Das RIESEN-Jahr endet mit einem Spektakel

Category News Date 2020-12-30 MHP RIESEN Ludwigsburg vs. Hamburg Towers 86:65

In der MHPArena regiert in der Saison 2020/2021 die gute Laune: Ludwigsburg gewinnt das insgesamt 18. Heimspiel in Serie – und beendet das Jahr mit dem gewünschten Erfolgserlebnis. Foto: Pressefoto Baumann.

Auch am 10. easyCredit BBL-Spieltag gehen die MHP RIESEN Ludwigsburg als Sieger vom Parkett: In der letzten Partie des Jahres besiegen die Schwaben Hamburg 86:65. Jordan Hulls und Jaleen Smith avancieren mit je 16 Zählern zu den Topscorern der Partie.

Trotz eines erstmals seit Wochen veränderten Line-Ups, in welches Try-Out-Spieler Jonah Radebaugh für Andrew Warren aufrückte, schickte John Patrick eine unveränderte Startformation ins letzte Spiel des Jahres. Doch auch mit der Basis der Eingespieltheit erwischten die MHP RIESEN einen gebrauchten Start, der erst durch die frühe Hereinnahme von Desi Rodriguez behoben wurde. Der US-Amerikaner ersetzte Tremmel Darden und sorgte für Fluss im RIESEN-Spiel: Rodriguez markierte die ersten Punkte, zog das erste Foul und war im Anschluss auch von der Freiwurflinie erfolgreich (3:4, 2. Spielminute). Da zudem Yorman Polas Bartolo und Jordan Hulls, nach einem Steal, binnen Sekunden zwei Distanztreffer folgen ließen, Rodriguez einen Fastbreak per Dunk veredelte und Hulls abermals einen Dreier durch die Reuse warf, kippte das Spiel binnen anderthalb Minuten (14:5, 4.). In den folgenden Sequenzen sank die immense Intensität nach einer Auszeit von Pedro Calles etwas, beide Mannschaften bemühten sich aber in puncto situativer Spielkontrolle. Die Partie entwickelte sich dabei wie erwartet: Als nervenaufreibender Abnutzungskampf, der im Vorfeld nicht zu viel versprochen hatte (31:21, 10.).

Im zweiten Viertel sollte das Duell dann noch einmal zusätzlich an Fahrt aufnehmen. Beide Mannschaften gaben keinen Ball verloren, schmissen sich in jedes Duell, sodass im besten aller Sinne das Spiel ein absoluter Hingucker blieb. Vorteile hatten dabei zeitweise die Hanseaten, die immer wieder gefährlich zum RIESEN-Korb zogen – und unter anderem durch T.J. Shorts für Furore sorgten. Die Hausherren haderten kurzzeitig mit der Hamburger Pressverteidigung, die mehrfach zum Ballverlust führte. Ab der 15. Spielminute kam dann auch das Verletzungspech dazu: Yorman Polas Bartolo blieb nach einem Zusammenprall mit Gelenkschmerzen liegen. Doch auch ohne ihren deutsch-kubanischen Wirbelwind nahmen die Ludwigsburger an Fahrt auf und kamen durch Lukas Herzog und Barry Brown zum Korberfolg. Dazwischen sorgte Jonas Wohlfarth-Bottermann mit seinem Block für einen Meilenstein: Er zog mit Sharrod Ford als achtbester Blocker der Ligageschichte (seit der digitalen Datenerfassung) gleich und überholte ihn wenige Sekunden später mit einem weiteren Block. Der Ludwigsburger Kapitän half dabei, dass die Schwaben ihren Vorsprung konsolidierten und ihr Polster bis zum Gang in die Kabinen noch ein stattliches Stück ausbauen konnten (47:35, 20.).

Hamburg drückt, Polas Bartolo kommt zurück

Für den mit einer Sprunggelenksblessur in der Kabine gebliebenen Polas Bartolo rückte nach der Pause Radebaugh formal auf. Der 23-Jährige markierte direkt im ersten Angriff der zweiten zwanzig Minuten seine ersten Zähler auf deutschem Boden – und brachte die Spielkontrolle zurück auf Seiten der RIESEN. Doch trotz grandiosen Quoten der Hausherren, die eine bärenstarke Vorstellung ablieferten, blieb Hamburg in Schlagdistanz. Die Gäste spielten daraufhin noch eine Tour härter, trafen den Distanzwurf – unter anderem durch Jordan Swing – nun besser aus der Ferndistanz. Doch der Ludwigsburger Einsatz und die defensive Intensität hielten der schwarz-weiß gekleideten Belastungsprobe stand. Mit Polas Bartolo, der sich beeindruckend schnell zurückmeldete, waren sie auch vor dem Schlussabschnitt in Front (65:50, 30.).

Direkt zum Beginn des vierten Viertels machten die Hausherren dann Nägel mit Köpfen: Durch fünf schnelle Zähler zwangen sie Calles zur nächsten Seitenlinien-Ansprache, lagen nun mit zwanzig Zählern Differenz in Front (70:50, 32.). Von diesem Rückstand sollten sich die Gäste nicht mehr erholen. Jordan Swing, Osaro Rich und Co. kamen im Schlussabschnitt zwar immer wieder zu Korberfolgen, letztendlich sollte dies aber keinen Einfluss mehr auf das Endergebnis haben. Hamburg betrieb Ergebniskosmetik, während die Hausherren in überraschend deutlicher Art und Weise auf den 18. Heimsieg in Serie zusteuerten – und ihn entsprechend ungefährdet einfuhren und bejubelten.

Durch den 86:65-Erfolg verbringen die MHP RIESEN Ludwigsburg den Jahreswechsel auf dem ersten Tabellenplatz der easyCredit BBL. Nach neun Erfolgserlebnissen in zehn Saisonspielen steht die nächste, schwäbische Belastungsprobe dennoch schon am Samstagabend an. Dann sind die Ludwigsburger, in der vorerst letzten „englischen Woche“ bei medi bayreuth (02.01.2021, Tip-Off 20:30 Uhr) zu Gast.

Stats

Für Ludwigsburg spielten: Jordan Hulls 16 Punkte / 5 Rebounds, Jaleen Smith 16 / 7 / 5 Assists, Barry Brown 14, Desi Rodriguez 10, Yorman Polas Bartolo 10 / 3 / 6, Elias Harris 9, Jonah Radebaugh 6, Lukas Herzog 3, Jonas Wohlfarth-Bottermann 2, Tremmell Darden, Jacob Patrick und Johannes Patrick.

Für Hamburg spielten: Maik Kotsar 14 Punkte / 6 Rebounds, T.J. Shorts 11, Jordan Swing 11, Terry Allen 10, Max DiLeo 6, Osaro Rich 5, Zuc Cuthbertson 5, Kameron Taylor 3, Bryce Taylor, Justus Hollatz und Marvin Ogunsipe.

Statements

Pedro Calles | Headcoach Hamburg Towers
"Glückwunsch an Ludwigsburg. Sie waren von der ersten bis zur letzten Minute das bessere Team. Defensiv haben sie unsere eigene Kreation verhindert und offensiv haben sie sehr guten Basketball gespielt, ihre Würfe hochprozentig getroffen und den Ball flüssig bewegt."
John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Ich bin sehr zufriedener mit unserer Einstellung heute – all dies gegen eine gute Hamburger Mannschaft. Wir haben in den ersten Minuten ein kleines Konzentrationsproblem gehabt. Dann haben wir unseren Gameplan sehr gut umgesetzt, besonders gegen [Jordan] Swing und T.J. Shorts, die beiden Go-to-Guys von Hamburg. Jordan Hulls hat ein exzellentes Spiel gespielt, dies sieht man unter anderem an seinem Plus-Minus-Wert [+26]. Ein besonderes Kompliment geht an Yorman [Polas Bartolo]: Er war verletzt, ist umgeknickt, hat auf die Zähne gebissen und ist mit einer unglaublichen Intensität in der Verteidigung zurückgekommen. Zudem hatte er sechs Assists. Auch Jonas [Wohlfarth-Bottermann] möchte ich herausheben, der dominant auf der Center-Position gespielt auch - auch wenn er nur zwei Punkte hatte. Es war ein wichtiger Sieg für uns und wir hoffen, dass wir am 02. Januar unseren zehnten Sieg einfahren können."
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