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Das Dutzend ist voll!

Category News Date 2021-01-31 MHP RIESEN Ludwigsburg vs. JobStairs GIESSEN 46ers 99:85

Jonas Wohlfarth-Bottermann wurde, nach seinem Pferdekuss, rechtzeitig fit – und trug vor allem in der zweiten Halbzeit mit seiner Defensive zum Erfolg bei. Foto: Tatjana Klee.   

Die MHP RIESEN Ludwigsburg haben durch den 99:85-Sieg gegen die JobStairs GIESSEN 46ers die Tabellenführung der easyCredit BBL erneut verteidigt. Beim Erfolg gegen die Hessen avancierte Jaleen Smith mit 20 Punkten und 10 Rebounds zum Topscorer.

Pünktlich zum 15. Spieltag meldeten sich Jonas Wohlfarth-Bottermann und Barry Brown bei Headcoach John Patrick einsatzbereit. Das Duo hatte aufgrund kleinerer Blessuren (aus dem Auswärtsspiel in Weißenfels) in den vergangenen Tagen kürzertreten müssen, war aber rechtzeitig fit geworden. Ralph Hounnou und Dejan Bruce, welche die Beiden zuletzt im Training vertreten hatten, saßen entsprechend nur als Zuschauer in der nach wie vor leeren MHPArena – in der sich ein spannendes Duell des Tabellenführers gegen den Letzten entwickeln sollte.

Denn als wäre die prinzipielle Gefährlichkeit der Gießener auf dem Papier nicht genug gewesen, legten die Hessen einen sehr starken Start auf das Parkett: Sie trafen durch Brandon Thomas und Jonathan Stark doppelt aus der Distanz, erkämpften sich die Führung und zwangen Headcoach John Patrick zu einer frühen Auszeit (6:10, 3. Spielminute). Doch auch an der Seitenlinie sollten die Justierungen, die sich auch in vielen Wechsel Bann brachen, nicht wirken. Die Gäste zogen bis auf acht Zähler (6:14) davon, ehe Barry Brown für den kurzzeitigen Wechsel des Momentums sorgte. Er verwandelte mit Foul den ersten gelb-schwarzen Dreier. Vor allem sorgte der 24-Jährige aber für eine Erhöhung des Einsatzes. Der Fokus war nun höher, gleichwohl aber nicht auf gewünschtem Niveau. John Bryant gelang beinahe alles. Der Gießener Center hatte bereits nach acht Minuten zehn Zähler markiert und zwang, mit einem Treffer von jenseits der 6,75-Meter-Linie, Patrick zur zweiten Auszeit (13:23, 8.). Bei den Hausherren funktionierte ab der Hereinnahme von Jacob Patrick viel – zum Führungswechsel sollte dies aber noch nicht reichen (22:28, 10.).

Nach schnellen Korberfolgen von Yorman Polas Bartolo, Jaleen Smith und Lukas Herzog wendete sich das Blatt ab der 11. Spielminute dann in Sekundenschnelle. Allen voran der Youngster war nun zur Stelle – und war auch mit Fouls nicht mehr zu stoppen. Der 19-Jährige sorgte höchstpersönlich für den Führungswechsel, den seine Teamkameraden in der Folge veredelten. Sie drehten das Geschehen auf den Kopf, konsolidierten ihre Führung bestimmten über ihre Intensität nun das Geschehen. Durch eine energische und aufmerksame Defensive stoppten sie den hessischen Offensivlauf und kamen selbst zu einfachen Fastbreak-Zählern. Stellvertretend dafür: Jonas Wohlfarth-Bottermann der in der 17. Spielminute als Erster am gegnerischen Korb ankam, nach Zuspiel von Polas Bartolo per Dunking abschloss und Rolf Scholz zur Raserei trieb. Der 40-Jährige sollte seinen menschgewordenen Baldrian erneut in Bryant finden. Der Routinier führte seinen Farben weiter an, konnte aber nun nicht den benötigten Gang höherschalten. Die Schwaben blieben in Front – und hatten zur Pause die Partie gedreht (50:44, 20.).

Herzog macht den Deckel drauf

Nach dem Seitenwechsel behielten die MHP RIESEN der Fokus der zweiten zehn Minuten. Verdeutlicht von Jordan Hulls, der in der ersten Halbzeit lediglich drei Zähler markiert hatte, nun aber 12 Zähler binnen 20 Minuten folgen ließen, stellten sie auf +10. Gießens Bester, Bryant, drehte aufgrund des dritten Fouls von Wohlfarth-Bottermann weiter auf, machte zwei Distanzwürfe in Folge. Abermals konsolidierten die Schwaben ihren Vorsprung im knapp zweistelligen Bereich. Verlassen konnten sie sich dabei auf ihren exzellent arbeitenden Teamverbund aus dem Smith und Herzog immer wieder hervorstachen. Auf Seiten der Gießener war Bryant zwar nicht zu stoppen, gleichwohl aber der Alleinunterhalter der Hessen. Nachdem er auf der Bank saß, bauten die Ludwigsburger ihren Vorsprung aus. Durch Smith und Desi Rodriguez, der beim Dreipunktversuch gefoult wurde, legten sie in den letzten acht Sekunden fünf Zäher auf (78:60, 30.).

Während sich die Ludwigsburger bereits auf der Siegerstraße wähnen konnten, versuchten die Gäste im vierten Viertel noch einmal den Start einer Aufholjagd. Auch ohne ihren Besten blieben sie auf Tuchfühlung. Doch zu mehr ließen es die MHP RIESEN nicht mehr kommen. Sie gaben nicht nach und hielten die Gäste, die unter anderem durch Brandon Bowman, Scottie James Jr. und Alen Pjanic zum Korberfolg kamen, auf Abstand. Elementaren Anteil daran hatte einmal mehr Herzog, der zwei Distanzwürfe versenkte und zum umjubelten Mann des Abends wurde. Die Leistung des 19-Jährigen war beachtlich – und einer der siegbringenden Faktoren für den 12. Erfolg in Serie.

Im Anschluss an den 99:85-Arbeitssieg haben die Schwaben nun acht Tage Zeit, um sich auf das Top-Spiel des Februars vorzubereiten. Am kommenden Sonntag gastieren sie als Tabellenführer bei exzellent aufgelegten EWE Baskets Oldenburg. Die Niedersachen gewannen parallel zu Ludwigsburg 124:84 gegen Würzburg – und kletterten mit dem neunten Erfolg in Serie für mindestens eine Nacht auf den zweiten Tabellenplatz.

Stats

Für Ludwigsburg spielten: Jaleen Smith 20 Punkte / 10 Rebounds / 5 Assists, Lukas Herzog 15, Barry Brown 15, Jordan Hulls 15, Yorman Polas Bartolo 14 / 6, Jonas Wohlfarth-Bottermann 9, Desi Rodriguez 7, Tremmell Darden 2, Jacob Patrick 2 und Jonah Radebaugh.

Für Gießen spielten: John Bryant 20 Punkte / 7 Rebounds, Brandon Bowman 18 / 6, Jonathan Stark 13, Brandon Thomas 11, Alen Pjanic 8, Scottie James Jr. 7 / 10, Bjarne Kraushaar 5, Isaac Hamilton 3, Chad Brown und Tim Köpple.

Statements

Rolf Scholz | Headcoach JobStairs GIESSEN 46ers
"Zunächst Glückwunsch an Ludwigsburg, die – wie ich finde – heute ihren Stiefel durchspielen konnten und uns ordentlich unter Druck gesetzt haben. Sie haben uns zu 15 Turnovern gezwungen, was meiner Meinung nach mit spielentscheidend war. Aus meiner Sicht sind wir gut ins Spiel gekommen, haben gerade im Inside-Spiel unsere Vorteile ordentlich ausgespielt und uns dadurch den einen oder anderen freien Wurf erarbeitet. Als Ludwigsburg uns aber zu besagten Turnovern gezwungen hat, haben wir unseren Rhythmus verloren."
John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Wir sind sehr langsam ins Spiel gekommen und nicht bereit gewesen, um gegen John Bryant zu spielen. Er hat sehr schnell zehn Punkte erzielt. Als Jake [Patrick] und besonders Luki [Herzog] im Spiel waren, haben wir plötzlich gepresst und Steals bekommen. Das freut mich besonders für Luki. Er war mit Abstand heute der Man of the Match, hatte ein Plus-Minus-Wert von +23. Ich bin mit dem Spiel zufrieden, da wir gewonnen haben und bin dennoch unzufrieden, da wir viel besser hätten spielen können."