Foto: Sascha Walther.
Einen Tag nach dem Heimspiel samt Sieg gegen Rostock sind die MHP RIESEN Ludwigsburg bereits wieder auf Achse. In der zweiten Hälfte des Doppelspieltags gastieren die Gelb-Schwarzen am Samstag (26.09.; 20:00 Uhr) bei den BMA365 Bamberg Baskets. Abermals möchten die Schwaben als Außenseiter überzeugen.
Schwach gestartet, besser geworden, sehr gut aufgeholt und dann, im Idealfall mit großartiger Defensive, gewonnen. Der Saisonstart der MHP RIESEN Ludwigsburg ist bisher höchst unterhaltsam verlaufen, beinhaltete ab dem Sprungball aber auch emotionale Achterbahnfahrten. In Neu-Ulm sorgten die G-Kräfte für einen zu langen Kontrollverlust samt Defensiv-Crash im Schlussabschnitt, gegen Rostock beschenkten sich die Schwaben selbst mit Euphorie und Ekstase und alle, die es mit ihnen halten, mit einem Endorphinschub. Die letztlich siegbringenden Korberfolge von Yorman Polas Bartolo, Justin Kier und Ish Leggett wurden am Donnerstag einerseits bejubelt und der Heimvorteil andererseits ausgekostet – sowohl während als auch nach dem Spiel. Vorangegangen war eine kontinuierliche RIESEN-Leistungssteigerung, die im vierten Viertel die beste Defensive, den besten Offensiv-Output und damit die definitiv verdiente, dennoch aber lange Zeit nicht wahrscheinliche, Wende erst möglich gemacht hatte.
Die Spiel-Analyse von Cheftrainer Carles Durán beinhaltete auch einen klaren Ausblick: „Entscheidend ist in den meisten Spielen der Schlussabschnitt und da haben wir sehr gut verteidigt. Wir müssen einiges verbessern und hatten einige Probleme. Das Team hat mit großem Einsatz und einer herausragenden Mentalität gespielt, aber wir müssen besser sein, wenn wir in Bamberg gewinnen möchten.“
„Besser sein“ beinhaltet dahingehend auf jeden Fall einen besseren Start und eine konsequentere Spielgestaltung. Hier leisteten sich die Barockstädter gegen Rostock erneut zu viele und zu einfache Fehler. Die folgende Leistungssteigerung war beachtlich und begeisternd, die Art des Spielverlaufs wird den MHP RIESEN Ludwigsburg in den nächsten Monaten aber nicht allzu oft zum Siegen reichen. Es gilt früher besser, im Sinne von fehlerfreier, zu agieren, die Rebound- und Defensivsequenzen schneller zu kontrollieren und dann die eigenen Stärken zur Geltung zu bringen. Und auch diese Stärken sind, Achtung Wiederholungsgefahr, beachtlich: Moral, Einsatz, Fleiß und Resilienz zeichnen die Mannschaft aus.
Foto: Fotostand / Voelker.
Am Samstag werden sie in Freak City nun erneut auf die Probe gestellt. In Bamberg geht’s zum dritten Mal in Serie gegen ein Postseason-Team der Vorsaison, zum dritten Mal in Serie gegen einen international spielenden Klub und zum dritten Mal in Serie als Außenseiter ins Spiel. Denn neben dem Heimvorteil der brose ARENA (5.700 Plätze) und einem breit aufgestellten Team – unter der Ägide von Jesús Ramírez – gehen die Franken mit maximalem Rückenwind ins Wochenende. Parallel zum RIESEN-Sieg gegen Rostock zerlegten die Bamberger RASTA Vechta auswärts in seine Einzelteile (67:108). Die Niedersachsen gingen nach dem erfolgreich absolvierten Qualifikationsturnier für die Basketball Champions League mit vier Spielen binnen sechs Tagen, ersatzgeschwächt und erschöpft in die Partie, die Dominanz der Franken war nichtsdestotrotz äußerst beachtlich. Der Pokalsieger scheint angekommen in der Hauptrunde. Nachdem es, wie auch für Ludwigsburg, eine Auswärtsniederlage (72:108 @ München) setzte, soll nun der erste Heimsieg folgen.
Maßgeblich dafür sollen Richard Balint (8,0 PpS / 2,0 ApS / 2,0 RpS / 2,5 SpS), Jordan Wright (16,5) und Trevon Scott (13,0 / 5,5 RpS) sein. Das Führungstrio ragt aus einem starken Kollektiv hervor, das Ramírez in eine neue Ära führen wird. Der 46-Jährige trifft am Samstag auf seine bisherigen Kollegen Durán und Jandro Zubillaga, mit denen er im letzten Jahrzehnt schon in Bilbao und Székesfehérvár zusammenarbeitete. Die(se) Freundschaft(en) müssen naturgemäß am Wochenende ruhen, die Vorfreude ist dennoch beidseitig groß.
Dies gilt auch für weitere Beteiligte: Oshane Drews arbeitet am RIESEN-Debüt, Jonas Wohlfarth-Bottermann und Darius Perry an ihrer Genesung. Der Co-Kapitän wird in Franken erneut im Kader stehen, könnte demnach in der ausgedünnten Center-Rotation wieder eine Option sein. Ob der 27-jährige Guard dies sein wird, bleibt abzuwarten. Gegen Rostock wollte der US-Amerikaner für seine Farben jeden Schmerz aushalten, musste aber nach kurzer Einsatzzeit erkennen, dass sein Mitwirken auch mit familiärem Support aus den Vereinigten Staaten gesundheitlich keinen Sinn ergab.
Allerdings wissen die Ludwigsburger sehr gut, dass sie als Einheit fungieren können und werden – und nach und nach Rhythmus aufnehmen. Nach Tommy Rutherford, Ish Leggett und Patrick Cartier kommen auch Yorman Polas Bartolo, Julis Baumer, Maxwell Dongmo Temoka und Elijah Hughes zunehmend auf Betriebstemperatur. Alles andere ergibt sich im Verlauf der 40 Minuten, in denen die MHP RIESEN am Ende erneut keine Sekunde verschenken werden und dies auch am Anfang nicht (mehr) möchten.
12 – Sekunden Einsatzzeit und damit nach dem Einsatz im Netto BBL Pokal auch das Debüt in der easyCredit BBL: Lars Danziger macht weiterhin in beeindruckendem Tempo die nächsten Schritte.
18 – Rostocker Turnover forcierte Ludwigsburg am Donnerstag. Das Mehr an Ballbesitzen wurde perfektioniert mit einem fehlerfreien Schlussabschnitt, in dem die Schwaben sich keinen Ballverlust mehr erlaubten und hierdurch die Chance zur Wende hatten.
2.972 – Zuschauer:innen waren im ersten Heimspiel in der MHPArena vor Ort und sorgten für eine akustisch lautstarke Kulisse, die auch in Bamberg zu erwarten ist. Der Liga-Auftakt des Pokalsiegers dürfte in Freak City sehr stimmungsvoll werden.
BMA365 Bamberg Baskets vs. MHP RIESEN Ludwigsburg
Samstag, 26.09.2026; Tip-Off 20:00 Uhr
brose ARENA, Forchheimer Str. 15, 96050 Bamberg
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