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Gut gespielt, knapp verloren: Ludwigsburg verkauft sich teuer

Category News Date 2021-05-04 ALBA BERLIN vs. MHP RIESEN Ludwigsburg 79:78

Andrew Warren war gegen Johannes Thiemann und Co. in kürzester Zeit auf Betriebstemperatur. Der US-Amerikaner machte viel Werbung in eigener Sache und avancierte mit 17 Zählern zum gelb-schwarz gekleideten Topscorer. Tilo Wiedensohler.

Das Spitzenspiel der easyCredit Basketball Bundesliga endet für die MHP RIESEN mit einer 78:79-Niederlage in Berlin. Der designierte Hauptrunden-Erste schont im Gastspiel beim Tabellenzweiten einige Kräfte, zeigt aber dennoch eine konzentrierte Leistung und muss sich erst in der Crunchtime geschlagen geben.

John Patrick setzte bereits vor Spielbeginn eine klare Maßgabe: Die Gesundheit und das Ausprobieren stünden im Mittelpunkt, so der RIESEN-Headcoach. Passend dazu setzen Jordan Hulls, Tremmell Darden, Jonas Wohlfarth-Bottermann sowie Jacob und Johannes Patrick komplett aus – und sahen von hinter der LED-Bande respektive dem heimischen Sofa einen Start mit angezogener Handbremse. Derweil agierten die Berliner ab der ersten Minute in einer Zonenverteidigung. Von Beginn sorgte diese Defensivformation für die Basis der Hausherren-Führung (9:5, 3. Spielminute). Ludwigsburg probierte gegen ebenjene Formation viel aus, übte sich in verschiedenen Offensiv-Lösungen und gestaltete die ersten Minuten damit weitestgehend ausgeglichen. Die Hauptstädter lagen zwar permanent in Front, die MHP RIESEN waren aber in Schlagdistanz, was vor allem an den Würfen aus der Distanz lag: Vier der ersten acht Wurfversuche fanden das gewünschte Ziel (18:16 / 23:21, 10.).

Direkt zum Start des zweiten Viertels sorgten die Gäste dann direkt mir dem ersten Korb für den Führungswechsel: Lukas Herzog, der stark spielte, verwandelte einen Wurf von jenseits der 6,75-Meter-Linie im Fastbreak, Oscar da Silva legte per Dreipunktspiel und Andrew Warren per Dreier nach. Ganz generell agierten die Schwaben nun sehr gut. Patricks Jungs standen defensiv felsenfest, erkämpften sich zahlreiche Vorteile – und sorgten für Kopfzerbrechen bei den Berlinern. Sie spielten, auch mit minimal weniger Intensität als gewohnt, am Optimum. Auffallend war dieser kleine Intensitätsmalus deshalb keinesfalls: Die MHP RIESEN knüpften den Hausherren den Schneid ab und bestimmten Niveau und Tempo des Spiels. Sie deckten die Mängel der Zonenverteidigung exzellent auf, sodass die Halbzeitführung verdient und folgerichtig war (41:48, 20.).

Ludwigsburg hat alle Chancen auf den Sieg

Nach dem Gang in die Kabinen fehlte es den Gelb-Schwarzen dann, anders als in den ersten zwanzig Minuten, kurzzeitig am Fokus. Die Ludwigsburger ließen die letzte Konsequenz vermissen, mussten das Schmelzen des Vorsprungs mit ansehen und sich deshalb von ihrem Cheftrainer etwas anhören (46:48, 22.). Doch sie fanden wieder den in der Auszeit angemahnten Rhythmus: McLean und Radebaugh, der seinen besten Auftritt im RIESEN-Trikot auf das Parkett legte, drehten weiter auf und sorgten für Zählbares. Trotz dessen waren die Hausherren nun wacher, präsenter und zielstrebiger – und sorgten in der 25. Minute durch Sikma für den Führungswechsel. Die Mannen von Aito Garcia Reneses konnten das Geschehen im dritten Viertel aber nicht an sich reißen. Denn die Gäste kamen, unter anderem durch Polas Bartolo, zu Antworten. Während der Deutsch-Kubaner die defensiven Schotten dicht machte, sorgten Warren und Radebaugh für offensive Glanzlichter. Die RIESEN-Führung hatte damit weiter Bestand (58:64, 30.).

Während die MHP RIESEN den Berlinern in puncto Mentalität und Einstellung überlegen waren, probierten sich die Berliner im Schlussviertel erneut am Start einer Aufholjagd. Der Meister spielte defensiv in der Crunchtime seinen besten Basketball und nutze beinahe all seine Gelegenheiten aus. Unter anderem Ben Lammers nutze das Mehr an Freiheiten. Nur folgerichtig war er auch für den Ausgleich (67:67, 34.) verantwortlich. Doch es dauerte zwei weitere Zeigerumdrehungen, bis Simone Fontecchio die Berliner Führung besorgte. Die Ludwigsburger fanden offensiv kaum noch statt, waren aber durch ihre Defensive auf Augenhöhe. Smith und da Silva sorgten mit guten Leistungen noch einmal für Entlastung – was aber nicht mehr zum Turnaround reichen sollte. Allen voran der US-Amerikaner übernahm viel Verantwortung, traf den siegbringenden Wurf aber nicht, sodass sich die Schwaben zwar hoch erhobenen Hauptes aber ohne Punkte aus der Hauptstadt verabschiedeten.

Im Anschluss an den 33. Spieltag und die knappe 78:79-Niederlage in Berlin steht für die Ludwigsburger, neben der langen Rückfahrt, noch eine weitere Hauptrunden-Partie auf der Agenda. Am Sonntagnachmittag (Tip-Off 15:00 Uhr) gastiert der FC Bayern Basketball zum nächsten Spitzenspiel in der MHPArena.

Stats

Für Berlin spielten: Niels Giffey 16 Punkte, Marcus Eriksson 14, Ben Lammers 14, Jayson Granger 12, Simone Fontecchio 11, Luke Sikma 5 / 11 Rebounds / 6 Assists, Jonas Mattisseck 3, Louis Olinde 2, Christ Koumadje 2 / 5, Johannes Thiemann, Maodo Lo und Tim Schneider.

Für Ludwigsburg spielten: Andrew Warren 17, Jaleen Smith 14 / 8 Rebounds / 5 Assists, Oscar da Silva 14, Jonah Radebaugh 13 / 7, Jamel McLean 9 / 7, Lukas Herzog 5, Yorman Polas Bartolo 3, Barry Brown 3, Desi Rodriguez und Nico Santana Mojica.

Statements

John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Gratulation an Coach Aito [Garcia Reneses] und die Berliner Mannschaft. Am Ende waren sie etwas cleverer und besser. Ich bin sehr stolz, dass wir ohne drei Starter trotzdem eine Chance hatten. Und es ist gut, dass Jaleen [Smith] zurück ist. Er war eine Woche verletzt und es ist wichtig zu wissen, dass er wieder dabei ist. Ich bin stolz, wie wir uns hier in der Mercedes-Benz Arena präsentiert haben."
Aito Garcia Reneses | Headcoach ALBA BERLIN
"Ludwigsburg hat sehr gut gespielt und sehr viel gescored. Nicht nur mit Distanzwürfen, sondern auch mit Penetrationen in die Zone. Sie spielen eine gute Defense und kollabieren sehr stark unter dem eigenen Korb. Wir hatten Probleme damit, aber Stück für Stück haben wir uns besser darauf eingestellt und am Ende das Spiel gewonnen."