Spieltag 29: Inklusionsspieltag und Back-to-Back-Tabellenspitze

Category News Date 2026-04-10

Foto: Sascha Walther / Eibner.

Eine weitere Drei-Spiele-Woche liegt vor den MHP RIESEN Ludwigsburg und sie könnte für die Schwaben nicht herausfordernder sein: Die Barockstädtern fordern Berlin, reisen zum Tabellenersten nach München sowie zu den akut abstiegsbedrohten und demnach zum Siegen verdammten Heidelbergern. Bevor es doppelt in die Fremde geht, richtet sich der Blick auf und in die MHPArena. Ebenda gastiert am Samstag (11.04.; 18:30 Uhr) ALBA BERLIN und das ‚Who is Who‘ von #ungehindertRIESIG – das Heimspiel gegen die Hauptstädter steht im Zeichen von Inklusion.

Hinter Ludwigsburgs Basketballer liegt eine emotionale Woche. Frust, Enttäuschung und zu gewissen Teilen auch Wut begleiteten die MHP RIESEN Ludwigsburg in den letzten Tagen. Die Partie in Trier wirkt(e) nach und lässt sich ganzheitlich sicherlich am ehesten mit einem „Wir sind doch wohl besser als das?!“ zusammenfassen. Zweifellos waren die VET-CONCEPT Gladiators Trier gut bis sehr gut und erhielten kurz vor Spielbeginn mit der kommunizierten Vertragsverlängerung ihres Schlüsselspielers Jordan Roland zusätzlich nochmals einen für die Gelb-Schwarzen nicht zu kontrollierenden Schub, der die Hausherren beflügelte. Dennoch bleibt die Ludwigsburger Erkenntnis aus dem Ostermontag unverändert: Wer in die Postseason möchte, muss besser spielen, agieren und handeln, als es die Gelb-Schwarzen am Moselufer taten. Dass sie dazu allemal in der Lage sind, bewiesen sie zuletzt und zuvor mehrfach. Allen voran die Siege in Bonn und Chemnitz bewiesen das, sind nun aber endgültig in der Vergangenheit verankert.

Der Blick geht in die nahe, samstägliche Zukunft und auf ein Match-Up, das ebenfalls einen emotionalisierten Kontrahenten beinhaltet: Am Mittwoch schied ALBA BERLIN aufgrund einer 85:88-Niederlage und per 0:2-Sweep aus der Basketball Champions League aus. Das Erreichen des Viertelfinals im Sommer nach dem Umbruch und dem Aus in der Turkish Airlines EuroLeague ist ein beachtlicher Zwischenschritt – und machte in der Art und Weise den Hauptstädtern in den vergangenen Monaten viel Freude. Dass es gegen das favorisierte Málaga nicht für mehr reichte, ist sicherlich verkraftbar, mit einer Reaktion wird am Samstag in der MHPArena aber zu rechnen sein. Als drittletzter Klub kann sich Berlin nun ausschließlich auf den nationalen Wettbewerb fokussieren, möchte im Hauptrunden-Endspurt den zweiten Tabellenplatz (19 Siege / 8 Niederlagen) konsolidieren. In Anbetracht dessen, dass der FC Bayern Basketball (20 / 5) zuletzt drei Liga-Spiele in Folge abgab, scheint die Resthoffnung in Richtung Tabellenspitze durchaus berechtigt.

Wut im Bauch x2

Wichtiger jedoch als der Blick gen Spitze dürften für Pedro Calles und Co. der Blick auf den Dritten (Bamberg: 18 / 10) und Vierten (Bonn: 18 / 11) sowie der Genesungsprozess der Akteure sein. Immer wieder sorgten Verletzungsproblematiken für neue Herausforderungen, allen voran die Abwesenheit von Martin Hermannsson schmerzte. Immerhin: Der Isländer feierte am Mittwoch sein Comeback (19:16 Minuten) und ist neben Justin Bean (11,2 Punkte / 5,6 Rebounds) der wichtigste Berliner. Im Hinspiel und im Saisonverlauf ebenfalls auffällig: Jack Kayil (12,2) und Malte Delow (10,0). Während die internationalen Spots in Berlin in diesem Jahr eher unauffällig im Scoring daherkommen, ist das Guard-Duo ein großer Faktor für die erfolgreiche Saison in BCL, easyCredit BBL und BBL Pokal. Bei Letztgenanntem setzte es im Finale eine 72:74-Niederlage gegen Bamberg. Ein weiterer Grund, weshalb die Albatrosse zu Unrecht etwas unter dem Radar fliegen: Während München erwartbar gut sowie Bamberg und Bonn beachtlich stark agieren, sind die Hauptstädter nicht weniger gut – nur eben seltener im Mittelpunkt der Berichterstattung. Ein Fakt, den die Blau-Gelb-Weißen nach der erheblich ausbaufähigen Vorsaison (Platz 7: 18 / 14) und x-fachen Abgesängen sicherlich ganz gut finden.

Das Worst-Case-Spiel

Foto: Tilo Wiedensohler.

Ludwigsburg hat derweil die Berliner Stärke spätestens seit Dezember vor Augen. Die 47:80-Niederlage im Hinspiel war eine der schwächsten Leistungen der Schwaben: Wenige Stunden nach dem Heimerfolg gegen Jena agierten die MHP RIESEN in der Hauptstadt ideen-, konzentrations- und korblos, verloren Elijah Hughes mit einer Verletzung, die sich später glücklicherweise als weniger gravierend herausstellte und die Partie mit 33 Zählern Differenz deutlich. Auch hier galt: „Wir sind doch wohl besser als das?!“

Zweifellos sind das die Gelb-Schwarzen, nichtsdestotrotz aber natürlich der Außenseiter. Dafür aber ein sehr ambitionierter: Die historische Siegquote gegen Berlin (28,1%) mag ausbaufähig sein, in eigener Halle sind die RIESEN deutlich stärker (43,6%) – und werden den Calles-Schützlingen auch am Samstag ein veritabler Widersacher sein.

Personell gibt’s dahingehend nur Positiv-Meldungen: Der in Trier krank ausgefallene Keeshawn Kellman ist fit, Gavin Schilling und Yorman Polas Bartolo erlebten eine weitere, solide Trainingswoche, die auf dem Weg zurück zu alter Stärke sicherlich hilfreich ist; auch Tray Buchanan und Johannes Patrick sind auf dem Wege der Besserung.

Weitere und wirklich wichtige Nachrichten gibt’s rund ums Parkett, hinter den LED-Banden, im Foyer, … in der kompletten MHPArena! Der vierte Inklussionsspieltag beinhaltet natürlich wieder ein #ungehindertRIESIG-XXL-Feature, dass das frühzeitige Kommen, Ausprobieren, Mitmachen lohnt: Die Nikolauspflege Stuttgart, MANN+HUMMEL, der Autismus Kompass Ludwigsburg e.V., der VfR Ludwigsburg, die Stiftung Karlshöhe Ludwigsburg, der TV Markgröningen und Aufwind e.V., sind allesamt mit großartigen Aktivitäten für Klein und Groß – darunter Rollstuhlbasketball, Boccia oder Braille-Schrift-Legen zum selbst Ausprobieren – mit dabei. Also: Ab Hallenöffnung um 17 Uhr geht’s vielfältig zur Sache rund und in der Halbzeitpause ebenfalls. Der IUFC Winnenden, seines Zeichens inklusiver Fußballverein aus dem Rems-Murr-Kreis, tauscht während dem 15-minütigen Seitenwechsel-Fenster den Fuß- gegen den Basketball und wird mit der männlichen U14 der Porsche Basketball-Akademie, gelebte Inklusion und gesellschaftliches Miteinander auch aufs Parkett bringen.

Viel wichtiger als #LUDBER: Teilhabe, Inklusion & eine vielfältige Gesellschaft

Und damit noch immer nicht genug: Das Zeichensetzen geht natürlich weit über die 4.000 Zuschauer:innen in der MHPArena hinaus. Der Inklusionsspieltag ist auch beim vierten Mal ein Leuchtturm, dessen Licht die Ludwigsburger gemeinsam mit zahlreichen Wegbegleiter:innen und Unterstützer:innen, wie beispielsweise Michael Lohfink (Athletensprecher | Special Olympics Baden-Württemberg), Yannis Fischer (Paralympics | Kugelstoßen | VfB Stuttgart) oder Claudia Lychacz, aussenden werden. Die kommunale Behindertenbeauftragte des Landkreises Ludwigsburg wird am Samstag ebenfalls ein Zeichen für gelebte Inklusion setzen und ehrenamtlich im RIESEN-Fan-Shop arbeiten; trotz eines Sehvermögens von 2%. Um es mit den Worten von Marcel Friederich zu sagen: Das Anderssein ist eine Stärke und vielleicht sogar eine Superkraft, sowohl individuell als auch gesellschaftlich.

Lychacz und Co. werden am Fan-Shop neben zahlreichen bekannten Artikeln mitsamt dem Endseason-Sale mit Trikots-, Shorts- und Teamwear-Rabatten in Höhe von 15% auch einen Neuzugang im Sortiment haben: Den #ungehindertRIESIG-Hoodie als gelb-schwarz-grandioses Zeichen für jeden Tag gibt’s für 39,95 Euro. Die Einnahmen kommen selbstverständlich den Teamplay-Projekten des Klubs zu Gute.

Es gilt: Mehr als 90 Minuten für einen gesellschaftlichen und dann 40 Minuten für einen gelb-schwarzen Sieg sorgen. Wobei sich beides natürlich nicht ausschließt, sondern ergänzt.

Grafik: Nitribitt.

Informationen

MHP RIESEN Ludwigsburg vs. ALBA BERLIN

Samstag, 11.04.2026, Tip-Off 18:30 Uhr

MHPArena, Schwieberdinger Straße 30, 71636 Ludwigsburg

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