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Eine von vielen Siegerfäusten! Foto: Max Vincen / Eibner.
Es dauerte zwar über zweieinviertel Stunden und bedurfte starker Nerven, dann ist der nächste RIESEN-Erfolg aber fixiert gewesen: Ludwigsburg gewinnt sein Gastspiel in Hamburg 88:84 und feiert damit den vierten Sieg in Serie. In der letzten Partie vor der Länderspielpause ist das Fehlen von Stef Smith und Johannes Patrick ebenso wie die Foulbelastung ein sichtbares Problem, letztlich aber kein Hindernis. Elijah Hughes ist mit 25 Punkten der beste Punktesammler, Tray Buchanan (17) und Babacar Sane (16) punkten ebenfalls zweistellig.
Letztendlich ist das November-Motto der MHP RIESEN Ludwigsburg wohl ‚Strg Copy, Strg Paste‘. Denn wie schon gegen Oldenburg müssen die Schwaben auf der Point-Guard-Position erhebliche Lücken schließen, erneut sind einsatzgeprägte und fehleranfällige 40 Minuten die Folge, erneut finden die Gelb-Schwarzen Mittel und Wege, um zu siegen. Nötig wurde die Adaptionsfähigkeit in Hamburg aufgrund des Personal-Engpasses auf der Eins. Denn während Stef Smith noch kein grünes Licht vom Medical Staff erhielt und erst nach der Länderspielpause gegen Trier (06.12.) sein Comeback wird feiern können, musste auch der gegen die EWE Baskets heroisch aufspielende Johannes Patrick krankheitsbedingt passen. Umso erfreulicher war es da, dass Toms Skuja seine erhoffte aber keinesfalls zu prognostizierende Rückkehr feiern konnte – und in 20:13 Minuten Einsatzzeit mit 7 Punkten, 3 Rebounds, 2 Assists und 1 Block (sowie generell guter Defensive) zu überzeugen wusste.
Der Lette kam in der Inselpark Arena von der Bank und sah von dort offensivstarke Backcourt-Kollegen. Tray Buchanan und Elijah Hughes, dieser vor allem, erwischten einen sehr guten Beginn. Die Qualität der Würfe aus der 6,75-Meter-Distanz wurde jedoch nicht sichtbar, denn auch die hanseatischen Hausherren kamen gut aus dem Startblock: Die Veolia Towers kontrollierten den Defensiv-Rebound, das Umschaltspiel und durchaus auch die Trefferquote(n). Mit Zsombor Maronka, Niklas Wimberg und LJ Thorpe kamen gleich drei Rollenspieler früh ins Laufen. Ludwigsburg erwiderte die(se) Einsatzfreude unter anderem mit Lenny Anigbata und Babacar Sane, ließ aber in der Verteidigung zu wünschen übrig (26:24, 10. Spielminute).
Dennoch war die Leistung der MHP RIESEN in Ordnung: Die Schützlinge von Cheftrainer Mikko Riipinen standen fortan in der Defensive sichtbar besser, agierten physisch am Limit und ganzheitlich mindestens auf Augenhöhe. Bis auf einige Einzelaktionen im Angriff, durchaus gefeatured von zweiten Gelegenheiten nach Offensivrebound, fielen aber zu wenige Würfe durch die Reuse, wodurch Konzentrationsmängel die Partie erschwerten (45:44, 20.).
Im ersten RIESEN-Pflichtspieleinsatz direkt von großer Relevanz: Maxwell Dongmo Temoka ist in 08:56 Minuten die Antwort auf die Fragen, die der Foultrouble von Jonas Wohlfarth-Bottermann und Keeshawn Kellman auslöst. Foto: Dennis Fischer.
Nach dem Seitenwechsel sollten sich diese Aspekte fortsetzen, was das Geschehen auf dem Parkett nicht unbedingt ansehnlicher werden ließ. Denn während Hamburg zwar sehr bemüht, aber emotional und qualitativ unterlegen war, war Ludwigsburg auch keinesfalls eine fehlerfreie Maschinerie. Eher im Gegenteil: Viele Foulspiele (29), viele Fehlwürfe (25/59) und viele Ballverluste (22) zerrütteten den Spielfluss, während die Defensive weiterhin tadellos funktionierte (61:68, 30.).
Erst im Schlussabschnitt sollte die Partie nochmals zwei signifikante Wendungen erfahren. Auf die erste Wendung und das Anwachsen der gelb-schwarzen Führung (+11 / 61:72) folgte zur Viertelmitte die zweite – und prägendere. Ludwigsburg musste auf Jonas Wohlfarth-Bottermann (5 Fouls) komplett verzichten und sich gleich vierfach mit Skuja (4), Keeshawn Kellman (4) und Yorman Polas Bartolo (4) in Zurückhaltung üben. Die Hausherren kreierten in dieser Phase mit dem Mute der Verzweiflung mehr und mehr Momentum, wodurch die Crunchtime nochmals extrem spannend wurde und die scheinbar sichere Entscheidung auf die letzten Sekunden verschoben wurde. Zur gelb-schwarzen Freude war die Quantität und Qualität der Freiwürfe (27/33) vorhanden und die Crunchtime-Skills ebenfalls schwäbisch: Buchanan sorgte 15 und 10 Sekunden vor dem Ende per Dreier und Freiwurf-Doppelpack für die Entscheidung.
Ludwigsburg feiert durch den hart erkämpften, vielleicht glücklichen und definitiv verdienten 88:84-Sieg den vierten Erfolg in Serie und konsolidiert sich mit einer 5:2-Bilanz im oberen Drittel der easyCredit BBL-Tabelle. Den nächsten Prüfstein dahingehend gibt’s im Anschluss an den FIBA-Break gegen den Spitzenreiter VET-CONCEPT Gladiators Trier.
Für Hamburg spielten: Kenneth Ogbe 30 Punkte, J. P. Tokoto 12 / 8 Rebounds, Devon Daniels 7 / 5, Zacharie Perrin 6, Zsombor Maronka 6, Niklas Wimberg 6, LJ Thorpe 6, Benedikt Turudic 5, Martin Breunig 5, Jared Grey 2 und Justin Edler Davis.
Für Ludwigsburg spielten: Elijah Hughes 25 Punkte / 6 Rebounds, Tray Buchanan 17, Babacar Sane 16, Jonas Wohlfarth-Bottermann 8 / 5, Yorman Polas Bartolo 7, Toms Skuja 7, Brandon Tischler 6, Keeshawn Kellman 2, Maxwell Dongmo Temoka, Lenny Anigbata und Simon Feneberg.
Mikko Riipinen | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg | "Glückwunsch an unsere Fans, die uns von Zuhause unterstützt haben, an jede Person in unserem gesamten Verein und an unsere Spieler! Ich denke nicht, dass das ein gutes Spiel war und denke auch nicht, dass wir unseren besten Basketball gespielt haben – ich möchte keine Entschuldigungen anführen. Wohl aber erklären: Wir hatten eine schwierige Woche mit mehreren Krankheitsfällen. Bis wir losgefahren sind, war nicht klar, wer spielen kann und wer nicht. Mehrere Jungs haben nicht trainiert. Ich möchte den Jungs meine Anerkennung zollen. Dafür, dass sie das richtige Mindset hatten. Das waren sicherlich keine optimalen zwei guten Wochen der Vorbereitung. Es waren mehrere Dinge, aber sie sind konzentriert und locked-in geblieben. Es ist wichtig, dass Du eine solche Art von Spielen gewinnst. Es ist schwierig, hier zu spielen. Hamburg hat heute eine große Energie gebracht und alles versucht, um den Negativlauf zu durchbrechen. Es ist stark von uns, dass wir dieses Spiel am Ende gewinnen. Es gibt viele Dinge, die es zu verbessern gilt. Aber, ich sage es immer wieder: Wir müssen im Moment sein und den Sieg genießen. Ich möchte einen Extra-Credit an Maxwell [Dongmo Temoka] geben. Er war heute da, als wir ihn gebraucht haben. Er hat ein exzellentes Spiel gemacht. Das war sein erstes BBL-Spiel! Er macht einen herausragenden Job im Training, ist immer bereit. Er ist ein Vorbild für junge Spieler. Erwähnen möchte ich auch Babacar Sane, der einige Zeit zur Adaption und Anpassung benötigt hat. Er hat heute einen großen Schritt gemacht. [Jonas] Wohlfarth-Bottermann spielt immer mit dem richtigen Mindset. Natürlich haben wir auch andere Spieler, die Dinge zum Sieg beisteuern. Es ist generell beeindruckend, dass es immer andere Akteure sind, die wichtig sind." |
Benka Barloschky | Headcoach Veolia Towers Hamburg | "Es ist jetzt wirklich schwer, jetzt über Zufriedenheit zu sprechen, da wir am Ende verloren haben – das Ergebnis ist schon wichtig. Wir haben heute das Possession Game gewonnen. Das ist das, was wir uns vorgenommen haben: In die Spiele zu gehen und erst einmal die Possession Game ausgeglichen zu gestalten. Wir haben es heute gewonnen. Wir haben uns in die Situation gebracht, ein Spiel gewinnen zu können. Das ist erst einmal alles, was wir verlangen können. Das ist das, worauf wir uns konzentrieren können. Natürlich wollen wir es am Ende dann auch gewinnen und den Bock ganz umstoßen. Dass wir das jetzt nicht geschafft haben, tut natürlich mega weh. Aber wir werden auch, ab morgen, nicht ab heute Abend, viel Positives aus dem Spiel mitnehmen." |