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„Mit den eigenen Waffen geschlagen“

Category News Date 2021-11-09 Dinamo Sassari vs. MHP RIESEN Ludwigsburg 82:75

Statement-Block: Justin Simon in Aktion bei seiner Paradedisziplin. Foto: FIBA. 

Im ersten Vorrundenrückspiel der Gruppe A müssen sich die MHP RIESEN Ludwigsburg am Montagabend mit 82:75 gegen energiegeladene Sarden geschlagen geben. Dinamo Sassari spielt die sonstigen Vorteile der Schwaben gegen ihren Gegner aus und sichert sich dank einer starken Teamleistung vor heimischer Kulisse und treffsicherer Scharfschützen den verdienten ersten Sieg auf internationalem Parkett. Individuell stark zeigt sich Justin Simon mit 26 Punkten, 7 Rebounds und 3 Steals.

Nach der Heimniederlage in der easyCredit Basketball Bundesliga am Freitagabend reisten die MHP RIESEN Ludwigsburg am frühen Sonntagmorgen nach Sardinien, um es in der Basketball Champions League besser zu machen und sich gegen ein bislang siegloses Team von Dinamo Sassari den Einzug in die nächste Runde des internationalen Wettbewerbs zu sichern.

Den deutlich besseren Beginn legten allerdings die Gastgeber aufs Parkett und starteten mit einem 14:2-Lauf in die Partie (6‘), von dem die Ludwigsburger zunächst vollkommen überrumpelt schienen. 4 Turnover nach 4 Minuten offenbarten deutlich zu wenig zu Konzentration und nur mit viel Mühe arbeiteten sich die Schwaben dank Treffern von Justin Simon, Jonathan Bähre und Jonas Wohlfarth-Bottermann in die Partie (14:8, 6‘). Die Sarden nutzten die sich ihnen bietenden Chancen weiterhin jedoch deutlich besser, waren den MHP RIESEN immer einen Schritt voraus und lagen dadurch nach den ersten 10 Minuten mit 10 Punkten in Front (18:8, 10‘).

Lukas Herzog setzte dann zum Start ins 2. Viertel ein wichtiges Statement, lieferte die ersten Punkte und Jordan Hulls ließ einen Dreier folgen, der die Barockstädter wieder zurück in Schlagdistanz brachte (18:13). Jonathan Bähre musste krankheitsbedingt angeschlagen allerdings bereits nach dem ersten Viertel erneut auf der Bank Platz nehmen, woraufhin sich die Gelb-Schwarzen wie schon in der easyCredit BBL am Wochenende mit Defiziten auf den großen Positionen konfrontiert sahen. Dinamo Sassari fand weiterhin jedes Schlupfloch in der Ludwigsburger Defensive, drückte nun von überall aus dem Feld ab und zog erneut auf 10 Punkte davon (27:17, 13‘). Aber auch die nächste durch Headcoach John Patrick genommene Auszeit brachte nicht den gewünschten Effekt: Die Italiener bewegten den Ball deutlich besser, nahmen mehr Würfe und traten den RIESEN als Team geschlossen gegenüber (10:3 Assists). Auch der mit Abstand beste gelb-schwarze Werfer zu diesem Zeitpunkt, Tremmell Darden mit 8 Punkten und 4 Rebounds, konnte gegen die Leistung der Gastgeber und einen 36:27-Halbzeitstand nichts ausrichten.

„Wir haben in den ersten 20 Minuten 11 Fastbreak-Punkte zugelassen, haben offensiv sehr unkonzentriert gearbeitet. Mit unserer bisherigen Leistung in diesem Spiel können wir uns glücklich schätzen nur mit 9 Punkten hinten zu liegen – das können wir deutlich besser. Das fängt bei der Defensive an und damit, einfache Offensivplays zu machen“, kommentierte Coach Patrick das Geschehen zur Halbzeit. Diese Ansage schien im dritten Viertel zunächst zu fruchten: Bei Justin Simon platzte nun endlich der Knoten, der mit einem 0:6-Lauf in die zweite Hälfte startete. Sein Assist auf Tremmell Darden, der den Korbleger sicher einnetzte, war es dann auch, der die erste Führung im Spiel für die Barockstädter brachte. Auf eine 5-Punkte-Führung folgte dann allerdings ein erneuter Einbruch in der Defensive, den die Gastgeber zu ihrem Vorteil zu nutzen wussten und die Führung dank eines 17:4-Laufs am Ende des Viertels weiterhin behielten (59:51, 30‘).

Auch wenn die Schwaben weiterhin kämpften, war die Hypothek aus dem verpassten Start im restlichen Spiel zu hoch und konnte auch dank immer wieder wichtiger Punkte von Jordan Hulls und Tremmell Darden nicht ausgeglichen werden. Auch wenn Justin Simon für Dinamo Sassari kaum zu stoppen war, reichte die individuelle Klasse einzelner Spieler wie schon gegen die NINERS Chemnitz drei Tage zuvor nicht aus, um die starke Teamleistung des Gegners zu kompensieren. Diese forcierten allein im vierten Viertel noch einmal 6 Turnover der Gelb-Schwarzen, generierten aus spielübergreifend 18 Ballverlusten 24 Punkte und damit deutlich zu viele, um das Momentum des Spiels noch auf Ludwigsburger Seite schwingen zu lassen. Die Italiener verdienen sich dank einer starken Defensivleistung und einem heißen Händchen von jenseits der 6,75-Meter-Linie ihren ersten (Heim-)Sieg der Basketball Champions League und sind damit zurück im Rennen um die Vorentscheidung in Gruppe A.

Justin Simon, der mit 26 Punkten eine neue persönliche Bestleistung im internationalen Wettbewerb und im gelb-schwarzen Dress auflegte, gab nach dem Spiel seine Einschätzung der Leistung am heutigen Abend zu Protokoll: „Wir sind von Beginn an einem Vorsprung hinterhergelaufen, sie haben uns überrumpelt. Das haben wir in der zweiten Hälfte zunächst abschütteln können, aber Sassari hat am Ende die schweren Würfe getroffen. Normalerweise sind wir deutlich kontrollierter, was unsere Turnover angeht – heute waren es 18. Man gewinnt nicht viele Spiele, wenn man dem Gegner so viele Ballbesitze schenkt. Sie sind ein wirklich gutes Team und die Partie heute hungrig angegangen. Wir müssen defensiv besser arbeiten, unsere Angriffe zu Ende spielen und vor allem in der Verteidigung zu unserer Form zurückfinden.“

Die MHP RIESEN Ludwigsburg haben nun dank des anstehenden Pokalwochenendes – leider ohne gelb-schwarze Teilnahme – fast zwei Wochen Zeit, in die Spur zurückzufinden, bevor sie sich am 20. November auswärts mit den Basketball Löwen Braunschweig messen.

 

Für Ludwigsburg spielten:

Justin Simon 26 Punkte (7 Rebounds) / Tremmell Darden 14 (7 Rebounds) / Jordan Hulls 13 / Rawle Alkins 7 / Jonah Radebaugh 5 (6 Rebounds) / Jonas Wohlfarth-Bottermann 4 (6 Rebounds) / Jonathan Bähre 4 / Lukas Herzog 2 / Yorman Polas Bartolo und Johannes Patrick.

Für Teneriffa spielten:

Eimantas Bendzius 17 Punkte / Tyus Battle 15 / Kaspar Treier 14 / Jason Burnell 13 / David Logan 11 (10 Assists) / Stefano Gentile 6 (7 Assists, 5 Rebounds) / Christian Mekowulu 4 / Ousmane Diop 2 und Giacomo Devecchi.

Statement

John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg:
„Zunächst einmal Glückwunsch an die Mannschaft Coach Cavina und Dinamo Sassari – sie haben den Sieg absolut verdient. Sie sind mit deutlich mehr Energie und Selbstbewusstsein rausgekommen. Wir wenig Gutes in der ersten Halbzeit gezeigt. Auf unsere Reaktion im dritten Viertel bin ich stolz, allerdings konnten wir das nicht aufrechterhalten. David Logan hat ein exzellentes Spiel gemacht – wir kennen ihn als guten Schützen, heute hat er noch 10 Assists aufgelegt und seinem Team die richtigen Vorlagen verschafft. Auch Tyus Battle und Jason Burnell haben heute ein wirklich gutes Spiel gemacht und wichtige Würfe getroffen. Wir sind einfach nicht über den Berg gekommen. In dieser Saison gab es bislang nicht viele Spieler, in denen der Gegner mehr Würfe genommen hat als wir – das ist normalerweise unser Vorteil. Wir sagen immer, dass das von unserer spielerischen Härte kommt, aber Sassari hat sich heute den Sieg verdient. Sie haben uns mit unseren eigenen Waffen geschlagen.“