Schwierig(st)e Lage, gute Leistung, siegloses Ludwigsburg

Category Jugend & Nachwuchs Date 2026-03-15

Foto: Thomas Kuhn.

Die Porsche Basketball-Akademie kassiert beim ProB-Auswärtsspiel in Fellbach die vierte Niederlage in Folge. Das 61:66 ist aufgrund der personellen Situation und nur sieben einsatzfähigen Akteuren erklär- und tabellarisch verkraftbar – sowie die 40 Minuten beachtlich – setzt die Schwaben aber unter Druck. Die Gelb-Schwarzen rutschen auf den sechsten Platz und sind nun punktgleich mit Rang neun.

Zwei Top-4-Teams der ProB Süd, ein lautstarker Auswärtsblock und noch dazu ein Derby: Die Ausgangslage vor dem Duell zwischen Fellbach und Ludwigsburg war auf dem Papier perfekt – bis der Blick in Richtung der Ludwigsburger Mannschaftsbank ging. Die Barockstädter mussten, wie schon in der Vorwoche in Dresden, personell limitiert agieren und zusätzlich noch mit Lars Danziger und Yohann Tchouaffe noch zusätzlich auf zwei Stammspieler verzichten. Das Duo weilt(e) ebenso wie Headcoach Khee Rhee beim Qualifikationsturnier der NextGen EuroLeague in Bologna – und sah aus der Distanz eine der besten Saisonleistungen der Porsche Basketball-Akademie.

Ob ihrer nur geringen Außenseiterchance wissend und darum kämpfend waren die Ludwigsburger ab dem ersten Moment im Spiel und verdienten sich eine erste Führung (5:11, 5. Spielminute). Vor allem David Engelhart und Armin Pivac schulterten viel offensive Verantwortung, sicherten sich zahllose Rebounds und verankerten gemeinschaftlich eine sehr gute Pick-n-Roll-Defensive. Natürlich- und erwartbarerweise wusste Fellbach diese Sequenzen zu beantworten: Die Flashers ließen das Spielgerät sehr gut durch die eigenen Reihen und ihre Gegenspieler dadurch Extra-Meter laufen, erspielten sich beste Gelegenheiten und verwandelten die daraus resultierenden Würfe hochprozentig. Nik Schlipf ragte aus einem guten Verbund heraus, wirklich hervorzuheben war auf einem hohen Niveau, aber keiner der Hausherren, die allesamt einen guten Job machten. Bis zum Seitenwechsel wirkten die Fellbacher zunehmend souveräner, was auch an 10 Ballverlusten der BBA lag (40:31, 20.).

Wer nun aber auf eine Vorentscheidung gesetzt hatte, musste sich verwundert die Augen reiben. Ludwigsburg ließ weiterhin sein Herz auf dem Parkett, verteidigte exzellent und agierte in der Verteidigung nahe dem Optimum seiner Möglichkeiten. Immer wieder erzwangen die Gelb-Schwarzen schwierigste Wurfgelegenheiten, immer wieder war Fellbach, das ebenfalls nicht in Bestbesetzung angetreten war, nur zweiter Sieger. Die Gäste nutzten dieses Momentum durch ihre beiden Ältesten: Marko Masic und Abdulhay Kömürkara besorgten den Führungswechsel (56:57), der nach vorangegangenem, zweistelligem Rückstand durchaus überraschend und dennoch hochverdient war. Die Hoffnung zur Sensation keimte – wuchs aber nicht mehr an. Denn in den abschließenden 07:22 Minuten gelangen den Gästen nur noch vier Punkte. Die Flashers bekleckerten sich ihrerseits ebenfalls nicht mit Ruhm, entschieden aber die Partie durch den besten Spieler auf dem Parkett – Schlipf – für sich.

Der gewisse Stolz über die Leistung wird in der Rundsporthalle in den kommenden Tagen in Eifer umgewandelt werden: Ludwigsburg hat weiterhin alle Postseason-Chancen in der eigenen Hand, gleichzeitig aber ein entscheidendes Spiel vor Augen. Am Samstag gastiert Frankfurt in der Barockstadt. (Nur) mit einem Sieg bleiben die Schwaben garantiert in den Top-8. Showdown it ist!

Stats

Für Fellbach spielten: Nik Schlipf 17 Punkte / 5 Rebounds, Mateus Rodrigues Rocha 11, Jakob Hanzalek 11 / 7 / 6 Assist, Tyseem Lyles 10, Jeremy Kovalev 9 / 10, Nelson Okafor 6 / 10, Travis Davis 2 und Thomas Billinger.

Für Ludwigsburg spielten: Marko Masic 18 Punkte / 5 Rebounds, David Engelhart 12 / 13, Armin Pivac 9 / 13, Jonathan Knödel 8, Abdulhay Kömürkara 7, Sebastian Kuhn 6 und Kenan Youdom 1 / 5.

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