#ihrundwir
Tickets

Den Rhythmus aufgenommen

Category News Date 2020-11-07 MHP RIESEN Ludwigsburg vs. BG Göttingen 100:73

Jaleen Smith steht gegen Göttingen nicht nur im Duell mit Nelson Weidemann auf dem Gaspedal: Der US-Amerikaner drückt dem Spiel, gemeinsam mit Jordan Hulls und einem starken Teamverbund, seinen Stempel auf. Foto: Pressefoto Baumann.

Die MHP RIESEN Ludwigsburg starten mit einem Sieg in die Hauptrunde der easyCredit Basketball Bundesliga: Die Schwaben besiegten im Auftaktspiel der Saison 2020/2021 die BG Göttingen 100:73 – und klettern, mindestens für eine Nacht, and die Tabellenspitze.

Obwohl die MHP RIESEN Ludwigsburg beim Heimauftakt ihre Fans und die damit einhergehende Unterstützung in der leeren MHPArena schmerzlich vermissten, starteten die Hausherren maximal erfolgreich ins Spiel: Zwei erfolgreiche Würfe von Jordan Hulls und ein Distanztreffer von Jaleen Smith sorgten für die Basis der ersten, frühen Führung (10:4, 3. Spielminute). Nachdem das Duo Hulls-Smith auch in der Folge zweifach aus der Ferndistanz eingenetzt hatte, platzte  Roel Moors lautstark der Kragen (16:4, 4.). Nach der ersten Auszeit des Veilchen-Coaches wurde das Spielgeschehen ruhiger, was vor allem die niedersächsischen Gäste für sich zu nutzen wussten. Sie holten einige Zähler auf, verkürzten bis auf fünf Punkte und sahen sich dennoch nach zehn Minuten im Nachteil. Jacob Patrick versenkte, nach den offensivärmsten Ludwigsburger Minuten der Partie, per Buzzerbeater aus der 6,75-Meter-Distanz (26:18).

In den zweiten Spielabschnitt starteten die Schwaben dann wie schon in die ersten zehn Spielminuten: wie die Feuerwehr. Ludwigsburg legte einen 7:0-Lauf aufs Parkett der MHPArena und zwang damit erneut den Göttinger Trainerstab zur Feinjustierung (33:18, 13.). Anders als im ersten Viertel sollten die belgischen Worte aber nicht auf allzu viel Gehör treffen. Denn die Veilchen kamen ab der Mitte des zweiten Viertels nur noch äußerst schwer in ihre Systeme. Die MHP RIESEN waren mit nur einem Ballverlust das spielbestimmende Team, zogen immer wieder an und traten äußerst erfolgreich aufs Gaspedal, sodass der Vorsprung bereits in der 18. Spielminute bis auf 20 Zähler angewachsen war (47:27).

Kurz nachgelassen, dann besser zurückgekommen

Nachdem Rekonvaleszent Javonate Hawkins in der Halbzeitpause bei MagentaSport einen optimistischen Eindruck hinterließ, konnte er sich auch nach dem Gang in die Kabinen nahtlos über die Fortsetzung des in Halbzeit eins Erlebten freuen. Während die Niedersachsen mit der schwäbischen Einstellung haderten, exekutierte Ludwigsburg in der Offensive derart mühelos, dass die Hausherren ihren Vorsprung im bequemen Umfeld von +20 konsolidierten. Obwohl immer wieder ein wenig der Schlendrian einzukehren drohte, blieb der Fokus unverändert hoch – und die MHP RIESEN mit einer beispielhaften Spielfreude am Drücker. Neben den ab der ersten Sekunde stark aufspielenden Hulls und Smith kam auch Yorman Polas Bartolo in der Mitte des dritten Viertels auf eine zweistellige Ausbeute. Dem Trio sprang der gesamte Teamverbund bei Seite, den auch ein Buzzerbeater von Galen Nelson nicht zu brechen vermochte (73:53, 30.).

Während sich die Gäste im Schlussabschnitt auf den letzten Versuch einer Aufholjagd einzuschwören versuchten und Moors das Credo des Nichtaufgebens von der Bank kommunizierte, funktionierte bei den Niedersachsen wenig bis nichts. Patrick und die Seinen setzten das Vorgenommene exzellent um. Der Vize-Meister glänzte auch sechs Monate nach dem größten Erfolg der nationalen Klubgeschichte in vielerlei Hinsicht, agierte defensiv aggressiv und offensiv effizient und spielte sich mehrfach in einen Lauf, sodass die Crunchtime keinesfalls spannend wurde. Die Patrick-Schützlinge kontrollierten weiterhin sehr mühelos das Geschehen und rotierten in den letzten Minuten noch einmal personell durch: Andrew Warren und Johannes Patrick kamen zu ersten und Desi Rodriguez zu weiteren Spielanteilen, nahmen ebenfalls ihren Rhythmus auf und konnten sich über den ersten „Hunderter“ der Saison freuen.

Besagten Rhythmus möchten die Ludwigsburger nach dem 100:73-Auftakterfolg auch in den kommenden Wochen beibehalten. In den nächsten beiden Partien sind die Barockstädter zuerst in Bonn (15.11.) und dann in München (22.11.) gefordert, ehe am 06.12. die HAKRO Merlins Crailsheim als nächstes Team in der MHPArena gastieren werden.

Stats

Für Ludwigsburg spielten: Jaleen Smith 24 Punkte / 7 Rebounds / 5 Assists, Jordan Hulls 20 / 7 Assists, Elias Harris 13, Yorman Polas Bartolo 13, Barry Brown 10 / 6 / 5, Tremmell Darden 9, Lukas Herzog 4, Jacob Patrick 3, Jonas Wohlfarth-Bottermann 2 / 7, Johannes Patrick 1, Andrew Warren und Desi Rodriguez.

Für Göttingen spielten: Galen Robinson 12 Punkte, Luke Nelson 10, Marvin Omuvwie 10, Tai Odiase 9, Aubrey Dawkins 7, Harper Kamp 6, Jorge Gutierrez 5 / 5 Assists, Nelson Wiedemann 3, Akeem Vargas 3, Mathis Mönninghoff 3, Dennis Kramer 2 und Benedikt Turudic 2.

Statements

Roel Moors | Headcoach BG Göttingen
"Es war heute ein sehr schwaches Spiel von uns. Wir waren nicht dafür bereit. Zwei Sachen: Wir sind in der Offensive nicht gut mit dem Ludwigsburger Druck umgegangen. Defensiv waren wir nicht bereit, um sie im 1-gegen-1 zu stoppen. Es ist sehr einfach: Sie haben sehr viel Talent. Und wenn Du nicht das Talent stoppen kannst, hast Du viele Probleme. Wir wissen, dass [Jordan] Hulls ein Schütze ist. Wenn man ihm offene Würfe gibt, wird es schwer. [Yorman] Polas Bartolo geht, auch dies wussten wir, auf jeden Offensivrebound und cuttet immer hart aus der Ecke. Wenn Du diese Tatsachen nicht annimmst, hast Du ein Problem. Dies ist eigentlich sehr einfach."
John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Ich bin sehr stolz, dass und mit welcher Art und Weise wir heute gewonnen haben. Wir hatten einen super Start: Die ersten vier, fünf Minuten waren sehr gut. Obwohl wir in der Folge unsere Konzentration ein paar Mal verloren und eher in Wellen von sehr guten und verbesserungswürdigen Aktionen agiert haben, lief es weiterhin gut. In der ersten Halbzeit hatten wir nur einen Turnover. Im dritten Viertel waren wir dann leider nicht so konzentriert, das vierte Viertel war dann aber erneut sehr gut. Alle Spieler haben gespielt – und zumindest auf der Bank war es eine super Atmosphäre mit viel Enthusiasmus. All dies gegen eine Mannschaft, die keines ihrer drei Pokal-Spiele verloren hat."