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Dritter Sieg im vierten Spiel: Ludwigsburg bezwingt auch Crailsheim

Category News Date 2020-12-06 MHP RIESEN Ludwigsburg vs. HAKRO Merlins Crailsheim 97:88

Headcoach John Patrick adressierte in der Länderspielpause die Rebound-Arbeit als großes Verbesserungspotential – Elias Harris und Co. lieferten gegen Crailsheim beachtlich: Der 31-Jährige kam auf 8 Rebounds, Ludwigsburg griff sich insgesamt 42 Abpraller. Die HAKRO Merlins unterdessen nur 27. Foto: Pressefoto Baumann.  

Die MHP RIESEN Ludwigsburg starten mit einem verdienten Derbysieg in den Dezember: Angeführt von Barry Brown, der mit 30 Punkten zum Topscorer avanciert, gewinnen die Schwaben 97:88 und feiern damit den dritten Erfolg im vierten Liga-Spiel.   

Im Anschluss an die zweiwöchige Länderspielpause hatte Headcoach John Patrick vor dem Auftakt des 5. Spieltags zahlreiche gute und eine schlechte Nachricht. Während die Blessuren einiger Ludwigsburger, darunter das Knochenmarködem von Johannes Patrick oder die leichte Kopfverletzung von Tremmell Darden, rechtzeitig auskuriert waren, musste der US-Amerikaner kurzfristig auf Lukas Herzog verzichten. Der 19-Jährige war am Donnerstag im Training umgeknickt. Dabei verletzte er sich glücklicherweise zwar nicht schwer, fehlte kurzfristig aber dennoch. Für ihn rückte ein weiteres Eigengewächs, Tyreese Blunt, erstmals ins RIESEN-Aufgebot.

11:1-Auftakt bildet die perfekte Grundlage

Der 18-jährige Blunt sah, ebenso wie die verletzt anwesenden Herzog und Javontae Hawkins, wie die Hausherren einen sehr guten Start aufs Parkett legten: Jaleen Smith zog unwiderstehlich gegen Trae Bell-Haynes zum Korb, Elias Harris packte Bogdan Radosavljevic auf den Rücken und als Smith aus der Distanz traf, war der Bilderbuchstart perfekt (11:1, 3. Spielminute). Tumoas Iisalo nahm folgerichtig die Auszeit. Der Finne sorgte am Seitenrand zwar dafür, dass seine Mannschaft etwas Zugriff zum Spiel erhielt, Ludwigsburg blieb – aufgrund von Punkten von Barry Brown und Jordan Hulls – aber weiterhin am Drücker und agierte voll fokussiert. Erst nach Distanztreffern von Tim Coleman und Elias Lasisi sah sich Patrick zu ersten Justierungen veranlasst (20:13, 7.). Wie schon sein Übungsleiter-Kollege fand auch Patrick die richtigen Worte, was bei seinem Team vor allem defensiv zu Gutem, respektive bei Crailsheim zu punktlosen Minuten, führte (24:18, 10.).

Während Fabian Bleck und Tim Coleman für Gästezähler sorgten, lief es bei den MHP RIESEN auch zum Beginn der zweiten zehn Minuten. Während Brown zunehmend heiß lief, platzte Iisalo an der Seitenlinie der Kragen. Der 38-Jährige bemängelte den Einsatz und die fehlende, körperliche Härte.  Vor allem Bell-Haynes, Maurice Stuckey taten wie geheißen: Sie spielten bedeutend aggressiver und härter, die Ludwigsburger Hausherren konnten sich dennoch bis auf zehn Zähler absetzen (41:31, 16.). Das Mehr an Intensität tat der Spannung des Derbys gut – kurzfristig ansehnlicher wurde es dadurch aber nicht. Denn während sich beide Mannschaften in die Partie bissen, sanken die Trefferquoten. Minimale Vorteile hatte auch weiterhin der deutsche Vize-Meister, der eine konzentrierte Leistung auf das Parkett legte, sich aber defensiv zu viele Foulspiele und im Ballvortrag zu viele Fehler leistete. Crailsheim kam dadurch zu erneuten Wurfchancen und verkürzte das zweistellig angewachsene Defizit bis zum Gang in die Kabinen auf sechs Zähler (49:43).

Rebound-Duell entscheidet die Partie

Während Patrick beim Seitenwechsel mit der Leistung zwar zufrieden mit dem Ergebnis aber weniger einverstanden war, gestaltete sich das Ganze auf der Gegenseite komplett konträr: Iisalo tobte ob der mangelnden Intensität, war aber zumindest mit dem gering ausfallenden Rückstand in Ordnung. Missverstanden fühlte sich unterdessen auch Jaleen Smith, der bereits in der 22. Minute mit vier Fouls auf die Bank ging. Das zeitweise Fehlen von Ludwigsburgs Co-Kapitän fiel dennoch nur kurzzeitig ins Gewicht, langfristig kompensierten die Hausherren diesen Malus. Denn obwohl es phasenweise Luft nach oben gab, stimmte der Einsatz. Denn Ludwigsburg ließ sein Herz, wie es sich für ein Derby gehört, auf dem Parkett, schmiss sich in jeden Ball und jeden Rebound und setzte sich erneut bis auf 13 Zähler (62:49, 25.) ab. Dauerhaft ließ sich dieser Lauf aber nicht fortsetzen. Konkret endete er in der 27. Minute – und mündete im Anschluss an einen kleinen Merlins-Lauf mitsamt Zählern von Radii Caisin und Elias Lasisi (69:58.) Nach einer weiteren Patrick-Ansprache endete das Hin und Her, Ludwigsburg ärgerte sich vor allem über vergebene Freiwürfe. Währen die MHP RIESEN in der ersten 20 Minuten 11 von 12 Wurfversuchen von der Linie getroffen hatten, waren es im dritten Spielabschnitt lediglich 11 von 19 (74:65, 30.).

Als Verdeutlichung dessen, dass das Spiel noch lange nicht entschieden war, verkürzte Radosavljevic und Caisin an alter Wirkungsstätte das Defizit direkt zum Beginn des Schlussabschnitts. Dem unbedingten Willen der MHP RIESEN waren die Crailsheimer an diesem Mittag aber nicht gewachsen. Brown, der weiterhin groß aufspielte, und seine Teamkameraden übertrumpften die HAKRO Merlins in zahlreichen Aspekten. Nachdem sie zudem Radosavljevic und Haywood Highsmith vorzeitig mit fünf Fouls auf die Bank geschickt hatten, bogen sie zwar langsam, aber sicher auf die Siegerstraße ein. Den 93:83-Dagger, welcher die Entscheidung brachte, markierte Smith schlussendlich 94 Sekunden vor dem Ende der Partie.

Durch den 97:88-Erfolg stellen in der easyCredit Basketball Bundesliga auf eine 3:1-Bilanz. Diese erfährt in knapp 48 Stunden ihre nächste Belastungsprobe: Am Dienstagabend gastiert ALBA BERLIN zur Neuauflage des Playoff-Finales in der MHPArena (08.12.2020, Tip-Off 20:30 Uhr).

Stats

Für Ludwigsburg spielten: Barry Brown 30 Punkte / 5 Rebounds, Jaleen Smith 16, Elias Harris 15 / 8, Tremmell Darden 11, Jordan Hulls 11 / 2 / 5 Assists, Yorman Polas Bartolo 10 / 12, Jonas Wohlfarth-Bottermann 4, Desi Rodriguez, Andrew Warren und Jacob Patrick.

Für Crailsheim spielten: Trae Bell-Haynes 24 Punkte / 8 Assists, Maurice Stuckey 14, Radii Caisin 13, Tim Coleman 9, Bogdan Radosavljevic 8, Elias Lasisi 6, Haywood Highsmith 6, Jamuni McNeace 4, Fabian Bleck 4, Jeremy Jones und Aleksa Kovacevic.

 

Statements

Tuomas Iisalo | Headcoach HAKRO Merlins Crailsheim
"Glückwunsch an Coach Patrick und seine Mannschaft. Sie waren nach der langen Pause sehr gut vorbereitet. Aber dies ist gegen Ludwigsburg immer so. Es war ein Spiel Jungs gegen Männer. Wir waren heute eine lange Zeit physisch und oder mental nicht präsent. Dies sieht man beim Rebounding und an den Freiwürfen. Hier war Ludwigsburg besser, hatte zehn Freiwürfe und sechs Feldwürfe mehr. Dies war heute der große Unterschied. Ich hoffe, dass wir aus dem Spiel gegen eine sehr gute Mannschaft Etwas lernen konnten. Das ist die Bundesliga. Wenn Dich das andere Team, sozusagen, schikaniert, musst Du eine Reaktion zeigen. Heute kam diese leider viel zu spät und viel zu verhalten."
John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Es war ein hart umkämpftes Spiel. Ich bin sehr stolz, dass wir heute gegen eine starke Crailsheimer Mannschaft gewonnen haben, sie waren bis heute in der easyCredit BBL ungeschlagen. Mit Trae Bell-Haynes haben sie einen Akteur in den Reihen, der prinzipiell schwierig zu verteidigen ist. Ich freue mich für Radii [Caisin], dass er sich heute so gut präsentiert hat. Er hat in den letzten Jahren große Schritte gemacht. Aus unserer Sicht freue ich mich, dass wir das Rebound-Duell dominiert haben. In München haben wir fast halb so viele Rebounds geholt, waren dahingehend sehr schwach. Dies war in den letzten zwei Wochen ein Thema für uns. Auch wenn wir ein paar unnötige Turnover hatten: 11 Turnover sind, gegen eine Mannschaft, die viel Druck macht, nicht so schlimm. Letztendlich haben wir von der Freiwurflinie nicht so gut geworfen, haben danach aber gleich dreifach wichtige Offensivrebounds geholt. Trotz des Foultroubles von Jaleen [Smith] haben wir heute einen wichtigen Heimsieg gefeiert."
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