Fotos: Sascha Walther, Sandy Dinkelacker & Alexander Neis.
Der Juni beginnt für die MHP RIESEN Ludwigsburg mit weiterer, personeller Klarheit. Rund acht Wochen vor dem Start der Vorbereitung auf die Saison 2026/2027 sind bei und bezüglich fünf Akteuren die Entscheidungen gefallen. Die Verträge von Tray Buchanan, Terrell Harris und Gavin Schilling werden nicht verlängert, die Kontrakte von Toms Skuja und Simon Feneberg enden vorzeitig.
Vorausgegangen waren den Entscheidungsfindungen die Analyse der jüngst beendeten Saison sowie eine umfassende Auswertung der absolvierten Pflichtspiele unter Bezugnahme der Rolle(n) in Team und Klub. Die fünffache Konsequenz ist das Ende der gemeinsamen Zeit, die sich in Gänze zwar gleich – Platz 10 in der easyCredit BBL & Achtelfinale im BBL Pokal –, individuell betrachtet aber äußerst unterschiedlich darstellen.
Tray Buchanan gelang die anvisierte Etablierung als Starter in der Beletage des deutschen Basketballs. Der 27-Jährige wusste allen voran in der Offensive mit 14,8 Punkte, 2,1 Rebounds und 2,0 Assists zu gefallen. Die unorthodoxe Wurftechnik des US-Amerikaners sorgte, wie auch seine Trefferquoten, für Aufsehen: In 29 Partien (24:57 Minuten) kam Buchanan zum Einsatz, in 21 auf eine zweistellige Scoring-Ausbeute, sechsfach waren es 20+ Punkte. Das beste Spiel im RIESEN-Trikot machte der zweifache Familienvater an seinem Geburtstag in Weißenfels: 32 Zähler steuerte Buchanan zum 93:82-Sieg beim SYNTAINICS MBC bei. Diesen Wert sollte er nicht mehr überbieten, für die Schwaben aber fortwährend ein Leistungsträger und einer der Eckpfeiler der Offensiv-Hydra (mit Stef Smith und Elijah Hughes) sein. Im Frühjahr diesen Jahres stellte sich Buchanan, trotz Knie-Blessur, in den Dienst seiner Mannschaft, half wochenlang angeschlagen aus – und belohnte sich und seine Farben mit dem Play-In-Einzug.
Foto: Sascha Walther.
Toms Skuja (01.11.), Gavin Schilling (16.01.) und Terrell Harris (31.03.) kamen allesamt als Nachverpflichtungen und im Verlauf der Spielzeit in die Barockstadt. Das Trio erweiterte die personellen Optionen der Gelb-Schwarzen, hatte Anteil an der Top-10-Platzierung und verdeutlichte vor, während und nach der Verletzungsvertretung der Kollegen seine Qualitäten.
Skuja etablierte sich, neben seinen nordamerikanischen Positionskollegen und trotz Verletzung und Krankheiten (Sprunggelenksverstauchung, Lungenentzündung, Gehirnerschütterung) nach dem Abgang von Booker Coplin, sowohl in Ludwigsburg als auch im erweiterten Kader der lettischen Nationalmannschaft. Der 24-Jährige kam für die MHP RIESEN in 18 Spielen (19:26 Minuten | 5,4 Punkte / 3,3 Assists / 1,8 Rebounds) zum Einsatz, überzeugte in der Verteidigung mit Einsatzfreude und generell mit Teamplay-Qualitäten – wird im Sommer aber nicht in den Südwesten Deutschlands zurückkehren. Die Barockstädter nutz(t)en eine entsprechende Klausel im ursprünglich bis 2027 laufenden Vertrag und beende(te)n diesen vorzeitig.
Vor allem aufgrund der Verletzung Keeshawn Kellmans unterschrieb Schilling in Ludwigsburg. Der 30-Jährige sprang unmittelbar nach seiner Ankunft Mitte Januar mustergültig in die Bresche, half in der Abwesenheit des US-Amerikaners in acht Partien (4 Siege / 4 Niederlagen) zwischen Mitte Januar und März wesentlich aus und war auch im Anschluss – fortwährend in deutlich kleinerer Rolle – zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Insgesamt absolvierte der athletische und erfahrene Deutsch-Amerikaner 17 Partien (12:32 Minuten | 3,1 Punkte / 3,2 Rebounds / 0,5 Blocks) für die MHP RIESEN.
Als letzter von insgesamt 19 eingesetzten Ludwigsburger Akteuren feierte Harris sein Debüt: Der Guard stand nach seinem Transfer im April und Mai in allen für ihn möglichen Partien auf dem Parkett. Elf Einsätze (23:36 Minuten) mit durchschnittlich 8,9 Punkten, 2,4 Assists und 2,1 Rebounds illustrieren die Allround-Fähigkeiten des 32-Jährigen, der beim Heimspiel gegen Rostock seine Bestleistung hatte (17 Punkte / 6 Rebounds / 3 Assists).
Foto: Max Vincen.
Im Falle von Simon Feneberg und dem fünften RIESEN-Abgang ist die Entscheidungsfindung eine andere: Der mittlerweile 21-Jährige war im Sommer 2024 nach Ludwigsburg gewechselt und hatte in der Barockstadt eine klar definierte, zweiteilige Rolle. Als Doppellizenz-Akteur war Feneberg im Trainings- und Spielbetrieb der ersten Mannschaft fortwährend Sparringspartner und Aushilfe, mit Blick auf die zweite Mannschaft unumstrittener Leistungsträger. Beide Rollen erfüllte der Franke mit Fleiß, Bescheidenheit und Bravour über. Für die MHP RIESEN kam Feneberg saison- und wettbewerbsübergreifend in 13 Partien zum Einsatz (04:32 Minuten | 2,0 Punkte / 0,8 Rebounds), für die Porsche Basketball-Akademie war er derweil unverzichtbar. 53 (von insgesamt 55 möglichen) Spiele(n) absolvierte Feneberg im Unterhaus. In durchschnittlich 28:48 Minuten kam er auf 13,6 Punkte, 4,7 Assists und 3,5 Rebounds und erlebte fernab aller Statistiken in der Barockstadt eine herausragende Steigerung. Feneberg entwickelte sich binnen 24 Monaten vom Neuzugang zum Leistungsträger, vom Leistungsträger zum Kapitän, vom Kapitän zum erstmaligen ProB-Playoff-Teilnehmer und nun auf das nächste Niveau. Er wird, parallel zu seinem Studium, die Laufbahn aller Voraussicht nach in der ProA fortsetzen. Die Schwaben haben dem Wunsch zur vorzeitigen Vertragsauflösung des ursprünglich bis Sommer 2027 datierten Kontrakts zugestimmt.
Allen fünf Spielern gebührt der Dank für die gemeinsame Zeit und das Geleistete, nebst besten Wünschen für die sportliche und persönliche Zukunft: Die Schwaben wünschen Buchanan, Skuja, Schilling, Harris und Feneberg alles erdenklich Gute – und freuen sich auf ein Wiedersehen in den Hallen der Republik.