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14 Nummern, 14 Geschichten

Category News, Kader Date 2020-09-16

Passend zum Start der zweiten Vorbereitungswoche stehen die Trikotnummern der MHP RIESEN Ludwigsburg fest. Während unter anderem Johannes und Jacob Patrick ihre Jersey-Beflockung im Vergleich zur Vorsaison ändern, gibt es bei den insgesamt 14 Akteuren zahlreiche Gründe hinter der Nummern-Wahl, die sich schon seit Jahren durch die Karrieren der Spieler ziehen.  

Jonas Wohlfarth-Bottermann machte in der easyCredit BBL bisher 275 Spiele, 275-mal trug er dabei die #18 auf Brust und Rücken. Foto: Ulf Duda.

Die Wahl der Trikotnummern ist für Sportler von großer Bedeutung, entsprechend steckten auch die Spieler der MHP RIESEN Ludwigsburg einiges an Zeit und Gehirnschmalz in ihre Wahl. Zur Auswahl standen dabei die Zahlen zwischen #0 und #99, mit Ausnahme der dauerhaft für das spielerische Andenken an David McCray zurückgestellten #4, die zwar im XXL-Format unter dem Hallendach der MHPArena hängt, selbstverständlich aber auf keiner Spielerbrust zu finden ist. Heraushegekommen sind nach Abschluss des Auswahl-Prozesses 14 Zahlen, die für jeden Akteur mit einer besonderen, teils sehr persönlichen, Geschichte daherkommen.

#0 Ralph Hounnou

Der Mann, der fortan auswärts und daheim als Erster beim Einlauf vorangehen wird, geht mit großem Selbstbewusstsein in die Spielzeit. Die Nummern-Wahl von Ralph Hounnou kommt entsprechend selbstsicher daher. „Ich habe vor nichts und niemandem Angst, habe null Furcht und gehe genau so auch in jedes Spiel“, so der 18-Jährige.

#1 Yanni Wetzell

Die kürzeste Begründung für die Beflockung seines Trikots liefert der erste Neuseeländer in der 60-jährigen Geschichte des Ludwigsburger Basketballs. Denn die #1 war schon seit jeher die Lieblingszahl von Yanni Wetzell. Außerdem, so betont der 24-Jährige, kommt das Team immer an erster Stelle. Passend also, dass vor allem seine Kameraden die Nummer sehen werden.

#2 Jacob Patrick

Die größten Probleme bei der Wahl der eigenen Trikotnummer hatte in diesem Jahr wohl der Jüngste im Kader: Jacob Patrick musste seine erste Wahl (#6) seinem Bruder und seine zweite Wahl (#4) dem Legendenstatus von David McCray überlassen. Glücklicherweise war immerhin die dritte Wahl dann frei und soll sich nun zur ersten Wahl entwickeln. Und, immerhin: 6 – 4 = 2.

#3 Jaleen Smith

Für Jaleen Smith, der bereits seit 2017 die #3 auf Brust und Rücken trägt, hängt die Präferenz der Nummern-Wahl unmittelbar mit (s)einem Vorbild zusammen: Chris Paul. Der zehnfache NBA-Allstar, US-Nationalspieler, Olympiasieger, Weltmeister und Präsident der Spielergewerkschaft NBPA ist auf und neben dem Parkett eines der Vorbilder von Smith – und in Sachen Führungsstil und Fähigkeiten das Maß aller Dinge für den 25-Jährigen. Folgerichtig trägt Smith die #3 als eine Hommage an Paul.

#5 Barry Brown Jr.

Die Verbindung zwischen Junior und Senior ist nicht nur namentlich gegeben, sondern auch in puncto Trikotnummer bei Familie Brown unausweichlich: In Anlehnung an seinen Vater Barry Brown Sr., der in College-Zeiten an der Jacksonville University für die „Dolphins“ für Furore sorgte und den Sohnemann zum Basketball brachte, trägt Barry Brown Jr. die #5.

#6 Johannes Patrick

Brüderliche Zuneigung? Familiäre Sticheleien? Auf alle Fälle gibt’s bei Johannes und Jacob Patrick eine Vorgeschichte. In allen Jugend-Mannschaften der Porsche Basketball-Akademie trug der 18-jährige Point Guard in den vergangenen Jahren die #6, die zu selber Zeit der zwei Jahre jüngere Jacob Patrick schon zu seiner Zeit in Göttingen trug. Mangels Verfügbarkeit gab’s während des Final-Turniers für Johannes Patrick die #16, jetzt dann den Wechsel zurück zur #6. Das Überlassen der #6 für Jacob war derweil keine Option für Johannes – als älterer Bruder durfte er zuerst entscheiden.

#9 Tre Demps

Während seiner Zeit Jugendzeit trug Tre Demps in High School und College die #14 auf dem Rücken. Sie war „seine“ Nummer. Doch direkt in seinem ersten Profi-Jahr in Belgien war diese bei Belfius Mons-Hainaut schon vergeben. Es galt sich umzuorientieren beziehungsweise anzupassen. Demps nahm die einzig verfügbare Nummer des einstelligen Zahlenspektrums (#9) an und machte sie zum Symbol seiner Laufbahn in Übersee. Nach seiner Zeit in Belgien blieb Demps seiner neuen Nummer treu und trug diese auch in Italien und Griechenland. Klar also, dass er sie auch in Deutschland auf der Brust möchte.

#10 Aeneas Jung

Seit zwei Jahren trägt Aeneas Jung beim U19-Nachwuchs der Porsche Basketball-Akademie, wie Zeit seiner noch jungen Karriere, die Nummer #9. Da diese aber bereits durch Tre Demps besetzt war, nahm Jung kurzerhand die nächste Zahl – und läuft folgerichtig aufgrund seines US-amerikanischen Kameraden nun mit der #10 auf.

#11 Lukas Herzog

Beim Bundesliga-Debüt im Januar 2018 trug Lukas Herzog noch die #8. Diese stand im vergangenen Sommer für den damaligen Rookie aber nicht zur Verfügung, Jehyve Floyd durfte vor Jahresfrist zuerst wählen. Da auch die zweite Wahl (#1) durch Nick Weiler-Babb schon belegt war, entschied sich Herzog für die #11. Mit dem Jahrestag mit Freundin Mia auf dem Rücken lief es sportlich und privat äußerst erfolgreich, sodass sich auch in diesem Jahr die #11 als Glückszahl erweisen soll.

#13 Yorman Polas Bartolo

Aberglaube bezüglich der #13 ist bei Yorman Polas Bartolo fehl am Platz: Er trägt sie bereits seit seiner Kindheit, sodass sie für den karibischen Wirbelwind zu einer Art Glückszahl geworden ist. Mehr noch: Für den 35-Jährigen ist, so betont er, seine Trikotnummern ein Identifikationsfaktor auf und neben dem Basketball-Parkett.

#18 Jonas Wohlfarth-Bottermann

Auf die Frage nach den Gründen für das Auswählen der #18 ist die Antwort von Jonas Wohlfarth-Bottermann „recht unromantisch“, wie er selbst sagt. Ludwigsburgs Kapitän stand mit 18 Jahren erstmals im Bonner Profi-Kader und trägt die 18 als symbolischen Startschuss seiner sich herausragend entwickelnden Basketball-Laufbahn.

#19 Adam Touray

„Gesehen, für gut befunden und behalten“ – lautet das Fazit der Nummernvergabe bei Adam Touray. Der gebürtige Münsteraner bekam in Jugend-Zeiten in der Nachwuchs Basketball Bundesliga die #19 zugeteilt. Da er in besagtem Jahr viel trainierte und sich erfolgreich (weiter)entwickelte, war die Zahl schnell positiv konnotiert. Um die Erinnerung für den Ertrag dieser harten Arbeit wachzuhalten, blieb die #19 auch in den anschließenden Spielzeiten auf der Brust – und soll dies auch in Zukunft bleiben.

#20 Desi Rodriguez

Die Nummer hat er sich zwar nicht ausgesucht, seit Tiny Morton ihm die #20 zu High-School-Zeiten aber gab, trägt Desi Rodriguez sie mit Stolz. Denn „alles ging seitdem seinen richtigen Weg“, erläutert der 23-Jährige. Rodriguez entwickelte sich über das College und die NBA G League zum Profi-Basketballer und steht nun vor seiner ersten Saison in Europa. Im Mittelpunkt seines Trikots steht auch bei den MHP RIESEN, natürlich, die #20. Die persönliche Bedeutung für ihn: Es allen Widrigkeiten zum Trotz zum Basketball-Profi gebracht und aus dem eigenen Viertel heraus geschafft zu haben.

#26 Javontae Hawkins 

Die persönlichste und herzzerreißendste Begründung liefert in Ludwigsburg der Mann mit der höchsten Trikotnummer: Javontae Hawkins trägt zu Ehren von Quantrell Jamerson die #26. Sein guter Freund wurde 2010, im Alter von 26 Jahren, ermordet. Um den tragischen Verlust seines „Bruders“, der einer der größten Faktoren für den Start der Basketball-Karriere Hawkins‘ war, besser verarbeiten zu können, trägt der 26-Jährige die #26. Der US-Amerikaner möchte das Vermächtnis von Jamerson auf dem Parkett fortsetzen.

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