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Mini-Marathon startet gegen Braunschweig

Category News Date 2021-02-08

Der Weg ist noch ein weiter: Tremmell Darden und Co. richteten direkt nach dem Auswärtserfolg in Oldenburg den Blick auf Braunschweig. Foto: Ulf Duda.  

Im Anschluss an den fulminanten 89:75-Sieg in Oldenburg bleibt den MHP RIESEN Ludwigsburg keine Zeit zum Verschnaufen: Bis Ende der Woche stehen drei weitere Pflichtspiele auf der Agenda. Zum Auftakt dieser kleinen Serie gastieren am Mittwoch (10.02.2021, Tip-Off 19:00 Uhr) die Basketball Löwen Braunschweig in der MHPArena.

Vier Partien binnen acht Tagen, drei Auswärtsfahrten mit insgesamt 2.600 Kilometern, wenige Trainings- und Regenerationseinheiten und ein vollgepackter Spielplan: Möglicherweise durchleben die MHP RIESEN Ludwigsburg aktuell die intensivste Woche der Saison 2020/2021. Auf alle Fälle ist die aktuelle Schlagzahl mit dem Playoff-Rhythmus der easyCredit Basketball Bundesliga vergleichbar – und gibt allen Klubs in den nächsten Tagen einen Vorgeschmack auf das, was ab Mai noch kommen könnte. Denn die Intensität trifft alle Teams im gleichen Umfang, das Hinrunden-Ende in der Wochenmitte und der Rückrundenstart am Wochenende kommen im Doppel- respektive Dreierpack daher. Die Barockstädter hatten dabei, mit zwei 600-Kilometern-Fahrten nach Niedersachsen, Fortuna bei der Spielplan-Erstellung nicht unbedingt auf ihrer Seite.

Während Glücksgöttin Fortuna temporär abwesend war, trägt Kollegin Victoria, die römische Göttin des Sieges, spätestens seit Ende November Gelb-Schwarz: Der Tabellenführer meisterte in den vergangenen Wochen alle Herausforderungen und baute seine Serie auf beachtliche 13 Erfolge in Serie aus. Das deutlichste Ausrufezeichen setzten die Mannen von Headcoach John Patrick dabei am Sonntag. Die Art und Weise des 89:75-Erfolges in Oldenburg sorgte (verdientermaßen) national für Aufsehen und Anerkennung – und gleichzeitig auch für eine gelöste Stimmung während der rund achtstündigen Rückfahrt. Diese kam durch Tiefdruckgebiet Tristan zwar eisig und schneereich daher, ging insgesamt aber erfreulicherweise unspektakulär vonstatten.

Jallow, Meisner und die jungen Wilden

Im Anschluss an die kurze Super-Bowl-Nacht laufen seit Montag die Vorbereitungen auf das Mittwoch-Heimspiel auf Hochtouren. Im niedersächsischen Dreiklang zwischen Oldenburg und Vechta gastieren die Basketball Löwen Braunschweig zwischendurch in der MHPArena. Der Tabellenelfte ist dabei das vermeintlich am schwersten einzuschätzende Team der Liga. Denn die Braunschweiger wurden in den vergangenen fünf Wochen gleich zweifach durch eine Corona-Quarantäne ausgebremst und müssen zudem das Fehlen von Kostja Mushidi (11.7 PpS) und Bryon Allen (12.2) verkraften. Mushidi befindet sich aktuell in ärztlicher Behandlung, eine mögliche Rückkehr steht in den Sternen. Allen verließ den Klub hingegen erst in der Vorwoche.

Das Fehlen der beiden auffälligsten Shooting Guards kompensierte die Mannschaft von Pete Strobl in beachtlicher Manier: Braunschweig bezwang Ulm 94:92 und feierte die umjubelte Rückkehr auf das Parkett. Beim Sieg gegen die Donaustädter waren, wie bei den Löwen üblich, Karim Jallow (16.8 / 5.6 RpS / 2.5 ApS) und Lukas Meisner (14.8 / 4.3 / 1.6) die auffälligsten Akteure. Die beiden Nationalspieler führen den Klub als Kapitäne und Topscorer an und stehen für die Verdeutlichung der eigenen Philosophie. Mit durchschnittlich 23.4 Jahren stellen die Niedersachsen das jüngste Team der Liga. Da sie zudem mit Martin Peterka und James Robinson nur zwei Import-Spieler unter Vertrag haben, ist die Ausgangslage in Braunschweig klar: Die Entwicklung und die Perspektive sind entscheidend, eher lang- als kurzfristig. Erfolg hat „das Projekt“ aber auch schon in der laufenden Spielzeit.

Playoff- oder Abstiegskampf?

Kurzfristig möchten die auch optisch seit dem Sommer runderneuerten Basketball Löwen nun ein Wort um die Postseason-Qualifikation mitsprechen. Dass dies mit fünf Nachholspielen in der Hinterhand und nur zwei Siegen Rückstand (Bilanz: 5:7) auf Platz acht (Bilanz Frankfurt: 7:9) allemal möglich ist, liegt auf der Hand. Ebenso offenkundig ist, dass weitere Siege nötig sind, um sich in Richtung Tabellenkeller abzusichern. Der Abstand auf die auf Rang 17 rangierenden Vechtaer beträgt leidglich vier Punkte – also zwei Siege. Der größte Löwen-Trumpf ist dabei die Offensive: 87.4 Punkte, 35.8 Rebounds und 19.2 Assists pro Partie bedeuten im Liga-Vergleich mehrfach eine Top-6-Platzierung.

Während das Ziel der Braunschweiger Mission noch nicht final vorhergesagt werden kann, haben die MHP RIESEN Ludwigsburg ihrerseits Kurs in Richtung Playoffs genommen. Die Teilnahme an diesen ist aber noch lange nicht gesichert, eine verbindliche Kalkulation wäre fahrlässig. Erreicht ist bis dato – in Playoff-Hinsicht – nichts.

Dennoch: Die bisher eingefahrenen Siege sorgen in der Barockstadt für enormes Selbstbewusstsein. Nun ist Nachlagen angesagt. Um den nächsten Schritt in der eigenen Entwicklung zu nehmen, sich für die Ergebnisse der letzten Wochen zu belohnen und die Erfolgssträhne anhalten zu lassen, möchte der Vize-Meister in dieser Woche an das zuletzt Gezeigte anknüpfen und einmal mehr eine sehr gute Offensive ausbremsen.

Brown angeschlagen, Fokus unverändert

Ob Barry Brown bei diesem Unterfangen wird helfen können, steht aktuell noch nicht fest. Der 24-Jährige musste in Oldenburg mit einer Bein-Blessur bereits vor der Halbzeitpause kürzertreten und konnte lediglich knapp sechs Minuten mitwirken. Sollte er nicht zur Verfügung stehen, stünden mit Andrew Warren und Ralph Hounnou, das Duo machte auch den Auswärtstrip nach Niedersachsen mit, zwei weitere Akteure parat, um einen möglichen Ausfall zu kompensieren. Ob es soweit kommt, entscheidet sich voraussichtlich am Spieltag selbst. Bis dahin wartet noch Regeneration, Arbeit und Vorbereitung auf die Schwaben.

In der so intensiven Zeit vor der Länderspielpause geht es aber ohnehin nicht um Brillanz und Schönheit auf dem Parkett, sondern um Ergebnisse. Oder, um in der Arithmetik der römischen Mythologie zu bleiben: Venus, die Göttin der Schönheit, ruht sich aus. Saturn, der Gott der Ernte, ist gefordert.

Zahlenspiele zum 17. Spieltag

23 – Punkte und 11 Rebounds: Die Leistung von Jonas Wohlfarth-Bottermann in Oldenburg war beachtlich. Der Ludwigsburger Kapitän egalisierte am zurückliegenden Sonntag seinen Karrierebestwert bei den erzielten Punkten – und markierte das fünfte Double-Double seiner Karriere.

18 – von 37 Partien hatten in der Vergangenheit eine Punkte-Differenz von weniger als zehn Zählern. Die Duelle der jüngeren Vergangenheit sind, statistisch betrachtet, äußerst ausgeglichen.

13 – Siege fuhr Headcoach John Patrick in seiner Trainerlaufbahn unterdessen bereits gegen Braunschweig ein. Seine Bilanz gegen die Niedersachsen ist entsprechend positiv – auch das vergangene Duell (01.12.2019) wurde gewonnen (91:77).

Infos

MHP RIESEN Ludwigsburg vs. Basketball Löwen Braunschweig

Mittwoch, 10.02.2021, Tip-Off 19:00 Uhr

MHPArena, Schwieberdinger Straße 30, 71636 Ludwigsburg

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