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Charaktertest bestanden, TOP FOUR verpasst

Category News Date 2020-10-26 Brose Bamberg vs. MHP RIESEN Ludwigsburg 72:99

Im dritten und abschließenden Gruppenspiel des Magenta Sport BBL Pokals bezwingen die MHP RIESEN Ludwigsburg Brose Bamberg 99:72 und feiern damit den zweiten Saison-Sieg. Aufgrund des entstehenden Dreier-Vergleichs zwischen Ulm, Bamberg und Ludwigsburg verpassen die Schwaben aber das TOP FOUR und scheiden aus dem Pokal aus.

Barry Brown ist von Tyler Larson und seinen Bamberger Kollegen nicht aufzuhalten. Er wird mit 30 erzielten Punkten zum Topscorer der Partie. Foto: Harry Langer.

Mit einer im Vergleich zum Vortag veränderten Starting Five – Yorman Polas Bartolo und Tremmell Darden rückten für Desi Rodriguez und Barry Brown aufs Parkett – und einer immens schwierigen Ausgangslage im Hinterkopf legte Ludwigsburg einen Start nahe der Perfektion auf das Parkett: Die Barockstädter zogen zwei schnelle Fouls, erzielten vier Punkte und erzwangen direkt zwei Ballverluste (2:4, 2. Spielminute). Die Intensität und Einstellung stimmte bei den MHP RIESEN von Beginn an und sorgte für das Erlangen der Führung. Mit Drives zum Korb reagierten die Bamberger, angeführt von David Kravish und Tyler Larson, gekonnt auf die Ludwigsburger Distanztreffer von Jaleen Smith und Darden. Die Schwaben bleiben weiterhin kurzzeitig in Front, Michele Vitali und Chase Fieler sorgten mit den ersten beiden Dreipunkterfolgen der Franken allerdings für den Führungswechsel (17:16, 7.) – und zwangen Headcoach John Patrick zur ersten Auszeit der Partie. Die Justierungen sollten vor allem bei Barry Brown die gewünschte Wirkung erzielen. Der 23-Jährige spielte befreit und mit Selbstvertrauen auf und sorgte für mit neun Punkten in Serie für die Grundlage der ersten Viertelführung (21:24, 10.).

Während die Intensität in den ersten Minuten bereits sehr gut war, klickten ab der elften Minute auch die Verteidigungsmechanismen äußerst ansehnlich: Ludwigsburg hinderte Bamberg über knapp drei Minuten am Punkten und setzte sich parallel dazu bis auf neun Zähler ab (21:30, 13.). Fehlerlos blieb das Gezeigte zwar nicht, gleichwohl waren Darden und Co. obenauf und zwangen Johan Roijakkers zur zweifachen Seitenrand-Ansprache. Doch auch die Worte des Niederländers konnte den RIESEN-Willen nicht brechen. Die Ludwigsburger waren das klar bessere Team, setzten sich Zähler für Zähler ab, forcierten 12 Ballverluste und konsolidierten ihren Vorsprung zunehmend. Wenn die Schwaben etwas besser auf den Ball (9 Turnover) aufgepasst hätten, wäre zur Halbzeit sogar noch mehr drin gewesen – aber auch so war die Stimmung beim Gang in die Kabinen exzellent (29:43, 20.).

Sieg gesichert, Sensation knapp verpasst

Auch nach dem Seitenwechsel bleiben die Gäste nahtlos am Drücker: Vitali sorgte zwar mit einem Distanztreffer für Entlastung, doch die bärenstarke Defensive hatte weiterhin Bestand – und wurde mit reichlich Arbeit unter den Brettern garniert. Der Schlagabtausch glich im dritten Viertel nicht mehr einem schmackhaften Leckerbissen, sondern mehr einem Abnutzungskampf. In diesem behielten die Ludwigsburger mit Jonas Wohlfarth-Bottermann, Darden und Brown den offensiven Fokus, Bamberg konterte nun aber besser (36:50, 25.). Unter anderem zwei Dreier von Fieler mündeten in einem Lauf, welcher das Spiel zwar nicht auf den Kopf stellte, zumindest aber wieder für einen engen Schlagabtausch sorgte (50:59, 30.).

Während sich das Ulmer Team in der ratiopharm arena versammelte und die Ludwigsburger lautstark anfeuerte, bekamen die MHP RIESEN auf dem Parkett ebenfalls die zweite Luft. Nach den fünften Foulspielen von Christian Sengfelder und Kravish rissen sie das Heft des Handelns an sich – und dominierten in der Folge die Crunchtime auf allen Ebenen. Patricks Schützlinge markierten im vierten Viertel 40 Punkte, demontierten die Franken und schrammten letztendlich nur hauchzart in den letzten Angriffen der Partie an der Überraschung vorbei. Der durch den Ulmer Sieg gegen Würzburg nötig gewordene Erfolg mit 32 Zählern Differenz wurde beim 99:72-Erfolg hauchdünn nicht erreicht.

Weitestgehend zufrieden, zumindest mit der Leistung des dritten Spiels, waren am Ende dann aber alle Beteiligten. Die MHP RIESEN bestanden den von Patrick ausgerufenen Charaktertest und verabschiedeten sich mit einem Sieg und einem hoch erhobenen Haupt auf dem zweiten Platz von Gruppe C aus dem MagentaSport BBL Pokal.

Im Anschluss an ein spielfreies Wochenende startet am Freitag in einer Woche (06.11.2020) für Ludwigsburg auch die Spielzeit in der easyCredit BBL. Zum Auftakt empfangen die Schwaben in der heimischen MHPArena die BG Göttingen.

Stats

Für Bamberg spielten: Chase Fieler 21 Punkte, David Kravish 11, Tyler Larson 10, Michele Vitali 10, Chris Sengfelder 6, Bennet Hundt 5, Norense Odiase 4, Elias Lasisi 3, Kenneth Ogbe 2, Dominic Lockhart, Joanic Grüttner Bacoul und Moritz Plescher.

Für Ludwigsburg spielten: Barry Brown 30 Punkte, Tremmell Darden 14, Jaleen Smith 14, Elias Harris 9, Jonas Wohlfarth-Bottermann 8 / 6 Rebounds, Yorman Polas Bartolo 8, Jordan Hulls 5, Desi Rodriguez 4, Lukas Herzog 3, Jacob Patrick 3, Andrew Warren 1 und Johannes Patrick.

Statements

John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Für uns war das heute ein wichtiger Sieg. Leider konnten wir die 32-Punkte-Differenz nicht ausgleichen und das TOP FOUR erreichen. Ich bin dennoch sehr stolz wie wir auf das gestrige Spiel reagiert haben. Wir haben heute gegen eine starke Mannschaft gespielt und unseren Gameplan sehr gut umgesetzt."
Johan Roijakkers | Headcoach Brose Bamberg
"Gratulation an Ludwigsburg und Coach Patrick zum verdienten Sieg und Gratulation an Ulm zum Erreichen des TOP FOUR. Wir waren heute nicht da, die Einstellung war von Beginn an nicht da - und so kommt es dann auch, dass man eine so hohe Niederlage gegen eine physisch so starke Mannschaft kassiert. Dann hat man das Weiterkommen auch nicht verdient."