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Defensivkrimi ohne Happy End

Category News Date 2022-03-17 MHP RIESEN Ludwigsburg vs. Hapoel U-NET Holon 68:71

Topscorer des Abends: Jonah Radebaugh. Foto: Ansgar Wörner. 

In einer erneut bis zum Schluss intensiven Spiel unterliegen die MHP RIESEN im dritten Spiel in fünf Tagen zuhause gegen Hapoel U-NET Holon mit 68:71. Die Gäste finden auf das Ludwigsburger Spiel die richtigen Antworten, zeigen wie bereits im Hinspiel ihre Defensivqualitäten und haben am Ende den längeren Atem vor 912 Zuschauern in der MHPArena. Topscorer der Partie ist Jonah Radebaugh mit 22 Punkten und 8 Rebounds.

Zum dritten Heimspiel innerhalb von nur fünf Tagen traten die MHP RIESEN Ludwigsburg an diesem Abend erneut mit verändertem Aufgebot an: Nachdem James Woodard und Jonas Wohlfarth-Bottermann wieder antreten konnten, mussten nun Tekele Cotton und Ethan Happ aufgrund der im Team um sich schlagenden Grippewelle das Bett hüten. Die Mission an diesem Abend war dennoch klar: Alles der Mannschaft Mögliche tun, um den vorzeitigen Einzug in die nächste Runde der Basketball Champions League zu sichern.

Die ersten paar Minuten der Partie gestalten sich analog zum Hinspiel äußerst defensiv und sind geprägt von Führungswechseln (6:6, 6‘). Die MHP RIESEN machten daraufhin massiv Druck, forcierten insgesamt 7 Turnover und Jonah Radebaugh lieferte immens wichtige Punkte für die knappe Führung nach den ersten 10 Minuten (11:9, 10‘). Beide Mannschaften verzeichneten zu diesem Zeitpunkt lediglich 1/5 von jenseits des Perimeters sowie 0 Treffer von der Freiwurflinie.

Aus der kurzen Pause starteten die Gäste mit einem starken Distanztreffer durch Rafael Menco und schoben sich erneut in Front. Doch die Gelb-Schwarzen fanden schnell zurück in ihren Rhythmus und setzten sich zum ersten Mal bis auf 4 Zähler ab (16:12, 14‘). Holon kam nun jedoch ebenfalls in Fahrt und überholte die Schwaben in einem 2:7-Lauf (20:23, 27‘).

Hinspiel und Rückspiel glichen sich auch nach der Halbzeit: Beide Mannschaften schalteten nun in den Offensivmodus und erzielten in den ersten 60 Sekunden so viele Punkte wie in den ersten 6 Spielminuten zusammen (27:28, 21‘). Die MHP RIESEN fanden sich dabei mit dem Vorteil auf ihrer Seite und erkämpften sich eine 4-Punkte-Führung zurück (37:33, 24‘). Doch die Gäste zogen weiter an, machten weniger Fehler im Dribbling und trafen stärker von Draußen (48 3P%). Als die Führung der Israelis den bis dahin höchsten Stand des Spiels erreicht, nahm John Patrick die Auszeit (40:49, 28‘). Diese fruchtete auf gelb-schwarzem Boden und wieder kämpften sich die Barockstädter vor dem Schlussabschnitt an die Gäste heran (45:49, 30‘).

Zunächst hielten die MHP RIESEN den Anschuss, bevor Jordan Hulls mit einem Distanzwurf den langersehnten Anschlusstreffer erzielte (57:57, 34‘). Innerhalb der Zone war jedoch auch weiterhin nicht an ein Durchkommen gegen die Israelis zu denken. Ihren Lösungsansatz suchten die Gelb-Schwarzen dann erneut jenseits des Perimeters und fanden ihn in Lukas Herzog, der zum entscheidenden Zeitpunkt für 3 Punkte von Draußen traf und damit zum ersten Mal wieder die Schwaben in Front brachte (64:61, 36‘). Holon spielte nun jedoch alle seine Trümpfe aus, zog insgesamt noch einmal 7 Fouls im Schlussabschnitt und erzielte über wichtige getroffene Freiwürfe den entscheidenden Vorteil. Die Gäste entschieden damit am Ende knapp die Partie für sich und verhinderten den vorzeitigen Einzug der MHP RIESEN in die Runde der besten 8 (68:71, 40‘).

„Wir haben heute wirklich gekämpft. Wir haben am Ende der 40 Minuten nicht einfach aufgegeben, sondern weiter geackert und das gemacht, was wir sollten. Sie haben wichtige Würfe getroffen, gegen die wir angehalten haben. Sie haben uns ab einem gewissen Punkt einfach durchschaut und sich immer wieder angepasst. Die wichtigen Würfe sind für sie gefallen und wir konnten das auf der Gegenseite nicht unterbinden,“ äußert sich Jonah Radebaugh nach dem Spiel in der Pressekonferenz.

Nach dem Sieg von JDA Dijon über Galatasaray Nef (80:69) ist zumindest eine Vorentscheidung in Gruppe I an diesem Abend gefallen: Die Istanbuler scheiden aus dem Wettbewerb aus. Für die drei weiteren Mannschaften ist dagegen noch alles offen (alle mit 3 Siegen und 2 Niederlagen). Um sicher unter die Top 8 zu kommen, ist ein Sieg im Rückspiel bei Galatasaray Nef in der kommenden Woche (23. März, 18.00 Uhr) notwendig. Bei einer Niederlage müssten die Ludwigsburger auf Schützenhilfe Israelis hoffen: Gewinnt Holon, wären die Barockstädter aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs gegen Dijon Gruppenzweiter, bei einer Niederlage aufgrund des verlorenen gegen Holon Gruppendritter und damit ausgeschieden. Jonah Radebaugh: „Wir müssen das Spiel abhaken und nach vorne schauen, am nächsten Mittwoch haben wir wieder die Chance uns das Ticket für die nächste Runde zu sichern. Unser Fokus liegt jetzt auf diesem Spiel.“

 

Für Ludwigsburg spielten:

Jonah Radebaugh 22 (8 Rebounds) / Tremmell Darden 13 (6 Rebounds) / Jordan Hulls 11 / Yorman Polas Bartolo 4 / Justin Simon 4 (15 Rebounds) / Lukas Herzog 3 / Jonathan Bähre 3 / Johannes Patrick 3 / Jonas Wohlfarth-Bottermann 2 / James Woodard und Rawle Alkins.

Für Holon spielten:

Chris Johnson 17 (6 Rebounds) / Joe Ragland 15 (9 Assists) / Rafael Menco 11 (7 Rebounds) / Michael Kyser 11 (5 Rebounds) / Adam Smith 10 / Tyrus McGee 3 / Guy Pnini 2 (5 Assists) und Steve Zack 2.

Statements

Guy Goodes | Headcoach Hapoel U-NET Holon:
“Zuerst einmal möchte ich meiner Mannschaft gratulieren: Ich denke wir wussten, dass wir es hier mit einem aggressiven Gegner zu tun haben. Nach dem Spiel am Montag waren sie erschöpft, aber sie sind dennoch eine Mannschaft die nie aufgibt und hart spielt. Sie pressen immer hart und erzwingen viele Ballverluste bei ihren Gegnern – im ersten Viertel ist uns das alleine 7 Mal passiert, insgesamt haben wir Ihnen 15 Turnover für 16 Punkte serviert. An dieser Stelle haben wir großen Schaden genommen. An den Bretten hatten sie in der ersten Hälfte 8 Offensivrebounds, noch einmal 5 in der zweiten Hälfte – aber wir haben am Ende einen guten Job gemacht. Beide Teams haben hart gekämpft, Spieler lagen auf dem Boden. Trotzdem bin ich natürlich sehr glücklich für das Team, dass wir uns in solch einem Umfeld und gegen einen schwierigen Gegner mit sehr gutem Coach als widerstandsfähig erwiesen haben. Wir haben heute unseren Job erledigt, aber wir sind noch nicht fertig: Nächste Woche müssen wir das Spiel gegen Dijon gewinnen, um uns für die Top 8 zu qualifizieren. Das ist jetzt unser Fokus.“
John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg:
„Glückwunsch an Coach Goodes und das Team von Holon. Selbstverständlich sind wir enttäuscht über das Ergebnis. Ich denke wir hatten einige Chancen dieses Spiel für uns zu entscheiden, auch wenn wir ohne einige Jungs gespielt haben, die aktuell krank sind. Manche der angeschlagenen haben versucht zu spielen und ihr Bestes gegeben, konnten aber nicht ihre sonstige Leistung abrufen. Wir waren trotzdem in einer guten Position, haben im Schlussabschnitt mit 4 Punkten geführt als Holon offene Dreier getroffen hat und wir einfache Fehler in der Verteidigung gemacht haben. Das gesamte Spiel haben wir keine gute Arbeit geleistet zum Korb zu ziehen und wieder auf Draußen zu spielen. Wir haben attackiert und viele schlechte Würfe genommen. Wenn wir Spieler auf dem Feld hatten, die den Ball gut bewegen, haben wir entsprechend gute Abschlüsse bekommen – das spiegelt sich auch in der Statistik wieder. Diejenigen, die sich heute dem Team untergeordnet haben, verzeichnen auch ein gutes Plus-Minus-Ergebnis. Wir haben aber noch immer eine Chance: Wir müssen uns jetzt erholen, das Spiel analysieren und vor allem wieder gesund werden, um bereit für unser Spiel am Wochenende und das Entscheidungsspiel in Istanbul zu sein.“
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