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Niedersachsen-Trio endet in Vechta

Category News Date 2021-02-11

Obwohl Desi Rodriguez foulbelastet und offensiv unglücklich agierte, machte seine Anwesenheit auf dem Parkett gegen Braunschweig einen Unterschied. Mit +14 hatte der US-Amerikaner den besten Plus-Minus-Wert aller eingesetzten Akteure. Foto: Tatjana Klee.

Keine 48 Stunden nach dem Hinrunden-Ende beginnt für die MHP RIESEN Ludwigsburg schon die Rückrunde der Saison 2020/2021: Am Freitagabend (12.02.2021, Tip-Off 19:00 Uhr) ist der easyCredit BBL-Tabellenführer bei RASTA Vechta gefordert – und trifft damit zum dritten Mal in Folge auf einen Klub aus Niedersachsen.

„Der Erfolg ist kein Besitz, er ist nur gemietet und die Miete wird jeden Tag fällig“, lautet ein durchaus bekannter Spruch für (berufliches) Vorankommen. Im sportlichen Kontext findet dieser selbstverständlich ebenfalls seine Anwendung. Im konkreten Ludwigsburger Fall bedeutet dies, dass der aktuell eingenommene Platz an der Sonne nur durch weitere Saisonsiege verteidigt werden kann. 16 Siege aus 17 Spielen sind herausragend, besonders ALBA BERLIN sitzt den MHP RIESEN aber im Nacken, sodass die Tabellenführung bei einer weiteren Niederlage schon passé sein könnte. Selbstverständlich ist die Verteidigung des ersten Ranges nicht das ultimative Maß aller Dinge in Schwaben – gleichwohl aber eine grandiose Momentaufnahme, die natürlich weiterhin und so lange wie möglich erhalten bleiben soll.

Im Anschluss an den 81:74-Erfolg gegen Braunschweig richteten sich deshalb am Mittwochabend die Ludwigsburger Blicke schnell auf Freitagabend. Dann beginnt in Vechta die zweite Halbserie der Saison 2020/2021. Um dahingehend bestmöglich vorbereitet zu sein und die winterlichen Hürden des Straßenverkehrs zu umgehen, machten sich die Barockstädter bereits am späten Donnerstagvormittag auf den Weg in den Norden. In Ludwigsburg absolvierte das Team zuvor eine Regenerationseinheit, am Abend steht im RASTA Dome dann das Abschlusstraining auf der Agenda. Der Weg dorthin ist den Schwaben im Allgemeinen und Busfahrer Kurt Dehring im Speziellen bestens bekannt. Am zurückliegenden Wochenende gastierten die RIESEN in Oldenburg, nun knapp 50 Kilometer südlich – 572 Kilometer bedeuten aber dennoch eine der weitesten Auswärtsfahrten der Spielzeit.

Drei Akteure sind fraglich

An deren Endpunkt wartet auf Ludwigsburg der Tabellensiebzehnte mitsamt einer gemischten Gefühlslage. Vechta feierte in den vergangenen Wochen zwar drei Siege, musste sich zuletzt aber mehrfach geschlagen geben. Die Kompensation der verletzungsbedingt ausfallenden Leistungsträger Dennis Clifford, Philipp Herkenhoff und Jean Salumu gelang – trotz eines beachtlichen Kampfes – bisher nicht. Zum Hinrundenabschluss setzte es am Mittwochabend in Chemnitz eine 77:89-Pleite. Diese trübte das gewohnt frohe Gemüt der Niedersachsen erheblich. Aufhellung gibt es derweil mit Blick auf die medizinische Abteilung: Zumindest Cliffords Einsatz am Freitagabend scheint nach überstandener Gehirnerschütterung im Bereich des Möglichen zu liegen. Größere Fragenzeichen stehen hinter Herkenhoff und Salumu. Richtigerweise bemerkte Vechta-Trainer Thomas Päch jedoch schon nach der Partie beim sächsischen Aufsteiger, dass es auf „die Spieler ankomme, die da sind.“

Vor Ort im RASTA Dome zugegen sein wird am Freitagabend auf alle Fälle Barry Brown. Der US-Amerikaner machte sich mit seinen Kameraden gemeinschaftlich auf den Weg nach Vechta. Über einen möglichen Einsatz wird im Verlauf des Freitags entschieden werden. Sollte Brown ausfallen, ist für personellen Ersatz gesorgt: Unter anderem Jonah Radebaugh und Andrew Warren verdeutlichten gegen die Basketball Löwen, dass mit ihnen zu rechnen ist – und hatten auf ihre Art erheblichen Anteil am Sieg. Entsprechend fiel es nicht weiter ins Gewicht, dass einige Ludwigsburger am Mittwochabend nicht ihren besten Tag erwischten. Passend zum vollgepackten Spielplan zählen momentan aber weder die Leistungen noch die Ansehnlichkeit, sondern einzig und allein die Ergebnisse. Und diese stimmen auf ganzer Linie.

Vorhees und Peno präsentieren sich verbessert

Damit diese Linie am Freitag fortgesetzt werden kann, gilt es allen voran zwei in den vergangenen Partien aufblühende Akteure einzubremsen: Will Vorhees (8.3 PpS, 3.9 RpS) und Stefan Peno (7.3, 4.7 ApS) sind in Abwesenheit der verletzten Kollegen aufgeblüht und haben die entstandenen Lücken weitestgehend gefüllt. Ebenfalls zu keiner Zeit unterschätzt werden sollten Kapitän Josh Young (11.5) und Jordan Barnett (10.0).

Den Gegner unter- oder sich überschätzen werden die Schwaben derweil aber mit hundertprozentiger Sicherheit nicht. Der Fokus des Teams ist vor der anstehenden Länderspielpause hoch. An diesem Wochenende sollen am Freitag in Vechta und am Sonntag in Würzburg, dazu an anderer Stelle mehr, noch einmal alle Kraftreserven mobilisiert und die Siegesserie verlängert werden.

Die besondere Motivation dabei: Wenn schon binnen einer Woche 2.600 Kilometer mit dem Mannschaftbus auf eisigen Straßen zurückgelegt werden müssen, soll das Ganze wenigstens siegreich vonstattengehen. Zwei der vier Spiele im „Mini-Marathon“ sind dahingehend absolviert und gewonnen. Nun wird in Vechta wieder die Miete fällig.

Zahlenspiele zum 18. Spieltag

300 – Punkte markierten in der laufenden Spielzeit bisher lediglich Matt Mobley (327) und Trae Bell-Haynes (307). Jaleen Smith ist mit 299 Zähler unmittelbar vor der Erreichung dieser Marke.

85 – Punkte scheinen gegen Vechta an der Tagesordnung zu liegen. In den vergangenen beiden Duellen gegen die Niedersachsen markierte Ludwigsburg je diese Anzahl an Punkten.

2 – Rebounds benötigt Yorman Polas Bartolo noch, um den nächsten Karrieremeilenstein in der easyCredit BBL zu erreichen. Dann hätte er sich 750 Abpraller im Oberhaus abgegriffen.

Infos

RASTA Vechta vs. MHP RIESEN Ludwigsburg

Freitag, 12.02.2021, Tip-Off 19:00 Uhr

RASTA Dome, Pariser Straße 8, 49377 Vechta

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