XXL-Schritt in Richtung Postseason-Qualifikation

Category News Date 2026-04-26 MHP RIESEN Ludwigsburg vs. ROSTOCK SEAWOLVES 75:61

Foto: Sascha Walther / Eibner.

Das macht(e) sehr viel gute Laune und sehr viel Lust auf den Mai: Die MHP RIESEN Ludwigsburg feiern einen 75:61-Sieg gegen Rostock. Durch den Erfolg mit 14 Punkten Differenz sichern sich die Gelb-Schwarzen, unterstützt von 4.200 Zuschauer:innen, in der zum neunten Mal ausverkauften MHPArena, sowohl den zweiten Sieg in Serie als auch den Direktvergleich gegen die SEAWOLVES. Beides ist wichtig im Hinblick auf die angestrebte Top-10-Platzierung.

Begeisterte Fans, begeisterte Schüler:innen und begeisterte Sportler – wobei sich das alles nicht gegenseitig ausschließt – das vorletzte Hauptrunden-Heimspiel ist für die MHP RIESEN Ludwigsburg perfekt verlaufen. Und dies hat vor allem zwei Gründe: Einerseits betraf dies die 600 Teilnehmer:innen des Aktionstags von ‚Gib Rassismus einen Korb‘, andererseits war natürlich das Geschehen auf dem Parkett dafür von höchster Relevanz. Hier benötigten die Hausherren zwar rund zehn Minuten, mehrere Wechsel, eine Auszeit und eine Viertelpause, ehe sie die Spielkontrolle übernahmen, dann waren die Gelb-Schwarzen aber über sehr viele Zweifel erhaben.

Denn in Folge des 19:26-Rückstands nach dem ersten Abschnitt übernahmen sie schrittweise das Spiel, zunächst und vor allem in der Verteidigung: Lediglich 35 Zähler gestatteten die Schwaben ihren Gästen vom zweiten bis zum vierten Viertel – und hatten ab dann alle Rostocker im Griff. Die Ausnahme bis zur elften Spielminute hieß TJ Crockett. Der beste Mann des Hinspiels war auch im Rückspiel präsent, traf traumwandlerisch aus der Distanz und hatte bereits früh eine zweistellige Scoringausbeute. Auf Ludwigsburger Sicht fiel der Dreier zwar ebenfalls hochprozentig, immer wieder waren die Schwaben aber beim Rebound oder innerhalb der Zone zu nachlässig – was sich schrittweise änderte und bereits zur Pause, allen voran durch Korberfolge von Stef Smith, Tray Buchanan, Elijah Hughes und Babacar Sane auf der Anzeigetafel bemerkbar machte. Die omnipräsente Physis der Partie zerrüttete das Geschehen mit fortlaufender Dauer zwar zunehmend, Nutznießer von Freiwurfgelegenheiten waren aber zunehmend die Hausherren  (41:39, 20. Spielminute).

Terrell Harris entscheidet die Partie

Foto: Sascha Walther / Eibner.

Deutlich(er) und überzeugend(er) wurde es dann nach dem Seitenwechsel! Denn die MHP RIESEN fokussierten sich, wie auch Cheftrainer Mikko Riipinen im Dyn-Halbzeit-Interview bei Stefan Koch erläuterte, neu auf den im Vorfeld vorbereiteten Defensivplan. Fortan sicherten sie sich (noch) mehr Rebounds und verhinderten jeglichen Fluss in der SEAWOLVES-Offensive. Bis auf einzelne Ausnahmen und den nun deutlich unauffälligeren Crockett kam von den Mecklenburg-Vorpommern, trotz allem Eifer, wenig bis nichts (56:47, 30.).

Anders bei den Barockstädtern: Diese fanden und hatten multiple Optionen in der Tiefe ihrer Rotation, sodass zahlreiche Akteure wichtige Elemente und Aspekte zu einer souveränen Leistung beitragen konnten. Die Arbeitsaufteilung – Bigs: Rebounds & Defensive, Guards:  Scoring und von allen RIESEN ein bisschen was von allem – sorgte für die Vorentscheidung, die Terrell Harris veredelte. Der 32-jährige US-Amerikaner machte, 26 Tage nach seinem Wechsel ins Gelb-Schwarze, erneut ein sehr gutes und wahrscheinlich sein bis dato bestes Spiel. Mit Souveränität, Solidität und einer äußerst geringen Fehler-Anzahl war er erneut zur Stelle und sorgte allein im vierten Viertel mit sieben Zählern, zwei Rebounds und einem wichtigen Assist auf Yorman Polas Bartolo für die gefeierte Entscheidung.

Umjubelt deshalb, da der zweite Sieg in Serie sich auch tabellarisch ausbezahlt. Ludwigsburg vergrößert den Abstand auf die Plätze 10 bis 12 (Chemnitz, Rostock, Oldenburg – alle 14 Siege) auf drei Erfolgserlebnisse und klettert aufgrund der Trierer Niederlage in Jena auf Rang 7. Diesen gilt es fortan mindestens zu verteidigen. Als nächstes beim Auswärtsspiel in Braunschweig (02.05.; 20:00 Uhr).

Stimmen & Stats

Für Ludwigsburg spielten: Terrell Harris 17 Punkte / 6 Rebounds, Stef Smith 14, Tray Buchanan 13, Elijah Hughes 12, Keeshawn Kellman 6, Babacar Sane 5 / 7, Brandon Tischler 3 / 5, Yorman Polas Bartolo 3, Gavin Schilling 2 / 7, Jonas Wohlfarth-Bottermann und Maxwell Dongmo Temoka.

Für Rostock spielten: TJ Crockett 24 Punkte, D’Shawn Schwartz 10 / 7 Rebounds, Bent Leuchten 9, Owen Klassen 6 / 10, Elias Baggette 4, Phillip Greene IV 3, DeAndre Lansdowne 3 / 6, Lukasz Kolenda 2, Dominic Lockhart, Andy van Vliet und Si-Marlon Theis.

Statements

Przemysław Frasunkiewicz | Headcoach ROSTOCK SEAWOLVES
"Ich denke, dass wir defensiv einen sehr, sehr guten Job gemacht haben. Wir haben unseren Plan sehr gut umgesetzt, den wichtigsten Mann [Stef Smith] bei 3/12 aus der Distanz gehalten und zu 7 Ballverlusten gezwungen. Andererseits war es entscheidend, dass wir aus unserer guten ersten Halbzeit nicht ansatzweise defensiv etwas mit in die zweite Halbzeit übertragen, in Punkte umwandeln oder in der Transition zu Zählbarem kommen konnten. Ein katastrophales Spacing, eine katastrophale Entscheidungsfindung. Wir konnten nicht mal einen Lay-Up oder Freiwürfe verwandeln. Das hat uns am Ende dieses Spiel gekostet."
Mikko Riipinen | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Glückwunsch an unsere Fans und an jeden Menschen, der heute hier war, um uns zu unterstützen sowie an jeden in unserem Klub! Es war ein herausforderndes Spiel gegen ein gutes Rostocker Team, das über ein sehr gutes Playbook verfügt. Sie sind eine der Mannschaften, die mit am schwersten in der Liga [easyCredit BBL] zum Scouten sind. Viele Spieler können viele Positionen spielen, sie haben verschiedene spielerische Varianten. Ich bin also sehr stolz, wie wir zu Großteilen der Partie fokussiert agiert haben. Ich mag es sehr, wie unsere Jungs präsent waren und geblieben sind. Spieler wie beispielsweise Gavin Schilling, der im letzten Spiel gar nicht gespielt hat. Er kam rein und hat seinen Teil beigetragen: Mit 7 Rebounds in 11[35] Minuten Spielzeit gegen einen physischen Gegner. Auch Jonas Wohlfarth-Bottermann, der ebenfalls nicht viel gespielt [08:25 Minuten] hat, aber mit großen Plays in den richtigen Momenten zur Stelle war. Also: Ich bin stolz auf die Moral unseres Teams und darüber, wie sie sich gegenseitig unterstützen. Natürlich gibt es Dinge, die wir besser machen können, speziell das erste Viertel und wie wir gestartet sind. In diesem Moment bin ich aber einfach nur froh über die Schritte, die wir heute gemacht haben."