und JJ Mann sind (diesmal) einsatzfähig. Hinter Ashworth und Flügel Nolan Adekunle stehen aufgrund von im März erlittenen Außenbandverletzungen aber noch kleinere Fragezeichen. Mit ihrem etatmäßigen Point Guard und dem Neu-Nationalspieler sind die Gladiatoren natürlich nochmals stärker. Dass sie in eigener Halle eine Macht sind, bewiesen sie aber auch ohne das Duo. Parallel zum RIESEN-Sieg gegen Chemnitz wurde Würzburg eine 102:90-Packung verpasst, die die Plätze sechs, sieben und acht in der Tabelle zusammenrücken und die Heimbilanz auf 9:4 anwachsen ließ. Der größte Trumpffaktor ist, neben den 5.400 Fans und exzellenter Stimmung, die ligaweit beste Offensive. 90,9 Zähler markiert die Mannschaft pro Partie, 10 (!) Hunderter packten die Grün-Weiß-Orangenen in 30 absolvierten Pflichtspielen in dieser Saison aufs Parkett.
Da trifft es sich gut, dass die Ludwigsburger mit einer sehr guten Defensive (108,1 DRTG), großem Selbstvertrauen und sehr überzeugenden Auftritten im Kurzzeitgedächtnis gen Rheinland-Pfalz reisen werden. Das Duell und die Ausgangslage sind gleichermaßen vielversprechend wie spannend – und sorgen für einen österlichen Livestream-Leckerbissen, den es natürlich live und exklusiv bei Dyn zu sehen geben wird. Christoph Knieper ist der Kommentator des Tages und ab 14:45 Uhr auf Sendung.
2 – ehemalige Ludwigsburger sind im vierköpfigen Trainerteam der Trierer: Philipp Staiger und Toni Orlovic. Letzterer wechselte erst im Februar zu den VET-CONCEPT Gladiators und trifft damit erstmals auf seine ehemaligen Kollegen.
+3 – oder eine größere Zahl steht in der easyCredit BBL nur hinter einem Klub: Ludwigsburg. Aufgrund der Bamberger 93:96-Niederlage in Vechta (bis dahin +6) verfügen die MHP RIESEN über die längste Erfolgsserie der Liga.
19 – Spieler setzten die MHP RIESEN Ludwigsburg im bisherigen Saisonverlauf ein. Nach dem Debüt von Terrell Harris und der Transferdeadline kommt dahingehend auch kein weiterer mehr dazu. Einzig die drei Doppellizenzler Abdulhay Kömürkara (#35), Marko Masic (#36) und Lars Danziger (#42) könnten, da registriert, noch zusätzlich auflaufen.
Informationen
VET-CONCEPT Gladiators Trier vs. MHP RIESEN Ludwigsburg
Montag, 06.04.2026, Tip-Off 15:00 Uhr
SWT Arena, Fort-Worth-Platz 1, 54292 Trier
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