Foto: Christina Pahnke.
Zum dritten Mal im Saison-Verlauf treffen an diesem Samstag (18.04.; 18:30 Uhr) Ludwigsburg und Heidelberg aufeinander. Sowohl die MHP RIESEN als auch die MLP Academics sind mit Blick auf ihre Saisonziele in den letzten Wochen unter Erfolgsdruck geraten, sodass das dritte Neckar-Derby dieser Spielzeit für beide Kontrahenten eines von großer Bedeutung ist. Rund 100 AuswärtsRIESEN begleiten die Schwaben in den ausverkauften SNP dome, alle anderen sind via Dyn (ab 18:15 Uhr | Kommentator: Chris Schmidt) bestens versorgt.
Neues Spiel, neues Glück! Sicherlich, die Redewendung mag aus dem Glücksspiel kommen, hat dieser Tage für die Ludwigsburger Basketballer aber auch in der easyCredit Basketball Bundesliga eine passende Anwendung. Denn, obwohl die MHP RIESEN zuletzt dreifach verloren und dabei dreifach deutlich unterlegen waren (-16 in Trier, -24 gegen Berlin, -34 in München), ist die Lage in der Tabelle weitestgehend unverändert. Weiterhin sind die Schwaben Achter, weiterhin haben sie große Chancen auf die Postseason-Teilnahme, weiterhin haben sie alles in eigener Hand – dafür die herausfordernden Partien gegen die beiden Top-Teams aus der deutschen und der bayerischen Hauptstadt absolviert. Das schlichte Mithalten für nur 20 Minuten ist nicht der Ludwigsburger Anspruch, gleichzeitig im Frühjahr 2026 aber der Status quo und ohnehin kein Faktor am 30. Spieltag. Folgerichtig richtet sich der Blick auf die nahe Zukunft, die Heidelberg heißt.
Das gewissermaßen dauerhafte Duell beider Klubs, die sich zum Saisonstart im BBL Pokal (19.10. | 82:73 | Sieg Heidelberg) und zur Saisonmitte im Hinspiel (03.01. | 89:73 | Sieg Ludwigsburg) bereits duellierten, verspricht in seiner dritten Ausgabe ein Maximum an Spannung. Schließlich sind beide Kontrahenten mit Blick auf sich selbst gleichermaßen positiv gestimmt und erhoffen sich mit einem Erfolg einen Push für die abschließenden Hauptrunden-Spieltage. Die Formkurve ist gleichermaßen ausgeglichen: Ludwigsburg gewann fünf der letzten zehn Partien, darunter gegen Bonn und Chemnitz, verlor aber zuletzt dreifach gegen Top-7-Teams. Heidelberg gewann nur drei der letzten zehn Spiele, kassierte vor 14 Tagen eine Abreibung von Rostock (70:101), schöpft durch den Erfolg in Frankfurt (73:93) und die beiden Jenaer Niederlagen aber wieder Hoffnung. Trotz diverser Monate auf einem Abstiegsplatz ist der angestrebte Klassenverbleib, allen voran aufgrund des ausstehenden Direktduells mit Science City am 33. Spieltag, weiterhin realistisch.
Foto: Lukas Adler.
Ein Sieg gegen die MHP RIESEN wäre da natürlich zusätzlich sehr hilfreich, gilt aber auch vice versa: Ludwigsburg (15:14-Bilanz) rangiert einen Sieg hinter Rang fünf (Würzburg: 16:12) respektive einen vor Rang zehn (Vechta: 14:15). In Anbetracht von mehreren Direktduellen – unter anderem Rostock vs. Ulm, Trier vs. München und Berlin vs. Bonn – wäre auch für die Barockstädter der Erfolgsfall ein großer Schritt in die richtige Richtung. Denn die sprichwörtliche Schützenhilfe gibt’s auf alle Fälle.
Cheftrainer Mikko Riipinen formuliert als Herangehensweise zur Partie: „Für uns wird es wichtig sein, präsent zu sein und in jedem Besitz im Moment zu sein. Wir müssen einen gemeinsamen Fokus haben. In der Verteidigung müssen wir mit Energie und Physis spielen, aber auch in allen Teilen des Spiels sehr diszipliniert agieren. Im Angriff müssen wir Vorteile schaffen und als Team dafür sorgen, dass wir bei jedem Ballbesitz den besten Wurf finden.“
Hilfreich im mit 4.497 Zuschauer:innen ausverkauften SNP dome ist sicherlich der Auswärtssupport. Rund 100 Ludwigsburger:innen begleiten die Gelb-Schwarzen und werden ihren Teil zum Erfolg beitragen.
„Wir wissen, dass viele unserer Fans zu dem Spiel reisen werden, und wir schätzen das sehr! Es ist für uns immer wichtig, die richtige Einstellung zu haben und auf wie neben dem Parkett zusammenzuhalten“, sagt der Schwede.
Foto: Lukas Adler.
Diesen Zusammenhalt erlebten die Ludwigsburger fortwährend, möchten und müssen nun aber auch auf dem Parkett 40 Minuten – und vielleicht mehr – auf maximale Gegenwehr vorbereitet sein. Die Kurpfälzer sind angeführt von Niklas Würzner und Ryan Mikesell mit Sicherheit bereit fürs Derby und ein wahrlich physisches Duell, in dem auch die Anzahl der Ballbesitze (siehe Zahlenspiele) ein Faktor werden könnte.
Während die Heidelberger, mittlerweile unter der Ägide von Carlo Finetti, nur auf DJ Horne verzichten müssen, ist die Ludwigsburger Abwesenheitsliste länger. Wie lange konkret, hängt an mehreren Faktoren. Bei Toms Skuja, Keeshawn Kellman, Tray Buchanan und Johannes Patrick läuft der Genesungsprozess, noch hat allerdings keiner der vier Akteure das notwendige, grüne Licht der medizinischen Abteilung. Ein Update hierzu wird es am Samstag im Vorfeld der Partie geben.
Bereits ab Freitag können die Doppellizenz-Akteure bedacht und deren Verfügbarkeit geplant werden: Maxwell Dongmo Temoka, Lukas Modic, Simon Feneberg und Julis Baumer sind, im ProB-Kontext, in den Playoffs gefordert. Gegen Itzehoe hat die Porsche Basketball-Akademie Matchball in Richtung Viertelfinale. Abhängig vom Ausgang der Partie haben die Ludwigsburger Youngster am Sonntag ein entscheidendes drittes Spiel in Schleswig-Holstein vor Augen – und müssten dann in den Spagat aus Derby und/oder Postseason. Wobei ein anderer Spagat natürlich der bestmögliche ist: Zunächst ProB-Playoffs und dann im Mai easyCredit BBL-Postseason.
15,4 – Punkte, die nicht zur Verfügung stehen: Topscorer DJ Horne fehlt den Heidelbergern mit einer Kapselverletzung am Daumen. Dass dies kein Hindernis ist, zeigten die Universitätsstädter in Frankfurt.
7,8 vs. 16,2 – Steals vs. Turnover: Der Ludwigsburger Makel im Ballvortrag ist eine Heidelberger Stärke. Die MHP RIESEN verlieren liagweit am zweithäufigsten das Spielgerät, die MLP Academics generieren die sechstmeisten, direkten Ballwewinne. Also: Ein Schlüsselfaktor zum Sieg.
10 – Jahre, konkret seit Sommer 2016, gehört Serena Benavente bereits zum Trainerteam der MLP Academics. Die US-Amerikaner mit Kinesiologie-Master ist, zunächst als Athletik- und seit vielen Spielzeiten als Assistenztrainerin aktiv und damit eine Ausnahme: die einzig weibliche Trainerin in der easyCredit BBL.
MLP Academics Heidelberg vs. MHP RIESEN Ludwigsburg
Samstag, 18.04.2026, Tip-Off 18:30 Uhr
SNP dome, Carl-Friedrich-Gauß-Ring 16, 69124 Heidelberg
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