Punkte geholt, Tabellenführung ausgebaut

Category News Date 2021-03-24 s.Oliver Würzburg vs. MHP RIESEN Ludwigsburg 72:82

Desi Rodriguez mit der spektakulärsten Aktion des Spiels: Der 25-Jährige blockt den heranfliegenden Tyson Ward. Foto: Viktor Meshko.

Mit einem 82:72-Sieg im Gepäck kehren die MHP RIESEN Ludwigsburg aus Würzburg zurück. Der Tabellenführer gewinnt die Nachholpartie des 19. Spieltags in weitestgehend souveräner Art und Weise und kann, da Berlin in Hamburg verliert, den Abstand auf Rang zwei ausbauen.

In das (hoffentlich) letzte Nachholspiel der Saison starteten die Ludwigsburger mit einer kleinen Portion Zusatzmotivation: Bereits vor dem Spiel stand, aufgrund der vorangegangenen Berliner Niederlage in Hamburg, fest, dass der Dienstag mit einem Ausbau der Tabellenführung daherkommen könnte. Für Ludwigsburg ging es in der s.Oliver Arena entsprechend einerseits um zwei Punkte, andererseits aber auch um eine potentiell doppelte Belohnung.

Der sonst effektiv stark startende Tremmell Darden drückte dabei gleich zu Beginn zweifach aus der Distanz ab, zweifach fand sein Wurf allerdings nur den Weg auf den Ring. Der Veteran sollte unbewusst einen kleinen Ausblick auf den Abend geben: Die MHP RIESEN nahmen 46 Distanzwürfe, verwandelten aber nur zwölf. Besser machte es dann Yorman Polas Bartolo der von selber Stelle die ersten Zähler markierte. Jordan Hulls und Jonas Wohlfarth-Bottermann folgten dem Beispiel des 35-Jährigen und bauten die Führung aus (0:9, 3. Spielminute). Die Würzburger Hausherren kamen erst in der fünften Spielminute zum ersten Feldkorb, überzeugten aber durch eine gallige Defensive. Diese machte den Ludwigsburgern zu schaffen, sorgte für eine ausgeglichene Anfangsphase und die erste Auszeit von Headcoach John Patrick (9:11, 6.). Auch im Anschluss an die Seitenlinien-Ansprache blieben die Franken auf Augenhöhe, setzten Akzente und ergattern kurzzeitig die Führung (17:15). Doch die MHP RIESEN waren wach genug, um das Heft des Handelns nicht zu verlieren (17:18, 10.).

Angeführt von Geburtstagskind Desi Rodriguez und dessen Arbeitseifer gelang im zweiten Spielabschnitt ein weitestgehend konzentrierter Start: Der US-Amerikaner griff sich zwei Rebounds, markierte zwei Punkte selbst und assistierte Hulls für drei weitere. Da er zudem einen spektakulären Block an Tyson Ward folgen ließ, war das gelb-schwarze Momentum unmittelbar mit seiner Person verknüpft – wurde aber auch von seinen Teamkameraden getragen. Gemeinschaftlich und verdientermaßen stellten die Ludwigsburger in den folgenden Minuten auf +8 (25:33). Abermals kämpften sich die Unterfranken wieder heran, abermals drückten die Gäste wieder aufs Gaspedal. Beim Gang in die Kabinen lagen sie weiterhin in Front. Barry Brown sorgte mit dem Ertönen der Halbzeitsirene für den Bestand der  8-Punkte-Führung, die bei Betrachtung der Wurfquoten von jenseits der 6,75-Meter-Linie (3/24) bedeutend besser hätte ausfallen können (31:39, 20.).

23-Punkte-Vorsprung bildet Erfolgsgrundlage

Nach dem Gang in die Kabinen präsentierten sich die MHP RIESEN gewillt und fokussiert: Sie verhinderten abermals über mehrere Minuten Korberfolge der Hausherren und bauten ihre Führung auf 16 Zähler aus, ehe Julius Böhmer für den über sechs Minuten einzigen Würzburger Korb sorgte. Der 19-Jährige machte generell ein gutes Spiel und war in dieser Phase bester Würzburger. Verhindern konnte er aber nicht, dass die Schwaben dominierten. Sie bauten ihre Führung bis auf 23 Zähler (37:60) aus. Dass der Vorsprung vor dem Schlussabschnitt noch nicht vorentscheidend war, mussten sich die Schwaben einzig und allein selbst zuschreiben. Den Ertrag der Minuten 20 bis 28 machten sie durch unkonzentrierte Minuten zunichte. Wucherers Schützlingen gelangen einige einfache Korberfolge (44:63, 30.).

Während eine Entscheidung zu Gunsten der Schwaben nur noch eine Frage der Zeit schien, schwanden bei den Hausherren parallel zunehmend die Kräfte: Würzburg musste mit zunehmender Spieldauer seiner kurzen Rotation Tribut zollen. Kurzzeitig fiel dies jedoch nicht ins Gewicht. Joshua Obiesie netzte zweifach aus der Ferndistanz ein und half mit Ex-RIESE Florian Koch dabei, dass seine Farben zuerst bis auf zehn und anschließend bis auf sieben Zähler verkürzten (54:66; 34.). Da in der Schlussphase Tremmell Darden und Jonas Wohlfarth-Bottermann angeschlagen kürzertraten, musste Ludwigsburg hart für den Sieg arbeiten. Doch Smith und Co. behielten die Nerven. Ludwigsburgs Co-Kapitän traf in der Schlussphase gute Entscheidungen, schulterte Verantwortung und traf zwei wichtige Distanzwürfe. Zuerst ließ er Cameron Hunt einen Dreier um die Ohren segeln, dann folgte das gleiche Schicksal für Koch. Das Würzburger Aufbegehren war damit zuerst erheblich abgeschwächt und zwei Zeigerumdrehungen später nach gebrochen. Smith stellte wieder auf +10 (64:74) und sorgte für einen verdienten wie weitestgehend souveränen Erfolg seiner Farben.

Nach dem dritten Auswärtsspiel in Folge geht es für die Ludwigsburger am Samstag in der heimischen MHPArena weiter. Im Anschluss an das Aufeinandertreffen mit s.Oliver Würzburg geht die fränkische Woche aber auch im heimischen Wohnzimmer weiter. Am Sonntag (28. März, Tip-Off 18:00 Uhr) kommt medi bayreuth in die Barockstadt.

Stats

Für Würzburg spielten: Cameron Hunt 15 Punkte / 8 Rebounds / 5 Assists, Murphy Holloway 12 / 6, Joshua Obiesie 11 / 5, Jonas Weitzel 8, Julius Böhmer 7, Julian Albus 5 / 6, Perry Jones 5, Florian Koch 4, Tyson Ward 3 und Alex King 2.

Für Ludwigsburg spielten: Yorman Polas Bartolo 16 Punkte / 7 Rebounds, Barry Brown 14, Jaleen Smith 13 / 6 Assists, Jordan Hulls 11 / 6 Assists, Desi Rodriguez 8 / 7, Tremmell Darden 6, Lukas Herzog 5, Jonas Wohlfarth-Bottermann 4, Jonah Radebaugh 3 und Jacob Patrick 2.

Statements

John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Es war ein hart umkämpftes Spiel. Wir hatten im dritten Viertel 23 Punkte Vorsprung, aber Würzburg hat nie aufgegeben, deswegen Respekt an Coach Wucherers Truppe. Joshua Obiesie hat uns in der zweiten Halbzeit weh getan, und Cameron Hunt hat auch ein gutes Spiel gemacht. Wir haben im vierten Viertel unsere Konzentration verloren, als ich allen Spielern Spielzeit geben wollte. Tremmell Darden hat sich leicht verletzt und ich wollte kein Risiko eingehen. Es war ein Energiespiel von beiden Mannschaften, und Würzburg hatte in der zweiten Halbzeit mehr Energie, aber wir haben am Ende trotzdem einen wichtigen Sieg geholt."
Denis Wucherer | Headcoach s.Oliver Würzburg
"Was uns gegen den Druck im zweiten und dritten Viertel nicht einfällt, ist immer wieder aufs Neue überraschend. Gegen Ludwigsburg musst du in Korbnähe einfach hochprozentiger abschließen als die 44 Prozent, die wir heute zustande gebracht haben. Und dann hat Jaleen Smith im letzten Viertel gezeigt, dass er der wahrscheinlich beste Spieler der Liga ist und was es für ein großer Unterschied sein kann, wenn man so einen Spieler in seinen Reihen hat im Vergleich zu dem, was wir an Entscheidungen finden. Insofern hast du dann, auch wenn du dir zum großen Teil über 40 Minuten wirklich Mühe gibst, keine Chance zu gewinnen."