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RIESEN verlieren Defensivschlacht in Holon

Category News Date 2022-02-09 Hapoel U-NET Holon vs. MHP RIESEN Ludwigsburg 69:51

Justin Simon wurde an diesem Abend erneut der Rolle als gefährlichster RIESEN-Scorer in der BCL gerecht. Foto: FIBA.

Im zweiten Gruppenspiel der Basketball Champions League Top 16 können sich die MHP RIESEN Ludwigsburg nach einem defensiven Schlagabtausch am Ende nicht gegen die Gastgeber aus Holon nicht behaupten. In einer umkämpften Partie ziehen die Gäste das Tempo am Ende noch einmal deutlich an und entscheiden die Partie mit 69:51 für sich. Gelb-Schwarzer Topscorer wird Justin Simon mit 17 Punkten und 7 Rebounds.

Nach dem Auswärtssieg gegen Frankfurt am vergangenen Sonntag reisten die MHP RIESEN am Montag von der Mainmetropole direkt weiter nach Israel, wo sie im zweiten Spiel der Top 16-Gruppenphase im internationalen Wettbewerb auf die Konkurrenz von Hapoel U-NET Holon treffen sollte. Dabei mussten die Schwaben auf Spielmacher Jordan Hulls verzichten, der sich am Wochenende direkt zu Beginn der Partie verletzt hatte und die Mannschaft aufgrund von Regenerationsmaßnahmen aktiv und vor Ort unterstützen konnte.

Durch den Ausfall eines Starters bei den RIESEN gab es mit Tekele Cotton nicht nur die Rückkehr ins gelb-schwarze Trikot, sondern auch direkt zum Sprungball. Die Gastgeber zeigten sich dabei am Mittwochabend von Minute 1 konzentriert und bereit, ihre erste Partie in Gruppe I vor euphorischer heimischer Kulisse für sich zu entscheiden. Während die Israelis sich den ersten Ballbesitz des Spiels sicherten, wechselte dieser dank eines Blocks von Tremmell Darden zum Auftakt in die Partie direkt wieder in gelb-schwarze Hände. Beide Teams schenkten sich von Beginn an Nichts auf dem Parkett, doch wichtige Offensivaktionen – wie beispielsweise ein weiter Distanztreffer von Johannes Patrick – verschafften den RIESEN nach den ersten 10 Minuten eine Nasenlänge Vorsprung (11:13).

Die Anstrengung, Abschlüsse zu finden, war beiden Teams auch im darauffolgenden Viertel deutlich anzumerken. Beide Teams trafen mit lediglich circa 28 FG% ihr Ziel, aus der Distanz noch schlechter (knapp 18 3P%). Die RIESEN hielten zu diesem Zeitpunkt äußerst stark gegen das hohe Energielevel und die Unterstützung der israelischen Fans in der Arena an, behaupteten sich weiterhin unter dem Korb und verschafften sich bis zu diesem Zeitpunkt bereits 28 Rebounds (18 Defensiv, 10 Offensiv) und schnappten sich damit mehr Abpraller, als nach dem Ablauf des zweiten Viertels beide Teams jeweils an Punkten verzeichnen konnten (22:21, 20‘). Die Probleme, die zweiten Chancen jedoch lohnend zu verwerten hielten weiter an, darüber hinaus leisteten sich die Barockstädter uncharakteristisch viele Turnover (11).

Nach dem Gang in die Kabinen startete Holon zunächst besser ins dritte Viertel, doch die RIESEN überließen den Gastgebern nicht einfach so das Feld und erkämpften sich die Führung zurück (24:26, 21‘). Ethan Happ, der an diesem Abend nahtlos an die starke Leistung aus dem Spiel gegen Frankfurt anknüpfte, baute diese dann sogar auf die zwischenzeitlich bis zu diesem Zeitpunkt höchste der Partie aus (30:35, 27‘). Nach einer eher zähen ersten Hälfte zog Holon jedoch das Tempo nun merklich an und schaffte nach dem Ausgleich, dem auch Happs 12 Punkte und 7 Rebounds an dieser Stelle nur bedingt Einhalt gebieten konnten. Vor allem Tyrus McGee, der allein in diesem Viertel 12 Punkte erzielte (4/4 Dreiern), war für die Ludwigsburger nicht zu stoppen (42:39, 30‘).

Der Start in die Schlussphase gestaltete sich dann ebenso energiereich und die Israelis führten ihren Lauf unbeirrt fort, erhöhten das Tempo noch einmal. Nach nur drei Punkten Vorsprung nach Ablauf des dritten Viertels bauten die Gastgeber ihre Führung auf bis zu 19 Punkte aus, welche die RIESEN trotz vieler Versuche und eines weiterhin äußerst aktiven Justin Simon am Ende nur zum Teil wieder aufholen konnten. Hauptverantwortlich für die Wendung im Spiel zugunsten der Gastgeber waren dabei McGee (19 Punkte / 5 Rebounds) und Joe Ragland (10 Punkte / 14 Assists), dank denen diese den Gelb-Schwarzen förmlich zu einem 69:51-Sieg davonrannten.

„Wir wurden übermannt, mussten auf unseren Anführer auf dem Feld [Jordan Hulls] verzichten. Aber eigentlich haben wir diese „Next Man Up“-Mentalität, bei der es dann jemand anders in die Hand nimmt. Der Grund, wieso wir unter den besten 16 Team sind ist eigentlich unsere Kadertiefe. Wir glauben an die Jungs in unserer Mannschaft. Leider haben wir uns heute untypische Turnover geleistet und waren unsauber in der Verteidigung. Nach drei Vierteln sind wir dann wie gegen eine Wand gefahren, haben uns von der Not und dem Drumherum verunsichern lassen. Wir haben ein gutes Spiel gespielt, aber hätten es an beiden Enden besser machen können. Wir müssen daraus lernen – wir werden dieses Team noch einmal wiedersehen“, sagt RIESEN-Topscorer Justin Simon zusammenfassend nach dem Spiel.

Für die Barockstädter geht es morgen nun zurück nach Deutschland, wo bereits am kommenden Samstag die nächste Aufgabe wartet: Im dritten Auswärtsspiel der Woche treffen die RIESEN in Chemnitz auf die NINERS und wollen die offene Rechnung aus dem Hinspiel im November begleichen. Tip-Off ist am 12. Februar um 20.30 Uhr in der Messe Chemnitz.

 

Für Ludwigsburg spielten:

Justin Simon 17 Punkte (7 Rebounds) / Ethan Happ 12 (9 Rebounds) / Jonah Radebaugh 9 / Tekele Cotton 5 / Johannes Patrick 4 / James Woodard 2 (6 Rebounds) / Tremmell Darden 2 (5 Rebounds) / Yorman Polas Bartolo (7 Rebounds), Jonas Wohlfarth-Bottermann und Lukas Herzog.

 

Für Holon spielten:

Tyrus McGee 19 (5 Rebounds) / Chris Johnson 12 / Joe Ragland 10 (14 Assists) / Rafael Menco 9 (5 Rebounds) / Steve Zack 9 / Adam Smith 6 / Frédéric Bourdillon 6 und Michael Kyser (8 Rebounds).

Statements

Guy Goodes | Headcoach Hapoel U-NET Holon:
„Wir sind heute hierhergekommen und wussten, dass unser Gegner ein sehr schwieriger ist. Sie haben eine starke Verteidigung und kommen in der Offensive schnell in Fahrt. Wir haben sie bei lediglich 51 Punkten gehalten. Das Spiel haben wir heute über die Defense gewonnen – wir haben Stops generiert und uns auf den Ball gestürzt und Turnover forciert. In der zweiten Hälfte haben wir dann angefangen zu punkten und 47 Punkte gemacht. Der Himmel hat sich geöffnet, wir haben Dreier getroffen. Tyrus hat daran einen großen Anteil gehabt und vor allem im vierten Viertel herausragend getroffen. Wir haben viel über Transition und Fastbreak geregelt und ich denke, das muss unser Basketballstil sein. Das ist unsere Stärke. Mitte des dritten Viertels haben wir die richtige Konstellation auf dem Feld gefunden und haben so die Kontrolle über das Spiel bekommen – mit dem Endresultat bin ich sehr zufrieden.“
John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg:
„Das war ein hässliches Spiel, eine Defensivschlacht. Holon hat am Ende verdient gewonnen. Sie hatten in der zweiten Hälfte einen Lauf und wir einen drei bis vierminütigen Blackout. Wir haben nicht mit der Struktur gespielt, die es braucht, um zu gewinnen. Jordan Hulls hat uns als Point Guard gefehlt. Ein Kompliment an unseren Gegner: Sie hatten eine Covid-Episode und abgesagte Spiele und sind heute Abend bereit gewesen gegen uns zu spielen. Ich war enttäuscht, dass wir das gesamte Spiel über keinen Spielzug zu Ende führen konnten und die Schützen so offengelassen haben. Wir kennen ihre Schützen. Es hat mich enttäuscht, dass wir uns an der Stelle etwas aufgegeben haben. Mein Kompliment an Holon und Coach Goodes für ein exzellentes viertes Viertel.“