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Kämpferisch großartig – aber ohne Erfolgserlebnis

Category News Date 2021-06-03 FC Bayern München Basketball vs. MHP RIESEN Ludwigsburg 81:78

Jaleen Smith legt in München eine wahre MVP-Performance aufs Parkett. Doch auch die 29-8-7-Performance des Co-Kapitäns reicht nicht zum Sieg. Foto: Steffen Eirich.

Die MHP RIESEN Ludwigsburg beenden das dritte Halbfinal-Spiel der laufenden Spielzeit mit einer 78:81-Niederlage. Im Münchner Audi Dome begegnen die Schwaben dem FC Bayern Basketball über die fast komplette Spielzeit auf Augenhöhe, können sich den Sieg aber nicht sichern. Die Folge: Der 1:2-Serienrückstand und Erfolgsdruck am Freitag (04.06.; Tip-Off 20:30 Uhr), um die Serie wieder zurück nach Ludwigsburg zu bringen.

Aufgrund des an der Wade verletzten Jordan Hulls starteten die MHP RIESEN Ludwigsburg mit einer Line-Up-Änderung ins dritte Halbfinal-Spiel. Andrew Warren ersetzte Hulls im 12er-Aufgebot, in die Startformation rückte der Mann der Stunde: Jonah Radebaugh. Der 23-Jährige markierte nur folgerichtig auch die ersten Punkte der Gelb-Schwarzen, davor und danach trafen Leon Radosevic und Vladimir Lucic jeweils ebenso aus der Distanz (6:3, 2. Spielminute). Die Münchner sollten nicht nur in den Anfangssequenzen besser sein, sondern generell das beste erste Viertel der Serie spielen. Anders als in den Spielen in der MHPArena gerieten sie nicht deutlich ins Hintertreffen. Im Gegenteil: Da Ludwigsburg mehrere Gelegenheiten ungenutzt ließ und gut herausgespielte Würfe auf den Ring setzte, blieben die Hausherren in Front (9:5, 5.) – die Schwaben aber auch konsequent in Schlagdistanz. Durch Radebaugh und Smith stellten die Patrick-Scjützlinge dann aus der 6,75-Meter-Distanz auf Führung (9:11). Doch da Warren zwei Foulspiele kassierte, war das Ganze Sekundenbruchteile später wieder hinfällig. Trotz dessen sollte sich ein Duell auf Augenhöhe entwickeln in dem einmal mehr Radebaugh (9 Punkte) die Akzente setzte (19:21, 10.).

Die Gäste jagten viertelübergreifend zwei Distanzwürfe durch die Reuse und zwangen Andrea Trinchieri bereits nach 17 gespielten Sekunden im zweiten Viertel zur nächsten Auszeit. Erneut war es Smith, der getroffen hatten (19:24). Der FC Bayern Basketball konsolidierte seine Leistung im Stile einer Spitzenmannschaft, aber die Ludwigsburger waren ebenfalls um keine Antwort verlegen und sollten weiterhin in Front bleiben (24:28, 14.). Die Hausherren fanden, bis auf Lucic und Radosevic, kaum ins Spiel. Gleichwohl standen sie defensiv gut genug, um die MHP RIESEN nicht in Fahrt kommen zu lassen. Während die Barockstädter in Korbnähe kaum zur Geltung kamen, installierten Oscar da Silva und Tremmell Darden immerhin aus der Mitteldistanz ein erfolgreiches Offensivspiel (25:30). Gleichzeitig stand die Verteidigungsleistung der Ludwigsburger jener der Münchner in nichts nach. Bei den Hausherren dominierte die Physis, bei den Gästen die Galligkeit – mustergültig verkörpert durch Herzog und Radebaugh. Die Münchner setzten immer wieder Akzente, zur Halbzeit lagen die MHP RIESEN dennoch und weiterhin, trotz eines Buzzerbeaters von Robin Amaize, in Front (37:39, 20.).

Intensität und ein 13:0-Lauf drehen das Spiel

Während der X-Faktor (Amaize) des zweiten Spiels vor dem Gang in die Kabinen noch gepunktet hatte, leistete er sich direkt nach dem Seitenwechsel sein drittes Foulspiel und saß fortan auf der Bank. Für ihn übernahm Zipser Verantwortung und sorgte für den Ausgleich (40:40). Doch die Partie blieb eine der ausgelassenen Gelegenheiten: Beide Mannschaften leisteten sich Ballverluste und verpassten teils sehr einfache Korberfolge. McLean sorgte erst in der 24. Minute für den ersten Feldkorb der Ludwigsburger, profitierte aber auch vom Münchner Chancenwucher (40:44). Der FC Bayern Basketball sollte zwar zuerst zum Ausgleich und dann zum Führungswechsel kommen, doch das Spiel wogte weiterhin hin und her (48:47). Dennoch konnten sich die Münchner in der zweiten Hälfte des dritten Viertels deutlicher absetzen. Sie stellten durch Lucic und Wade Balwin auf 57:47 und setzten sich erstmals zweistellig ab. Doch Radebaugh und Smith sorgten für eine Ende des Runs sowie offensive Antworten (59:53, 30.).

Während die Münchner sich defensiv und sehr erfolgreich immer weiter steigerten, blieben die Schwaben fortwährend in Schlagdistanz. Doch so sehr sie sich auch mühten: Die Hausherren waren im Angriff immer zur Stelle, die MHP RIESEN blieben in der Position des Reagierenden (68:58, 34.) und kamen deshalb in die Position des Sitzenden: Patrick hatte zur letzten Auszeit gebeten. In Folge der Zusatzansprache bliesen die Schwaben zur Aufholjagd, die einmal mehr von Smith und Radebaugh angeführt wurde. Die Gäste kamen noch einmal bis auf sechs Zähler heran. Doch die entscheidenden Würfe fielen nicht. Im Gegenzug trafen Lucic und Baldwin und bauten den Vorsprung aus. Vorentscheidend, wie sich zeigen sollte. Denn die Ludwigsburger verkürzten noch einmal bis auf einen Zähler (79:78) und hatten die Chance zur endgültigen Wende. Doch in den letzten zehn Sekunden zeigten die Hausherren keine Nerven, Lucic sicherte sich den Rebound Smith verpasste über das halbe Feld den glückbringenden Treffer, der seine Farben in die Verlängerung gerettet hätte.

Trotz der famosen Leistung bleiben die MHP RIESEN Ludwigsburg ohne Lohn ihrer Arbeit: Die 78:81-Niederlage sorgt für den 1:2-Serienrückstand und dafür, dass die Schwaben nun die Spiele vier und fünf gewinnen müssen, um ins Playoff-Finale einzuziehen respektive das vorzeitige Saisonaus abzuwenden. Die vierte Partie steigt am Freitag (04.06.; TIp-Off 20:30 Uhr) – gespielt wird erneut im Audi Dome.

Stats

Für München spielten: Vladimir Lucic 22 Punkte / 5 Rebounds, Wade Baldwin 22, Leon Radosevic 13 / 8, Paul Zipser 10, Robin Amaize 4, DJ Seeley 4, Nihad Djedovic 4, James Gist 1, Jalen Reynolds und Zan Mark Sisko.

Für Ludwigsburg spielten: Jaleen Smith 29 Punkte / 8 Rebounds / 7 Assists, Jonah Radebaugh 18, Jamel McLean 11, Oscar da Silva 8, Tremmell Darden 6, Barry Brown 3, Yorman Polas Bartolo 2, Jonas Wohlfarth-Bottermann 1, Lukas Herzog, Jacob Patrick und Andrew Warren.

Statements

John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Wir haben gut angefangen und bis zur 18. Minute unseren Gameplan umgesetzt. In den letzten zwei Minuten der ersten Halbzeit und im dritten Viertel hat bei uns die Intensität gefehlt. Bayern hat hingegen die Intensität in der Verteidigung erhöht – es war ein verdienter Sieg für Bayern. [Vladimir] Lucic trifft jeden wichtigen Wurf. Wir haben alles gegeben, brauchen von einigen Leute aber etwas mehr. Ich bin stolz über unsere Leistung. Am Ende entscheiden dann die Details: Wir lassen neun Korbleger ungenutzt, während wir Bayern zwei, drei 1:0-Lay-Ups gestatten. Da hätten wir mehr tun können. Am Ende ist Bayern besser, trifft die Big Shots. Nun haben wir haben am Freitag ein Do-or-die-Spiel und müssen bereit sein, um noch einmal unser Bestes zu geben."
Andrea Trinchieri | Headcoach FC Bayern Basketball
"In der ersten Halbzeit hatten wir definitiv weniger Energie als Ludwigsburg. Wir litten, sie waren besser. In dieser Serie geht es um die Energie der Teams. Die Mannschaft, die mehr Energie hat, hat mehr Ballbesitz, mehr Ballgewinne, holt sich die offensiven Rebounds. In der ersten Halbzeit waren wir schlecht, dann aber besser. Wir hatten ein sehr gutes drittes Viertel mit einem staken Run. Aber in den letzten drei Minuten wollten wir den Schalter in den Ruhemodus umlegen und Abkürzungen nehmen. Aber speziell gegen ein Team, das so hart und physisch spielt wie Ludwigsburg, kannst du ein Desaster hinlegen, wenn du in den Economy-Modus übergehst. Da waren wir nah dran. Es ist schwierig, alle 48 Stunden zu spielen, für uns wie für den Gegner – mit Verletzungen zum Beispiel. Man kann nicht glänzen und den besten Basketball spielen, das Einzige, was zählt, ist der Sieg. Wir müssen regenerieren und bereit sein für einen weiteren Kampf."