HAKRO Merlins Crailsheim

Foto: dieLICHTBUILDER Klamann & Bauer

Ungeachtet der Tatsache, ob die HAKRO Merlins Crailsheim in dieser Spielzeit bisher intensiv verfolgt wurden oder inhaltlich für (RIESEN-)Fans eher irrelevant waren, wird mit Blick auf Transfermarkt und Tabelle schnell offenkundig, dass es bei den Hohenlohe-Franken bis dato wenig optimal läuft. Bogdan Radosavljevic verkündete aufgrund einer Arthrose in der rechten Schulter in der PreSeason sein Karriereende, mit Leo Westermann, Brandon Childress sowie Tremmell Darden musste bereits vor dem Ende der Hinrunde dreifach nachjustiert werden. Zudem ersetzte Jussi Laakso Nikola Markovic an der Seitenlinie. Ein Trainerwechsel, drei Nachverpflichtungen, Platz 17: schlimmer geht kaum, wären da nicht Heidelberger, die sich ebenfalls bisher nicht mit Ruhm bekleckerten und das vergangene Wochenende.

Der frisch verpflichtete Darden gab das Maximum an positiver Energie. Der mittlerweile 42-jährige Bilderbuchveteran vernetzte am vergangenen Wochenende zahlreiche lose Enden miteinander und brachte genau das ein, was er auch unter anderem in Ludwigsburg in die Waagschale warf: Führungsqualität, Verteidigung und Kommunikation. Crailsheim gewann 87:76 gegen Weißenfels und erarbeitete sich den Befreiungsschlag.

Der Klassenerhalt ist kurz vor der Saisonhalbzeit absolut im Bereich des Möglichen: Göttingen, Tübingen und Weißenfels sind tabellarisch in Reichweite und der Kader, wenn komplett, absolut konkurrenzfähig. Wunder- oder in diesem Fall eher Zauberdinge muss bei den HAKRO Merlins keiner vollbringen. An zwei Stellschrauben gilt es dennoch zu arbeiten: A) der Offensive und B) der Auswärtsschwäche.

Mit 79,7 Zählern pro Partie schicken die Crailsheimer die durchschnittlich punkteärmste Angriffsreihe ins Rennen, kassieren im Schnitt aber 93,3 Punkte und verfügen zudem über ein Net-Rating von -11,3. Heißt: Crailsheim kommt selbst schwer ins Rollen und kassierte bis dato zumeist deutliche Niederlagen, in der Fremde ist der Klub in dieser Saison noch sieglos. Darden (24:38 Minuten beim Debüt / 2 Punkte / 8 Rebounds), Westermann (10,5 PpS / 4,7 RpS), Childress (16,2), James Murray-Boyles (13,0), Keandre Cook (12,6 / 4,7) sowie die Merlins-Leader Maurice Stuckey (8,9 / 2,9) und Fabian Bleck (5,8 / 4,7) sind auf alle bereit fürs Derby.