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Crunchtime-Erfolg nach Duell auf Augenhöhe

Category News Date 2021-03-28 MHP RIESEN Ludwigsburg vs. medi bayreuth 97:92

Viel Freude in Gelb-Schwarz: Ludwigsburg agiert gegen Bayreuth als Team – und feiert den 23. Sieg im 25. Spiel. Foto: Tatjana Klee.

Die MHP RIESEN Ludwigsburg beenden die „fränkische Woche“ mit dem nächsten Erfolg. Am 25. Spieltag entscheiden die Schwaben ihr Heimspiel gegen Bayreuth 97:92 und bauen die easyCredit BBL-Tabellenführung aus.

Nach drei Auswärtsspielen in Folge kehrten die MHP RIESEN Ludwigsburg mit Neuzugang Oscar da Silva, der rechtzeitig spiel- und einsatzbereit war, in ihr Wohnzimmer zurück. Zu Beginn stand aber nicht der Neuzugang, sondern die Veteranen im Fokus: Jonas Wohlfarth-Bottermann feierte mit Spielbeginn sein 300-Spiele-Jubiläum in der easyCredit BBL. Tremmell Darden und Bastian Doreth markierten die ersten Zähler ihrer Farben, dann drehten auch Yorman Polas Bartolo und Jordan Hulls auf (10:2, 3. Spielminute). Zur Freude der Hausherren hatte Dererk Pardon zwei schnelle Fouls, für Ludwigsburger Vorteil sorgte dies aber nicht. Auch Oscar da Silva, der früh im Spiel sein Debüt feierte, und Lukas Herzog hatten schnell Foulprobleme, sodass das Trio auf der Bank fortan auf der Bank saß – und auf dem Parkett aufstrebende Bayreuther erlebte (17:16). Die Gäste ließen sich auch von einer Patrick-Auszeit nicht irritieren und gingen durch Lazeric Jones in der 7. Spielminute erstmals in Führung. Dies jedoch nur kurzfristig: Polas Bartolo kam zweifach zum Erfolg, Jamel McLean veredelte ein Anspiel per Alley-Oop-Dunk und Jacob Patrick sollte ebenfalls Zähler folgen lassen (29:24, 10.).

Im Anschluss an die Viertelpause wähnten sich die oberfränkischen Gäste erneut obenauf: Sie legten einen zweistelligen Lauf auf das Parkett, sodass die MHP RIESEN kurzzeitig in Rückstand gerieten (29:34). McLean hatten die Oberfranken jedoch nicht auf der Rechnung. Der US-Amerikaner drehte an beiden Seiten des Parketts auf und sorgte im Alleingang für den Ausgleich. Während auf Bayreuther Seite Frank Bartley zu gefallen wusste, drehte auch Polas Bartolo weiter auf. Er punktete zweifach aus der Ferndistanz, stellte auf 42:40 (16.). Die Seitenlinien-Ansprache von Raoul Korner war folgerichtig, änderte aber auch nichts daran, dass die Hausherren uneigennützig zusammenspielten. Zur Halbzeit hatten sie bereits 12 Assists und 49 Zähler aufgelegt. Dennoch mussten sie die Bayreuther ziehen lassen, die beim Gang in die Kabinen bereits 51 Punkte markiert hatten.

Jaleen Smith dreht in der Crunchtime auf

Defensive Verbesserungen standen entsprechend in der Halbzeitpause bei beiden Übungsleiter auf der Agenda – fruchten sollten diese aber weiterhin nicht. David Walker und Matt Tiby punkteten in den ersten beiden Aktionen der zweiten Halbzeit. Bei den MHP RIESEN waren es Polas Bartolo und Hulls, welche die Verantwortung schulterten. Dies funktionierte in herausragender Art und Weise. Das ungleiche Duo punktete aus allen Lagen und stellte auf 66:61. McLean und Smith folgten dem guten Beispiel ihrer Teamkameraden, übernahmen offensiv ebenfalls wieder mehr Verantwortung. Wichtiger jedoch: Ludwigsburg legte defensiv einen Zahn zu und setzte sich zum Viertelende bis auf sechs Zähler ab (77:71, 30.).

Obwohl die Hausherren ein wenig Spielkontrolle etabliert hatten, bewegte sich die intensiv geführte Partie weiterhin auf des Messers Schneide. Bayreuth war weiterhin hellwach, kam durch Bartley in der 34. Minute zum Ausgleich und einen Angriff später durch Osvaldas Olisevicius zum Führungswechsel (79:80). Doch die Schwaben blieben auch in der Folge nervenstark und ließen sich nicht irritieren. Sie konterten durch McLean und Smith (83:83), packten bei den entscheidenden Würfen zu und kamen auch ohne Polas Bartolo (5. Foul) mit der Führung in die Crunchtime (87:83, 39.). In dieser riss Smith die Seinen mit, spielte höchst effizient. Darden machte 90 Sekunden vor dem Ende den Deckel drauf: Der Routinier stellte aus der 6,75-Meter-Distanz auf 90:83. Smith blockte in der letzten Spielminute auf der Gegenseite Bartley und entschied eine umkämpfte Partie am defensiven Ende zu Gunsten Ludwigsburgs.

Aufgrund des eigenen 97:92-Erfolges und der vorangegangenen Niederlage Münchens (91:86 in Hamburg) bauen die MHP RIESEN ihre Tabellenführung aus und haben nunmehr vier Zähler Vorsprung vor Platz zwei. Dort rangiert ALBA BERLIN, das am Sonntag den SYNTAINICS MBC 93:82 besiegte. Die Weißenfelser sind in der nächsten Partie der Gegner der Schwaben – und gastieren am Donnerstag (01. April, 20:30 Uhr) in der MHPArena.

Stats

Für Ludwigsburg spielten: Yorman Polas Bartolo 22 Punkte / 6 Rebounds, Jordan Hulls 21 / 5 Assists, Jaleen Smith 17 / 8, Jamel McLean 15 / 7 Rebounds, Tremmell Darden 9, Barry Brown 6, Jacob Patrick 3, Oscar da Silva 2, Desi Rodriguez 2, Jonas Wohlfarth-Bottermann und Lukas Herzog.

Für Bayreuth spielten: Frank Bartley 31 Punkte, Osvaldas Olisevicius 19, David Walker 11, Andreas Seiferth 11 / 9 Rebounds, Matthew Tiby 8, Lazeric Jones 6, Bastian Doreth 4, Dererk Pardon 2 und Kay Bruhnke.

Statements

Raoul Korner | Headcoach medi bayreuth
"Zunächst einmal Glückwunsch an John Patrick und seine Ludwigsburger zum, wie ich denke, hart umkämpften und letztlich verdienten Sieg. Es ist ein bisschen eine Blaupause von vielen Spielen in dieser Saison: Gute Teams sind gegen Ludwigsburg immer wieder dran, letztendlich setzt sich Ludwigsburg aber dann doch durch. Wenn dies ein- oder zweifach passiert, kann es Zufall sein. Beim dritten, vierten oder fünften Mal hat das allerdings mit Qualität zu tun. Dies kann man Ludwigsburger definitiv attestieren. Wenn es um die Wurst geht, schalten sie einen Gang hoch. Plötzlich trifft [Jaleen] Smith seine Würfe, plötzlich haben sie die Offensivrebounds, die wir ab dem zweiten Viertel eigentlich ganz gut im Griff hatten. Sie hatten plötzlich die nötigen defensiven Stopps. Dies ist die Qualität, die Ludwigsburg dieses Jahr hat. Deshalb sind sie zurecht auf dem Platz, auf dem sie stehen. Schade! Ich bin dennoch stolz auf meine Mannschaft: Wir haben einen harten Fight abgeliefert und waren knapp dran – aber jetzt gilt es den Fokus auf Vechta zu richten. Diese Spiele sind, von der Papierform her, die zu gewinnenden Spiele."
John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Es war erneut so, dass unser Gegner, der eine komplette Woche Vorbereitungszeit hatte, frischer war. Bayreuth hat sich gut vorbereitet und alles gegeben. Das war heute ein Arbeitssieg."