Foto: Sascha Walther.
Netto BBL Pokal? Check. Auftakt in der easyCredit BBL? Check. Mit dem ersten Heimspiel der Saison 2026/2027 erleben die MHP RIESEN Ludwigsburg am Donnerstag (24.09.; 18:30 Uhr) den dritten und vorerst letzten Start: Gegen Rostock sind die Schwaben erstmals auf eigenem Parkett gefordert und möchten in der MHPArena siegreich ins lange Spieltagswochenende starten.
Das gemeinschaftliche Warten, die pflichtspielfreie Zeit, sie hat auch im Südwesten der Republik ein Ende. Nach den Duellen gegen Crailsheim (Mitgliederspiel), Bamberg (Dauerkarten-Special), Chalon-sur-Saône (Season Opening, allesamt Rundsporthalle) sowie den Auswärtsspielen in Göppingen und Neu-Ulm sind die MHP RIESEN Ludwigsburg am 2. Spieltag endlich mit allen Gelb-Schwarzen sowie endlich wieder in den eigenen vier Wänden im Wohnzimmer MHPArena aktiv – und freuen sich auf eine ideale Kombination aus Neuem und Vertrautem. Der Zauber eines Neustarts ist auch in Gelb-Schwarz sehr spürbar.
Gepaart mit dem Namen des Gegners, den ROSTOCK SEAWOLVES, ist da allerdings auch eine Portion Groll dabei. Trotz neuformiertem Team streben Elijah Hughes, Yorman Polas Bartolo, Julis Baumer und Co. nach Revanche für die 71:91-Niederlage im Play-In-Duell Mitte Mai. Ein Gastauftritt am Ostseeufer, der viele Nachwirkungen und letztlich auch den Trainerwechsel zur Folge hatte: Ludwigsburg scheiterte an der ersten Postseason-Hürde, musste in die Sommerpause und entschied sich für eine vollumfängliche Neuakzentuierung im Trainerstab und diverse neue Leistungsträger im Kader – während die Mecklenburg-Vorpommern, dazu später mehr, sich für ihren eingeschlagenen Weg belohnten.
Die Ludwigsburger Weichenstellungen sorgen für eine mittelfristige Perspektive, die kurzfristig noch mehr Zeit, mehr Abstimmung, mehr Training und mehr Detailarbeit erfordern wird. Gleichzeitig gilt es auch im Hier und Jetzt Leistung zu bringen, was am Sonntag im Schwaben-Derby zwar immerhin phasenweise, aber auf alle Fälle auch nur phasenweise gelang. In eigener Halle sollen die Lehren des 1. Spieltags, das Mehr an Rhythmus bei allen Beteiligten, vor allem bei Patrick Cartier (Comeback in Kirchheim / zuvor Rückenprobleme) und Justin Kier (Comeback in Ulm / zuvor Sprunggelenksblessur), generell der Heimvorteil und ein geringeres Maß an Fehlern zum Erfolg führen.
„Es ist unser erstes offizielles Spiel vor unseren Fans; wir wollen eine besondere Verbindung aufbauen und unser ‚CASTILLO‘ nach und nach in eine Festung verwandeln. Wir brennen darauf, unser erstes Heimspiel zu bestreiten und zu gewinnen, müssen aber unsere Leistung über längere Zeiträume hinweg konstant halten, da Rostock eine gute Mannschaft mit großgewachsenen Spielern ist, die mit einer starken Leistung im Rücken anreist“, analysiert Cheftrainer Carles Durán.
Die Fehler waren und sind zum Start einer Saison, noch dazu bei einer neu formierten Mannschaft, erklärbar und allerorts verbreitet, die wesentlichen Elemente wie Einsatz, Fleiß und Resilienz stimmten bei den Ludwigsburgern aber bereits. An der Anzahl der Ballverluste (13), der Spielstruktur in der Offensive (33,3 FG% | 16 Assists) und den defensiven Mängeln in Korbnähe (46 Zonen-Punkte seitens Ulm) lässt sich dagegen – you can’t teach heart – einfacher arbeiten.
Neben allem Training läuft auch der Genesungs- und Regenerationsprozess: Cartier und Kier sind bereits zurück, bei den drei verbliebenen Lazarett-RIESEN wird die Lage ebenfalls fortwährend besser. Einerseits ein Beleg für die gute Arbeit von Athletik-Trainer Chris Köller, Physiotherapeut Tim Kistermann und den Team-Ärzten Dr. Florian Langhoff und Dr. Chris Weller, andererseits eine Positiv-Nachricht für alle, die es mit den Barockstädtern halten. Die Durán’schen Optionen werden mehr, das Aufgebot breiter und die taktisch-spielerischen Möglichkeiten vielfältiger.
Foto: Erik Schwiderski
Rostock reist derweil vielleicht mit motivierter, auf jeden Fall aber mit breiter Brust gen Süden: Die vergangene Auswärtsfahrt mündete vor anderthalb Wochen zwar mit dem Aus im Netto BBL Pokal (81:90 @ Hamburg), dafür wurde am Wochenende Aufsteiger Phoenix Hagen in der Ostsee versenkt: Der 102:92-Erfolg mag mit +10 vielleicht wenig komfortabel klingen, wirklich Spannung kam nach dem 20:0-Auftakt in den ersten dreieinhalb Minuten aber keine auf. Nicht falsch verstehen: Die Nordrhein-Westfalen sind zweifelsfrei ein ambitionierter Neuling und veritabler Herausforderer, die SEAWOLVES aber mittlerweile eine ganze Nummer größer und ein regelmäßiger Gast im europäischen Wettbewerb.
In dieser Saison tritt Rostock im BKT EuroCup an, trifft dort auf Jerusalem, Riga, Le Mans, Ljubljana, Thessaloniki, Burgos und Tortona. Der Klub ist drauf und dran, im fünften Jahr im Oberhaus seine historischen Bestwerte neu zu definieren. Dabei helfen soll weiterhin Headcoach Przemysław Frasunkiewicz, Top-Guard TJ Crockett, Elias Baggette, Bent Leuchten, Dominic Lockhart, Robin Amaize, DeAndre Lansdowne, Owen Klassen, … ein eingespielter Mannschaftskern, der unter anderem mit Artur Konontsuk, Jonathan Stove, Zach Copeland und Todd Withers vielfältig und mit vielen Zentimetern für die (nun) Doppelbelastung ergänzt wurde und eine Mannschaft formte, die an Spieltag 1 mit Punkten (102), Assists (25), Steals (9) und Effektivität (120) glänzte. Fakten, die Rostock zum Favoriten in dieser Partie machen.
Foto: Sascha Walther
Entscheidend ist ohnehin auf dem Parkett – was in dieser Saison weiterhin vom TV- und Livestream-Partner der easyCredit Basketball Bundesliga, Dyn, seit dieser Saison aber mit einem neuen Sende-Konzept telegen umgesetzt wird. Verkürzt zusammengefasst: Statt der NEP Germany GmbH ist nun die SPONTENT GmbH für die Produktionen zuständig, statt eines rotierenden TV- und Kommentatoren-Pools wurde jedem Klub ein Standort-Team samt Kommentator zugeteilt. In und für Ludwigsburg ist das Florian von Stackelberg, der in der MHPArena alle Partien kommentieren wird.
9 – Spiele, 3 Siege: Ludwigsburg vs. Rostock ist ein historisch junges Duell mit Vorteilen für die Nordostdeutschen. In der MHPArena ist die Bilanz derweil deutlich Gelb-Schwarz: 3:1.
10 – Akteure (6x Rostock, 4x Ludwigsburg) standen im Play-In-Duell im Mai für ihre Farben bereits auf dem Parkett. Von den 24 damals (und am Donnerstag) eingesetzten Akteuren wissen also 41,7% sehr persönlich von der Bedeutung des letzten Duells.
21 – Punkte markierte Artur Konontsuk samt herausragender Trefferquote (87,5 FG%) und 6 Rebounds zum Liga-Auftakt. Der Este wird auf der Vier Yorman Polas Bartolo, David Joplin und Patrick Cartier viel Arbeit bescheren.
Informationen
MHP RIESEN Ludwigsburg vs. ROSTOCK SEAWOLVES
Donnerstag, 24.09.2026, Tip-Off 18:30 Uhr
MHPArena, Schwieberdinger Straße 30, 71636 Ludwigsburg
live bei Dyn | Tickets unter riesen-tickets.de | live bei YouTube (Fan- & Blindenradio)