ProB21: Personelle Verknappung im Spitzenspiel

Category Jugend & Nachwuchs Date 2026-02-13

„Against all odds“… galt für Yohann Tchouaffe und Co. bereits gegen Langen und soll nun auch in Coburg gelten. Foto: Thomas Kuhn.

Mit sieben Siegen aus den letzten zehn Partien, darunter den beiden vergangenen Erfolgserlebnissen in Erfurt (102:88) und gegen Langen (82:79), hat sich die Porsche Basketball-Akademie auf dem dritten Platz der ProB-Tabelle etabliert. Das Trotzen jedweder Personal-Umstände wird auch an diesem Wochenende wieder ein Faktor werden, die Herausforderung aber signifikant schwieriger: Die Schwaben gastieren am Sonntag (15.02.; 16:00 Uhr) beim Zweiten, dem BBC Coburg.

Was ist schwierig? Was ist schwieriger? Was ist am schwierigsten? Mit lediglich neun Spielern ein Pflichtspiel in der BARMER 2. Basketball Bundesliga bestreiten? Ohne den Headcoach und mit nur einem Assistant Coach antreten? Rund 50% der Spielzeit auf U19-Akteure verteilen? Der gordische Knoten des rhetorischen Fragen-Trios lässt sich aus Ludwigsburger Sicht sehr einfach zerschlagen – und dient offensichtlich nur der Veranschaulichung des vergangenen Wochenendes. Die Leistung(en) der Porsche Basketball-Akademie waren am Samstag sehr gut. Vielleicht herausragend. Vielleicht sogar sensationell. Das ist spekulativ und Wortklauberei.

Mit Sicherheit lässt sich sagen, dass der 82:79-Sieg gegen den TV Langen, der seinerseits in der Rundsporthalle einen schwachen Tag erwischte, hochverdient sowie keinesfalls zufällig war und das Formhoch der Gelb-Schwarzen damit weiterhin anhält.

Ebendieses führte die Ludwigsburger in die Spitzengruppe der ProB Süd und zuletzt auf Rang drei. Da Speyer (4. | 10:8 | spielfrei), Oberhaching (5. | 10:8 | Duell gegen Ulm II verlegt), München II (6. | 10:9 | 70:88-Niederlage in Dresden), Fellbach (7. | 10:9 | 78:63-Sieg gegen Coburg), Leitershofen (8. | 9:9 | 83:85-Niederlage gegen Erfurt) und Dresden (9. | 9:9 | 88:70-Sieg gegen München II) allesamt in den vergangenen Wochen mindestens ein-, zumeist aber mehrfach Siegchancen ungenutzt ließen, stehen die Barockstädter (11:7) mittlerweile sehr gut da und sind gewissermaßen in sportliche Vorleistung gegangen. Im Hinblick auf das angestrebte, da vom Team als Zielsetzung formulierte, Playoff-Debüt sind die Schwaben im Januar-Verlauf vom Jäger zum Gejagten geworden.

Die Tatsache, dass in den vergangenen zehn Spielen sieben Erfolgserlebnisse mit dem jüngsten Team der Liga und mit zahlreichen U19-Spielern im Aufgebot erreicht wurden, ist eine abermals großartige Zwischenbilanz, die bis zur Länderspielpause zwei immense Herausforderungen erhalten wird: Coburg und München II sind die Gegner; Ludwigsburg aufgrund der personellen Situation mit zuletzt sechs ausfallenden Spielern dennoch lediglich in der Herausforderer-Rolle.

Fränkische Festtage

In Franken sind die Barockstädter – nicht nur am Sonntag – auf alle Fälle ein gern gesehener Gast. In allen drei in der HUK-COBURG arena ausgetragenen Duellen ging der Sieg an den BBC.

Auch im Jahr 2026 haben die Oberfranken große (Sieg-)Chancen, was vorrangig an den eigenen Qualitäten liegt: Das mit Abstand beste Team der Hinrunde (9:3 | 80:65-Sieg @ Ludwigsburg) verlor seit dem Jahreswechsel zwar sein Mojo (aktuell 12:6), erkämpfte sich aber gegen Speyer (+3) und München II (+4) Qualitätssiege. Die Tabellenführung ist am Itzufer passé, Coburg unter der Ägide von Patrick Seidel aber weiterhin ein Spitzenteam – und nach Breitengüßbach und Baunach der dritte Bamberger Kooperationspartner im deutschen Unterhaus.

Eine klassische Zweitvertretung sind die Blau-Orangenen aber nicht: Mit dem Nigerianer Dylan Fasoyiro (23 Jahre | 18,9 Punkte / 5,0 Rebounds / 2,1 Assists) und dem US-Amerikaner Darius Dawson (24 | 17,4 / 7,5 / 2,2) sind die Topscorer Internationale, die weiteren Führungsspieler gleichermaßen aktuelle oder ehemalige Doppellizenzspieler: Nico Wenzl (24 | 10,9 / 3,5 / 6,4), Nico Höllerl (22 | 9,9 / 3,4 / 1,3), Tim Herzog (21 | 9,4 / 3,0 / 1,1) und Finn Döntgens (22 | 7,4 / 3,3). Dahinter und auf der Mannschaftsbank gibt’s weitere Talente und weiteres Potenzial, dass in dieser Saison fokussiert auf den Herrenbereich ist: Bamberg verpasste nach dem Abstieg im Vorjahr die erneute Qualifikation für die B-Division der U19-Bundesliga.

Die vorhandene Altersdifferenz verdeutlicht direkt den unterschiedlichen Ansatz. Coburg (⌀ 20,5 Jahre) hat die Gegenwart und die Zukunft gut im Griff und den Playoff-Heimvorteil vor Augen, Ludwigsburg ist auf dem Papier sichtbar (18,7), in der Tatsächlichkeit des Aufgebots zuletzt signifikant jünger gewesen und hat die in der Gegenwart gelebte Perspektive in seiner DNA. Die Schwaben werden auch in der infrastrukturell zweitgrößten Halle der ProB Süd (Fassungsvermögen: 3.489 Zuschauer:innen) den Spagat aus RIESEN-Spielplan, Verletzungen und Zukunftsvision bewerkstelligen – und mit Jonathan Knödel einen weiteren, zuletzt mit starkem Einstand überzeugenden Akteur in ihren Reihen haben.

Möglicherweise hat die neue #6 dann bereits viel Dopamin in sich: Am Samstag steigt in der Nachwuchs Basketball Bundesliga der abschließende Hauptrunden-Spieltag gegen das TEAM URSPRING; ebenfalls mit dem Heim- und Spitzenspiel des Zweiten gegen den Dritten.

Informationen

BBC Coburg vs. Porsche Basketball-Akademie

Sonntag, 15.02.2026, Tip-Off 17:00 Uhr

HUK-COBURG arena, Oudenaarder Straße 1, 96450 Coburg

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