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Löwen gebändigt, Rekord eingestellt, Heimvorteil gesichert

Category News Date 2021-04-13 Basketball Löwen Braunschweig vs. MHP RIESEN Ludwigsburg 71:107

Barry Brown ist der einzige Ludwigsburger, der in der Volkswagenhalle mehr als 30 Minuten auf dem Parkett steht. Der 24-Jährige hat merklich Freude an der vielen Spielzeit – und avanciert folgerichtig mit 23 Punkten zum Topscorer der Partie. Foto: SoulClap Media.

Durch einen zu keiner Zeit gefährdeten 107:71-Erfolg in Braunschweig sichern sich die MHP RIESEN Ludwigsburg die nächsten zwei Punkte und festigen einmal mehr die Tabellenführung der easyCredit BBL. In Niedersachsen punkten sechs Spieler zweistellig, die Eigengewächse Nico Santana Mojica und Aeneas Jung feiern ihr Profi-Debüt und die Schwaben stellen die 2017/2018 aufgestellte Bestmarke von 26 Hauptrunden-Siegen ein.

Im Vorfeld des 28. Spieltags rotierte Headcoach John Patrick auf gleich vier Positionen: Jamel McLean, Jonah Radebaugh und Ralph Hounnou setzen als überzählige Import-Akteure ebenso wie Jacob und Johannes Patrick aufgrund schulischer Verpflichtungen aus. Andrew Warren, Nico Santana Mojica und Aeneas Jung rückten auf. Lukas Herzog reiste, nachdem er zuletzt einen Schlag auf die Wade bekommen hatte, mit nach Braunschweig – erlebte aber mit Ausnahme der Anfangsminuten einen sehr entspannten Abend an der Seitenlinie.

Denn obwohl zwei der ersten vier Korberfolge auf das Konto der Gäste gingen, erwischten die MHP RIESEN keinen guten Start ins Spiel: Yorman Polas Bartolo und Jaleen Smith kamen aus der Ferndistanz zwar auf Betriebstemperatur (4:6, 2. Spielminute), Spielfluss oder defensiver Zugriff waren im schwäbischen Spiel zu Anfang aber Mangelware. Erst nachdem mit Tremmell Darden, Jonas Wohlfarth-Bottermann und Jaleen Smith drei Spieler aus der Startformation auf der Bank saßen, fanden die Gäste ihren Rhythmus. Sie stoppten, nach der Hereinnahme von Desi Rodriguez und Barry Brown, die gut aufgelegten Hausherren, erkämpften sich die Führung und setzten sich auf fünf Zähler ab (8:13, 6.). Da sich Ersterer leicht verletzte bekam Warren seine erste Einsatzgelegenheit und führte sich direkt standesgemäß ein: Der Veteran traf gleich zwei- und insgesamt vierfach im ersten Spielabschnitt aus der 6,75-Meter-Distanz. Wirklich zufrieden war Patrick mit dem Gezeigten aber noch nicht. Ludwigsburg erlaubte den Hausherren im ersten Viertel das Mehr an Rebounds und Feldwurftreffern in Korbnähe (19:34, 10.).

Während im ersten Spielabschnitt noch fabelhafte Quoten das Braunschweiger Chancenplus kaschierten, näherte sich das Geschehen zu Beginn des zweiten Spielabschnitts kurzzeitig an. Die Niedersachsen kamen wieder zu eigenen Korberfolgen, bei den MHP RIESEN fehlte nun das entsprechende Wurfglück, weshalb die Hausherren verkürzten und sich die Gäste besprachen (27:38, 14.). Die Antwort auf die Löwen-Jagd hieß, natürlich: Verteidigung. Die Schwaben stahlen zweifach in Folge den Ball und verwandelten den Steal je einmal durch Warren (Dreier) und Polas Bartolo (Dunking) in Zählbares. Wirklich flüssig war der Schlagabtausch nun zwar nicht mehr, die Ludwigsburger waren nun allerdings konsequent, drückten weiter aus der Distanz ab – und blieben dadurch auch dauerhaft in Front. Das Vorgenommene ging mustergültig auf. Einzig Gavin Schilling und Arnas Velicka konnten die Schwaben in der ersten Halbzeit zu selten bremsen. Vor allem der Braunschweiger Center war mit 15 Punkten und 4 Rebounds der beste Big Man der Partie, sah sich zur Halbzeit aber deutlich in Rückstand (42:60, 20.).

Ludwigsburg bleibt am Drücker

Nach dem Seitenwechsel machte beide Mannschaften dann beim in Halbzeit eins Gezeigten nahtlos weiter: Die Hausherren kontrollierten die Bretter, die Gäste den Distanzwurf. Deutlich besser waren weiterhin die Ludwigsburger, die im Teamverbund ausgeglichener agierten, effizienter verteidigten (29 Rebounds, 8 Steals) und selbstlosere Entscheidungen (26 Assists) trafen. Sie kamen mehr und mehr ins Laufen, übernahmen alsbald vollumfänglich die Spielkontrolle und setzten sich bis auf 25 Punkte ab (49:74). Erst nach einer Auszeit von Pete Strobl fehlte es (zu früh im Spiel) am notwendigen Fokus: Die MHP RIESEN ließen für einige Momente nach, weshalb Braunschweig kurzzeitig verkürzte. Gleichwohl brüllten die Löwen nur kurz. Der Tabellenführer bog schon vor dem Schlussabschnitt auf die Siegerstraße ein (57:83, 30.).

Aufgrund der deutlichen Führung kam Santana Mojica bereits in der Endphase des dritten Viertels in Sekunden und im Schlussabschnitt über Minuten zu seinem Profi-Debüt. Der 18-Jährige profitierte davon, dass Patrick viel durchrotierte und machte, wie schon in den vergangenen Wochen im Training, Werbung in eigener Sache. Ludwigsburgs Headcoach verschaffte allen Akteuren Spielanteile, schonte nicht nur im vierten Viertel seine Leistungsträger – und ermöglichte so auch Jung sein Debüt. Während Santana Mojica fünf Zähler markierte, mühte sich Jung bei seinem ersten Einsatz im RIESEN-Dress redlich, blieb aber ohne Korberfolg. Auffällig aber: Der Spielfluss unterbrach nicht mehr, Ludwigsburg stand weiterhin auf dem Gaspedal Ausschlaggebend war dies aber selbstverständlich nicht mehr. Die MHP RIESEN feierten einen auch in dieser Höhe vollkommen verdienten 107:71-Auswärtssieg und die erneute Konsolidierung der Tabellenspitze.

Durch den 26. Sieg im 28. Liga-Spiel holten die Schwaben die Punkte 51 und 52 und stellten den Rekord für die beste Hauptrunden-Bilanz (26:8 / Saison 2017/2018 ein. In den verbleibenden sechs Spielen haben sie nun entsprechend mehrere Gelegenheiten, um diese Bestmarke auszubauen und sich noch nachhaltiger in die Geschichtsbücher einzutragen. Die erste Chance hierfür bietet sich in elf Tagen dann erneut in der Fremde. Am Samstag in einer Woche gastiert der Tabellenführer bei den JobStairs GIESSEN 46ers (24. April, Tip-Off 18:00 Uhr).

Stats

Für Braunschweig spielten: Gavin Schilling 15 Punkte / 7 Rebounds, James Robinson 9, Arnas Velicka 9 / 5 Assists, Anthony Watkins 6, Jannik Göttsche 6, Benedikt Turudic 6, Lukas Wank 4, Garai Zeeb 4, Martin Peterka 4, Luc van Slooten 3, Karim Jallow 3 und Simon Roosch 2.

Für Ludwigsburg spielten: Barry Brown 23 Punkte / 7 Assists, Andrew Warren 21, Jordan Hulls 17 / 11, Jaleen Smith 12, Desi Rodriguez 10 / 7 Rebounds, Oscar da Silva 10, Yorman Polas Bartolo 5 / 5, Nico Santana Mojica 5, Tremmell Darden 4, Jonas Wohlfarth-Bottermann und Aeneas Jung.

Statements

John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Ich bin sehr, sehr stolz! Aber nicht nur, weil wir heute gegen eine starke Mannschaft deutlich gewonnen haben. Sondern auch, weil unsere Youngster – Oscar [da Silva], Nico [Santana Mojica] und Aeneas [Jung] – uns auf dem Feld gute Minuten gegeben haben. Es war für Braunschweig schwierig, da sie erst vor 48 Stunden diesen großen Sieg in München gefeiert haben. Hiervon haben wir sicherlich ein Stück weit profitiert. Andrew Warren hat oftmals in dieser Saison pausiert, aber bereits vor der Pause den richtigen Impuls gegeben und sechs Dreier getroffen."
Pete Strobl | Headcoach Basketball Löwen Braunschweig
"Lange Zeit war ich heute Abend natürlich sehr sauer, weshalb es auch in der Kabine etwas lauter wurde. Ich finde, dass wir einfach zu soft als Mannschaft waren und nicht die Intensität gematcht haben. Dies hatten wir uns vor dem Spiel vorgenommen, da dies gerade gegen Ludwigsburg von Beginn an wichtig ist. Nach dem Spiel müssen wir sagen: Vielleicht waren wir müde, vielleicht waren die Beine müde, vielleicht waren wir zu begeistert von unserem Sieg bei Bayern München vor zwei Tagen. Natürlich wollen wir immer mehr. Mehr geben, mehr zeigen und uns gut präsentieren. Heute habe ich die Mannschaft gefragt, ob dies alles ist, was wir geben können. […] Ludwigsburg hat uns von Beginn an fast alles weggenommen, wir konnten ihnen nichts wegnehmen. Dies war eine schlechte Kombination. Sie sind eine sehr gute Mannschaft und der verdiente Sieger. Gratulation."