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Offensiv und defensiv als Team zum Sieg

Category News Date 2021-12-05 MHP RIESEN Ludwigsburg vs. s.Oliver Würzburg 83:68

16 Punkte und 15 Rebounds markieren gegen Würzburg eine äußerst starke Individualleistung für Jonah Radebaugh. Foto: Pressefoto Baumann. 

Dank einer starken Teamleistung setzten die MHP RIESEN Ludwigsburg am Sonntagnachmittag ein Heimsieg-Statement zur Rückkehr aus der Länderspielpause: Über eine standhafte Defensive und das richtige Offensivmomentum sicherten sich die Ludwigsburger an Spieltag 9 zuhause einen 83:68-Erfolg gegen s.Oliver Würzburg. Topscorer wird am Ende Tremmell Darden mit 19 Zählern und 7 Rebounds. Einen Sieg verzeichneten die Verantworlichen an diesem Abend auch im Kampf gegen die Pandemie: Im Rahmen der #shootyourshot-Impfaktion vor der MHPArena ließen sich an diesem Nachmittag ingesamt 410 Menschen gegen Covid-19 immunisieren.

Das Heimspiel gegen s.Oliver Würzburg an Spieltag 9 in der MHPArena bedeutete für die MHP RIESEN Ludwigsburg nicht nur die Rückkehr aus der Länderspielpause, sondern auch des lange erwarteten Comebacks von James Woodard auf easyCredit BBL-Parkett. Headcoach John Patrick: „Er hat am 1. Dezember sein erstes Training absolviert und weil wir abgesehen von ihm aktuell nur fünf gesunde Ausländer haben, habe ich ihm gesagt, dass ich ihn „reinwerfen“ werde. Gestern und vorgestern hat er zwei gute Trainings gemacht und sein Schuss hilft uns definitiv weiter.“ „Ich freue mich sehr, endlich wieder zurück auf dem Feld zu sein und dem Team nicht nur von der Bank aus dabei helfen zu können, Siege zu holen!“, sagte Woodard selbst zu seinem Debut in Gelb-Schwarz vor der Partie, bedauerte allerdings auch, dass er die Halle bei seinem ersten Spiel ohne Zuschauer erleben müsse. Die Baden-Württembergische Landesregierung hatte kurz vor dem Wochenende 750 Zuschauer bei Sportveranstaltungen erlaubt, die Verantwortlichen der MHP RIESEN sich allerdings aufgrund der organisatorischen Kurzfristigkeit für ein Geisterspiel entschieden. Auch Headcoach John Patrick kommentierte die Situation im Vorfeld des Spiels: „Ein komisches Gefühl ohne Fans – aber wahrscheinlich ist das die nötige Maßnahme, die wir brauchen, um gegen die Pandemie zu gewinnen. Allerdings macht das die Teamchemie und die Stimmung auf der Bank und dem Feld umso wichtiger.“ Dies versuchten die Schwaben dann auch direkt im Spiel umzusetzen.

Der erste Ballbesitz landete direkt bei den Ludwigsburgern, bevor Tremmell Darden die ersten 2 seiner insgesamt 6 Punkte im ersten Viertel markierte. Ex-RIESE Kerron Johnson war es dann, der für die Gäste das erste Mal einnetzte (4:2, 2‘). Beide Teams lieferten sich in den ersten zehn Minuten ein Duell auf Augenhöhe: Auf einen Dreier von Justin Simon zur 6-Punkte-Führung folgte direkt die Antwort der Gäste mit einem 0:5-Run (11:10, 5‘). Nach einer Auszeit von Headcoach John Patrick schaltete sich dann James Woodard ins Geschehen ein, markierte direkt zwei Distanztreffer und sorgte gemeinsam mit Jonah Radebaugh – der bereits nach den ersten zehn Minuten 8 Punkte und 8 Rebounds aufgelegt hatte – für einen deutlichen Vorsprung vor der ersten Pause (27:16, 10‘).

Woodard machte zum Start ins nächste Viertel dann zunächst genau da weiter, wo er vorher aufgehört hatte, und baute den Vorsprung dank eines Treffers von jenseit der 6,75m-Linie auf 14 Punkte aus. Zunächst nicht unter Kontrolle bekamen die MHP RIESEN allerdings Würzburger William Buford, der im zweiten Spielabschnitt zu seinen 6 Punkten aus Q1 noch 8 weitere erzielte, dazu offensiv wie defensiv unter dem Korb immer wieder für die Franken zur Stelle war. Gemeinsam mit Tomasz Gielo bestrafte er jedes Anzeichen von Unkonzentriertheit in der Ludwigsburger Defensive. Dank eines 0:10-Laufs der Gäste kämpften sich diese von einem 15-Punkte-Rückstand zurück und kurz vor der Halbzeit bis auf 2 Zähler heran (44:42, 20‘).

Volle Konzentration in der zweiten Spielhälfte

Nach dem Gang in die Kabinen schafften die Würzburger dank eines Korblegers durch Desi Rodriguez zunächst den Ausgleich zum Start in die zweite Spielhälfte (44:44, 21‘), verpassten durch einen vergebenen Freiwurf dann allerdings die Chance auf den ersten Führungswechsel. Drei getroffene Dreier in Folge durch Jordan Hulls brachten dann das Momentum auf die gelb-schwarz Seite (53:46, 25‘), bevor selbiger das Spielfeld aufgrund einer unabsichtlich verursachten, aber blutenden Verletzung durch einen Gegenspieler das Spielfeld für kurze Zeit verlassen musste. Die zuvor von John Patrick angesprochene Teamchemie griff genau in diesem Moment wieder, als Rawle Alkins, Tremmell Darden, Jonah Radebaugh und James Woodard Hulls‘ Fehlen direkt auszugleichen wussten, den zuvor erspielten Puffer weiter ausbauten und erneut dafür sorgten, dass die Ludwigsburger vor dem Schlussabschnitt die 15-Punkte-Führung zurückerlangten (66:51, 30‘).

Obwohl die Würzburger bis zum Schluss dagegenhielten und ihre Wurfquoten stetig verbesserten, war die zuvor aufgenommene Hypothek zu groß. Die Schwaben hatten die von William Buford ausgehende Gefahr ausgeschaltet, ließen sich auch von Cameron Hunt (7 Punkte in Q4) und Aigars Skele (4) nicht aus der Ruhe bringen und den Gästen in der Defensive keine Chancen, um noch einmal aufzuholen. Konzentriert bauten sie die Führung – auch dank eines Schlussspurts von Jacob Patrick (5 Punkte) – sogar noch einmal auf 18 Zähler aus, bevor das A81-Duell mit einem Ergebnis von 83:68 am Ende an die Gastgeber geht.

Die MHP RIESEN zeigen an diesem Abend eine äußerst starke Teamleistung: Insgesamt fünf Spieler punkten zweistellig, darunter Rückkehrer James Woodard (11). „Wir brauchen mehr Schützen und James hat heute drei Dreier getroffen, lag am Ende bei +11 im +/-. Er hat allerdings auch selbst nach dem Spiel gesagt, dass er sich erst einmal wieder an das Spiel gewöhnen muss, denn es ist wirklich eine lange Zeit vergangen, seitdem er richtig Fünf-gegen-Fünf gespielt hat. Trotzdem waren das heute sehr wichtige Minuten von ihm“, sagt Headcoach John Patrick nach der Spiel. Maßgeblich entscheidend auch die Arbeit am defensiven Brett: Offensiv- und vor allem defensivgewaltiger entscheiden die Ludwigsburger das Duell unter den Körben an beiden Enden für sich (54:41 Rebounds // 19:14 OR; 35:27 DR). Alleine 15 davon gehen an diesem Abend auf das Konto von RIESEN-Guard Jonah Radebaugh, der sich im Interview bei MagentaSport nach dem Spiel dazu allerdings bescheiden gibt, und auch dies der Teamleistung an diesem Abend zuschreibt: „Das war keine Individualleistung heute. Rebounding habe ich im College schon häufig gemacht. Unsere Big Men leisten dazu die Vorarbeit, sind direkt mit dem Gegner beschäftigt, also übernehme ich es, den Ball unter Kontrolle zu bringen, sodass wir uns gegenseitig helfen.“

Einen weiteren Erfolg können die MHP RIESEN an diesem Abend auch abseits des Feldes verzeichnen: Die #shootyourshot-Impfaktion vor der MHPArena zog an diesem Nachmittag eine Vielzahl an Menschen an, die sich in einer Schlange vom Impfbus über den Vorplatz um die gesamte Halle eingereiht hatten. Insgesamt 410 Dosen wurden durch das Mobile Impfteam des Landkreises Ludwigsburg über den gesamten Zeitraum an die Wartenden verteilt. Auch bei den kommenden Dezember-Heimspielen am 15., 21. und 29. Dezember wird dieses Angebot für alle wieder bestehen. Über eventuelle Änderungen im Ablauf werden die Ludwigsburger rechtzeitig informieren. In jedem Fall verzeichnen alle Beteiligten an diesem Abend einen weiteren wichtigen Sieg im Kampf gegen Covid-19.

 

Für Ludwigsburg spielten:

Tremmell Darden 19 Punkte (7 Rebounds) / Jonah Radebaugh 16 (15 Rebounds) / Justin Simon 15 (8 Rebounds) / Jordan Hulls 12 (6 Rebounds) / James Woodard 11 / Jacob Patrick 5 / Rawle Alkins 4 / Jonathan Bähre 1 / Jonas Wohlfarth-Bottermann (4 Rebounds), Yorman Polas Bartolo (3 Assists), Lukas Herzog und Johannes Patrick.

Für Würzburg spielten:

William Buford 14 Punkte (6 Rebounds) / Cameron Hunt 12 / Tomasz Gielo 10 / Filip Stanic 9 (14 Rebounds) / Aigars Skele 8 / Felix Hoffmann 6 / Craig Moller 4 / Kerron Johnson 3 / Desi Rodriguez 2 / Julian Albus, Alex King und Julius Böhmer.

Statements

Denis Wucherer | Headcoach s.Oliver Würzburg:
„Erst einmal meine Glückwünsche an Ludwigsburg zum verdienten Sieg. Wir sind in der ersten Halbzeit von einem Rückstand noch einmal zurückgekommen und haben das im zweiten Viertel sehr ordentlich gemacht. Das dritte Viertel hat uns dann sehr weh getan, da waren wir nicht bereit mit der Physis von Ludwigsburg vernünftig umzugehen. Die drei Dreier von Jordan Hulls haben uns in dieser Phase dann sehr weh getan und dann ist es schwierig, gegen so eine Mannschaft noch einmal zurückzukommen, weil das sehr viel Energie fordert. Im Endeffekt ist das aber nichts Neues: Wir haben in dieser Saison wirklich Probleme gegen Mannschaften, die sehr physisch spielen. Wir schaffen es nicht, auch wenn wir müde sind Würfe zu treffen und dann hat man gegen ein Team wie Ludwigsburg, die viele gute Eins-gegen-Eins-Spieler haben und das schwierige Würfe treffen kann, keine Chance.“
John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg:
„Das war ein wichtiger Heimsieg heute, gerade nach unserem letzten Heimspiel. Es war schwierig heute wieder ohne Zuschauer spielen zu müssen, aber von unserer Bank kam sehr viel positive Energie – gerade von Spielern wie Lukas Herzog und Johannes Patrick, die die meiste Zeit auf der Bank saßen. Diese gute Stimmung ist sehr wichtig bei Geisterspielen, die Teamchemie muss stimmen. Würzburg hat sich zwar im zweiten Viertel zurückgekämpft, aber ich muss an dieser Stelle ein Kompliment aussprechen, denn das war genau, worüber wir im Vorfeld gesprochen haben: Wenn wir gegen eine relativ große Mannschaft wie heute die Rebounds kontrollieren, dann können wir das Spiel gewinnen und das Reboundduell haben wir am Ende deutlich gewonnen. Würzburg hat den Ball gut beschützt, aber wenn wir so viele Rebounds haben und 10 Ballbesitze mehr, dann ist es einfacher, gegen einen aggressiven Gegner zu gewinnen.“