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Der Mai soll für die MHP RIESEN Ludwigsburg die Playoffs beinhalten. Damit es soweit kommt, benötigen die Schwaben in der finalen Hauptrunden-Woche und den noch drei ausstehenden Pflichtspielen weitere Erfolgserlebnisse. Den dahingehend ersten Sieg streben die Gelb-Schwarzen am Samstag (02.05.; 20:00 Uhr) und in Braunschweig an.
Aus der Pflichtspielpause kommend starteten Ludwigsburgs Basketballer Anfang März auf Rang neun ins letzte Hauptrunden-Drittel, den April begannen sie auf dem siebten Tabellenplatz und auch der Mai beinhaltet nun selbigen. Die Gelb-Schwarzen konsolidierten und verbesserten in den vergangenen Monaten ihre Position in der easyCredit Basketball Bundesliga. Im Frühjahr 2026 spielen die MHP RIESEN, auch aufgrund der Verpflichtung von Terrell Harris und den Comebacks von Keeshawn Kellman und Tray Buchanan, den erhofft besten Basketball. Die Postseason-Qualifikation ist durch die beiden jüngsten Erfolge in Heidelberg (73:83) und gegen Rostock (75:61) in Reichweite, soll ohnehin aber nur ein Weg- und kein Endpunkt sein. Folgerichtig gilt es, sich auch in den kommenden Tagen nicht abhängig von den Partien der Konkurrenz zu machen, sondern selbst mit Erfolgserlebnissen nachzulegen.
Zunächst gastieren die Schwaben bei den akut abstiegsbedrohten Braunschweigern. Die Niedersachsen stehen, nachdem sie im Vorjahr ins Playoff-Viertelfinale und den internationalen Wettbewerb stürmten, vor einem Scherbenhaufen – und sowohl auf Platz 18 als auch vor der wortwörtlichen Relegation; also dem sportlichen Ausschluss aus der Beletage des deutschen Basketballs. Die Basketball Löwen (8 Siege / 23 Niederlagen) müssen alle drei verbleibenden Partien gewinnen, darauf setzen, dass Jena (11:20) keines und Heidelberg (8:23) höchstens noch zwei Spiel gewinnen wird. In allen anderen Fällen steht der Gang in die Zweitklassigkeit an.
Eine Ausgangslage, die demnach auch bedeutet, dass die Ludwigsburger die zweifelhafte Ehre haben, dieses Schicksal am Samstag besiegeln zu können. Zudem dürfte es auch eine herausfordernde Angelegenheit werden, schließlich steht der Gegner vor einer existenziellen Krisensituation, was nochmals neue Kräfte freisetzen könnte. Viel Konjunktiv. Gewiss ist, das Braunschweig, eine Woche nach der 98:120-Packung in Vechta, auf Wiedergutmachung vor den eigenen Fans aus und wesentlich besser als im Hinrunden-Duell aufgestellt ist.
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Center Simi Shittu feierte in Ludwigsburg sein Debüt (16 Punkte / 11 Rebounds | 15,2 / 8,5 pro Partie) und ist mittlerweile natürlich vollständig integriert, Headcoach Ramón Díaz sowie die nachverpflichteten Kaza Kajami-Keane (13,5 / 3,1 /5,9 Assists) und Bryant Crawford (15,0 / 1,9 / 5,3) sorgten zusammen mit dem genesenen Josh Hawley (6,3 / 5,4) und David N’Guessan für neue Qualitäten, Hoffnung und einen Aufschwung mitsamt drei Siegen in den vergangenen fünf Partien. Auch Braunschweig spielt im Frühjahr 2026 seinen besten Basketball, blieb im Saisonverlauf aber derart hinter den eigenen Erwartungen zurück, dass die Aussichten in Richtung Klassenverbleib dennoch minimal sind.
„Braunschweig ist [jetzt] ein gutes Team mit mehreren erfahrenen Spielern. Sie spielen sehr schnell!“, sagt Cheftrainer Mikko Riipinen. „Für uns wird es sehr wichtig sein, das ganze Spiel über konsequent und hart zu arbeiten. Wir müssen eine gute Verteidigung spielen, bei der individuelle Verantwortlichkeiten mit der Teamverteidigung kombiniert werden. Im Angriff müssen wir aggressiv sein und gemeinsam nach dem besten Wurf für das Team suchen. Es ist auch sehr wichtig, dass wir in jedem Moment präsent sind und Ballbesitz für Ballbesitz agieren.“
Personell hat der Schwede in Niedersachsen wieder mehr Optionen in der Hinterhand: Neben Toms Skuja, der gegen Rostock als siebter Import-Akteur aussetzte, ist unter anderem auch Julis Baumer wieder einsatzbereit. Der 19-Jährige feierte am Mittwoch beim Auswärtsspiel der Porsche Basketball-Akademie im OrangeCampus sein Comeback (22:35 Minuten) und steht demnach wieder zur Verfügung.
Klassisch bis mehr denn je gilt es aber, auf dem Parkett die richtigen Line-Ups zu formieren, zu finden und zu nutzen – die allen voran offensiv funktionieren. Schließlich sind die Ludwigsburger in der Verteidigung (108,4 DRTG) das sechstbeste Defensiv-Team der easyCredit BBL und auf absolutem Playoff-Kurs, während sie im Angriff (107,3 ORTG) noch Potenzial(e) haben. Nur Heidelberg, Jena und Braunschweig haben eine geringere Ausbeute. Womit klar ist: Um in den nächsten Wochen in die Playoffs zu kommen, benötigen die MHP RIESEN ihr bestes Offensivspiel. Zunächst geht es aber erst einmal um die Fixierung des Greifbaren – die Play-In-Qualifikation soll her!
2 – ehemalige Ludwigsburger könnten am Samstag auf ihre ehemaligen Farben treffen: Esli Edigin (2022 – 2024 ) und Leonhard Laar (2024) schnürten für die Porsche Basketball-Akademie die Sneaker und sind mittlerweile via Doppellizenz in Braunschweig heimisch.
48 – Aufeinandertreffen gab es zwischen Ludwigsburg und Braunschweig in diesem Jahrtausend. 28 Partien gewannen die Schwaben, 20 die Niedersachsen.
1.301 – Tage liegt der letzte RIESEN-Sieg in der Volkswagen Halle zurück. Im Oktober 2022 gab’s letztmals gelb-schwarze Auswärtsfreuden.
Informationen
Basketball Löwen Braunschweig vs. MHP RIESEN Ludwigsburg
Samstag, 02.05.2026, Tip-Off 20:00 Uhr
Volkswagen Halle Braunschweig, Europaplatz 1, 38122 Braunschweig
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