Foto: Sascha Walther / Eibner.
Das nächste Spiel ist immer das wichtigste, in diesem Fall aber auch ganz generell von großer Postseason-Relevanz: Am Samstag (25.04.; 18:30 Uhr) treffen die MHP RIESEN Ludwigsburg, aktuell Siebter des Tableaus in der easyCredit BBL, auf Rostock, momentan Zehnter. Das Duell zwischen Südwest- und Nordostdeutschland ist im Hinblick auf die Play-Ins wichtig und für beide Klubs von großer Bedeutung. Für die Gelb-Schwarzen erhält das Match-Up aufgrund des Aktionstages von ‚Gib Rassismus einen Korb‘ eine zusätzliche Bedeutung.
Das Jahr und die Spielzeit sind eine weitere Woche fortgeschritten, die tabellarische Lage ist unverändert, die Dringlichkeit ist für die Klubs in der Beletage des deutschen Basketballs natürlich dennoch zunehmend: Nur noch vier Spieltage sind ausstehend, um die jeweiligen Ziele zu erreichen oder ihnen zumindest so nahe wie möglich zu kommen. Natürlich auch in Ludwigsburg. In der Barockstadt ist die Maßgabe – sportlich betrachtet – bekanntermaßen eine mehrteilige. „Besser als im Vorjahr sein“, haben Cheftrainer Mikko Riipinen und sein Team als erste Stufe der Erfolgstreppe definiert. „Besser“ ist dabei bewusst etwas vage formuliert.
Durch den 83:73-Erfolg in Heidelberg ist der erste Schritt aber zweifellos greifbar geworden. Der 16. Saisonsieg egalisierte die Marke aus dem Vorjahr (2024/2025: 16 Siege / 16 Niederlagen), der 17. Erfolg würde (erneut) für eine mindestens 50%ige Erfolgsquote sorgen. Im Frühjahr 2025 genügte diese Quote für Rang 11. Nun sollen eine höhere Siegquote und mehr Erfolgserlebnisse sowie ein Top-10-Platz das Erreichen des „Besser-Prädikats“ im Hauptrunden-Endspurt ganzheitlich werden lassen. Soweit zum Allgemeinen. Das Spezielle beinhaltet das Heimspiel gegen Rostock.
Die SEAWOLVES reisen als unmittelbarer Verfolger ins Schwäbische, mussten zuletzt aber einige Rückschläge verkraften: Sieben der letzten zehn Partien gingen verloren, zuletzt am Mittwoch die Nachholpartie in Hamburg (91:86). Die Fünf-Punkte-Differenz nach Verlängerung ist gleichermaßen klein wie bezeichnend. Auch gegen Chemnitz (-5), in Berlin (-4), in Oldenburg (-2) und gegen Ulm (-7) gab’s in den letzten Wochen knappe Pleiten. Das Abrutschen auf den zehnten Platz ist die Konsequenz, die Postseason-Chancen am Osteeufer aber nach wie vor vorhanden. Also: Eine Wiederholung des Vorjahres-Ergebnisses ist sehr realistisch, als Rostock aufgrund eines 5:5-Endspurts im Vierer-Vergleich noch Zehnter wurde und erstmals die Play-Ins erreichte. Oldenburg wurde Neunter, Ludwigsburg und Vechta folgten auf den Plätzen 11 und 12. In diesem Jahr sind die Klubs erneut gleichauf, wenn auch mit vertauschten Rollen und mit Chemnitz (14:16) im Sandwich dazwischen.
Der mecklenburg-vorpommerische Vorteil im Hinblick auf Personal-Rekrutierung und internationaler Wettbewerb, im FIBA Europe Cup ging’s bis ins Top-16, ist mittlerweile geschwunden, aber noch vorhanden: Der ProA-Meister des Jahres 2022 befindet sich unter Przemysław Frasunkiewicz auf einem Allzeit-Hoch. Neben dem polnischen Headcoach sind die Topscorer aus dem Hinspiel bekannt – TJ Crockett (16,9 Punkte pro Spiel) und D’Shawn Schwartz (13,5). Hinzu kommen in der Stammrotation Phillip Green IV (12,3), Lukasz Kolenda (10,0), Andy van Vliet (9,8 / 4,4 Rebounds), DeAndre Lansdowne (9,0 / 4,0), Kassim Nicholson (9,0 / 5,7 Rebounds), Owen Klassen (7,2 / 8,3), Elias Baggette (6,5 / 3,8 Assists), Bent Leuchten (4,5), Sid-Marlon Theis (3,0) und Dominic Lockhart (1,8).
Viele Namen, zwei gemeinsame Nenner: Defensive und Erfahrung. Einzig Leuchten und Baggette sind mit 23 Jahren verhältnismäßig jung, danach folgt mit Crockett (26) bereits ein Veteran mit fünfjähriger Europa-Erfahrung. Die Rostocker wissen, was sie tun – sowohl neben als auch auf dem Parkett. Die Kontrolle der Rebounds ist dabei spielerisch ein Schlüsselelement. 42,9 Abpraller sichern sich die SEAWOLVES pro Spiel, kein Team in Deutschland ist besser, Jena (40,2), Ludwigsburg (39,7) und Bonn (39,5) aber immerhin auf statistischer Tuchfühlung.
Folgerichtig wird die Arbeit unter den Brettern am Samstag ein Schlüssel zum Sieg sein – gerade deshalb, weil beide Mannschaften mit Treffern durchaus geizen (LUD: 43,4 FG% / HRO: 41,9 FG%). Auch der Gang an die Freiwurflinie, hier stand und traf Crockett im Hinspiel 19-fach, wird wichtig und könnte ein Ludwigsburger Trumpf sein. Mit 23,4 Versuchen pro Partie sind die MHP RIESEN, nach Hamburg, das Top-Team der easyCredit Basketball Bundesliga. Und, um noch eine Statistik anzuführen: Das Hinspiel-Ergebnis (96:89) und der Direktvergleich (aktuell -7 aus RIESEN-Sicht) könnten wichtig sein in einer Partie, in der Nuancen entscheiden dürften.
Vom Kleinen wieder ins Große und in die MHPArena in Gänze: Anlässlich der vergangenen (Projekt)Monate von ‚Gib Rassismus einen Korb‘ (GreK) steigt am Samstag auch der dazugehörige Aktionstag. Anlässlich dessen erwarten die Schwaben (zusätzlich) über 600 Schüler:innen und Schüler im RIESEN-Wohnzimmer. Klassisch und aus den Vorjahren bekannt werden dahingehend die Blöcke G1 bis G3 zu reinen Stehplatz-Sektionen und die Kapazität damit auf 4.200 Plätze erhöht. Der Blick in den Vorverkauf verdeutlicht: Bis auf einige Restkarten ist die Partie ausverkauft. Das Schnellsein lohnt sich, das Dabeisein auch. Diverse Schulen beteiligten sich nur in den vergangenen Wochen aktiv, sondern werden auch im Umlauf, auf den Rängen und dem Court – mit der Trophäen-Übergabe des beim ‚GreK‘-Turnier siegreichen 3×3-Teams aktiv mitwirken.
4 bis 14 – sind die Zahlen hinter den für Ludwigsburg noch möglichen Abschlussplatzierungen. Die Tabellenprognose der easyCredit BBL schafft Klarheit.
4 – Ungleichheiten gibt’s, Stichwort Tabelle, noch im Tableau: Ulm und Bonn haben bereits 31 absolvierte Partien, während München und Rostock mit je 29 Spielen noch eines ausstehend haben. Ab Montag, dann steigt im BMW Park der 23. Spieltag, ist der Blick auf Tabelle wieder ohne Varianzen und Variablen.
9 – Mal werden die MHP RIESEN Ludwigsburg in der Hauptrunde „ausverkauft“ vermelden können. Mindestens. Mit dem Blick auf das noch ausstehende Spiel gegen den FC Bayern Basketball (07.05.; 18:30 Uhr) dürften es zehn Partien werden. Zudem ist der Zuschauerzuspruch auch in dieser Spielzeit immens (Schnitt: 3.882 / Auslastung: 97,1%).
MHP RIESEN Ludwigsburg vs. ROSTOCK SEAWOLVES
Samstag, 11.04.2026, Tip-Off 18:30 Uhr
MHPArena, Schwieberdinger Straße 30, 71636 Ludwigsburg
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