Rebound-Arbeit bringt den nächsten Erfolg

Category News Date 2021-02-28 Hamburg Towers vs. MHP RIESEN Ludwigsburg 67:73

(Auch) dieser Job ist erfolgreich erledigt: Jamel McLean und Yorman Polas Bartolo haben großen Anteil am 18. Saisonsieg. Foto: Dennis Fischer.  

Die MHP RIESEN Ludwigsburg kehren (erneut) siegreich aus Norddeutschland zurück: Durch einen starken Schlussabschnitt feiern die Schwaben in Hamburg einen 73:67-Erfolg. Jaleen Smith avanciert mit 19 Punkten zum Topscorer. Jamel McLean markiert bei seinem Debüt 7 Zähler und 5 Rebounds.

Vor der ersten Partie der zweiten Hauptrunden-Hälfte meldeten sich in der edel-optics.de Arena gleich zwei RIESEN einsatzbereit: Barry Brown feierte sein Comeback, Jamel McLean hatte alle erforderlichen Testungen ebenfalls absolviert. Die Beiden rückten ins Aufgebot, Jonah Radebaugh und Andrew Warren setzten dafür aus.

Während es im 11er-Kader demnach zwei Änderungen gab, blieb die Startformation auch nach der Länderspielpause gleich: John Patrick schickte Jaleen Smith, Jordan Hulls, Yorman Polas Bartolo, Tremmell Darden Jonas Wohlfarth-Bottermann zu Beginn ins Rennen. Defensiv ließen die Schwaben den Hanseaten in den ersten Minuten unerwartet viele Freiheiten aus der Ferndistanz, insgesamt stimmten Einsatz und Ertrag allerdings. Die beiden Ältesten, Polas Bartolo und Darden, sorgten für Zählbares (6:7, 3. Spielminute). Zuvor und dazwischen hatten Terry Allen und T. J. Shorts aus der 6,75-Meter-Distanz eingenetzt, sodass sich eine intensive Anfangsphase entwickelte. In dieser hatten immer wieder die Hamburger kleine Vorteile. Die MHP RIESEN erlaubten sich derweil einige Fehler, die zwar selten folgenschwer waren, gleichwohl den Lohn harter Arbeit zunichte machten. Hamburg nutzte das Mehr an Möglichkeiten und setzte sich bis auf vier Zähler ab. Doch der Tabellenführer fand seinen Rhythmus: Wohlfarth-Bottermann kehrte nach einigen Minuten auf der Bank auf das Parkett zurück und sorgte für den Führungswechsel. Dieser währte zwar nur kurzzeitig, Ludwigsburg blieb aber auf Augenhöhe (20:18, 10.).

Dass der aufgenommene Rhythmus Stück für Stück erhöht werden sollte, verkörperte Lukas Herzog direkt zu Beginn des zweiten Spielabschnitts: Er sorgte für den Dreipunkteerfolg. Jamel McLean ließ, nach rund zweiminütiger Pause, weitere Zähler folgen. Der US-Amerikaner markierte damit seine ersten Zähler im RIESEN-Trikot und sorgte von der Freiwurflinie erneut für den Turnaround (22:23, 13.). Der Neuzugang sollte insgesamt ein erfolgreiches Debüt erleben. Klar wurde in all diesen Sequenzen aber nicht der offensive Ansatz, sondern die defensive Steigerung. Hier machten die Schwaben einen fortwährend besseren Job und konsolidierten ihre Leistung. Auf der Rechnung hatten sie dabei aber zu selten Bryce Taylor. Der 34-Jährige markierte zwei Distanztreffer in Serie, spielte sich und seine Farben in einen Lauf – und zwang Patrick zur Auszeit (31:27, 16.). Diese sorgte für ein Ende der Hamburger Sturms, bei Ludwigsburg blieben die Zeichen jedoch auf offensiver Flaute. Da zudem Hulls zweifach unglücklich Shorts und Justus Hollatz beim Wurf foulte, mussten die Gäste abreißen lassen. Nicht jedoch bis zum Gang in die Kabinen: Hulls fasste sich zweifach ein Herz, kam beide Male zum Korberfolg und konnte sich dank Kollege Smith über den Ausgleich freuen. Der Ludwigsburger Kapitän sorgte mit Ablauf der Zeit für den Ausgleich (37:37, 20.). Zufrieden war aufgrund von zehn Ballverlusten und offensivem Ausbaupotential aber kaum ein Ludwigsburger.

Ludwigsburg zwingt Hamburg zu Fehlern

Nachdem beide Trainer in den Kabinen ihre Mannschaften neu eingestimmt hatten, waren es einmal mehr die Hausherren, die Akzente setzen konnten. Doch damit hatte es sich binnen Kürze: Polas Bartolo, Smith und Co. erhöhten die Schlagzahl – und setzen sich bis auf drei Zähler ab. Im Anschluss daran folgte, angeführt von Shorts und Kameron Taylor, ein weiterer Towers-Lauf, der die Partie einmal mehr auf den Kopf stellte und Patrick erneut zur Auszeit nötigte (46:44.). Sie sollte in den nächsten Minuten nicht die gewünschte Wirkung entfalten: Jordan Swing markierte fünf Zähler, das komplette RIESEN-Team derer nur zwei, sodass folgerichtig die nächste Ansprache folgte (51:46, 27.). In der Folge sollte Barry Brown einige Akzente setzen. Er sprang offensiv Smith zur Seite, am Vier-Punkt-Rückstand sollte dies aber nichts ändern (55:51).

Der entsprechend intensiv erwartete Schlussabschnitt brach sich dann auch ab dem ersten Ballbesitz Bahn: Beide Teams ließen weiterhin alles auf dem Parkett und schenkten sich keinen Zentimeter. Ab der 32. Spielminute, Maik Kotsar musste zuerst mit vier und dann fünf persönlichen Fouls auf die Bank, lief es für die Barockstädter dann fortlaufend besser. Sie kamen zu sieben Punkten in Serie, wobei die letzten drei von Brown für den Führungswechsel sorgten (55:56) – und das Nervenkostüm der Hanseaten auf die Probe stellten. Hamburg agierte kopfloser, erlaubte sich nun einige Fehler und kam erst in der 35. Spielminute zum ersten Korberfolg des vierten Viertels (57:57). Abschütteln konnten sie die MHP RIESEN nun aber nicht mehr. Der Tabellenführer spielte im Schlussabschnitt seinen besten Basketball, dominierte die Bretter (Hamburg: 30 Rebounds, Ludwigsburg: 47) und hatte in Hulls den nun auffälligsten Akteur

in seinen Reihen. Der begnadete (Scharf-)schütze traf zweifach aus der Ferndistanz und stellte auf +7, was der bis dato größten Führung (59:66) der Partie gleichkam und mit einer Pedro-Calles-Auszeit beantwortet wurde. Der Spanier stoppte dadurch zwar den Ludwigsburger Lauf, änderte aber nichts mehr am Geschehen: Die Schwaben blieben obenauf, machten defensiv einen herausragenden Job und verteidigten die galligen Hamburger effizient. Diese versuchten sich noch einmal am Start einer Aufholjagd, doch anders als in den ersten 30 Minuten gelang nun wenig. Mit aller Souveränität und Cleverness brachten die MHP RIESEN den Vorsprung über die Ziellinie und konnten sich schlussendlich über einen 73:67-Erfolg freuen.

Durch den 16. Sieg in Serie bleibt der gelb-schwarze Vorsprung in der Tabelle auch über den Spieltag hinaus auf alle Fälle bestehen: Die Ludwigsburger sind weiterhin an der Liga-Spitze zu finden machten sich am Sonntag mit dem Wissen auf den Heimweg, dass sich Berlin und Crailsheim im direkten Duell gegenseitig die Punkte streitig machten. Am kommenden Wochenende steht für die Schwaben dann erneut ein Duell gegen ein Top-Team auf der Agenda. Samstagabend gastieren die EWE Baskets Oldenburg in der MHPArena.

Stats

Für Hamburg spielten: T.J. Shorts 19 Punkte / 5 Rebounds, 5 Assists, Terry Allen 11 / 9, Jordan Swing 10 / 5, Bryce Taylor 8, Kameron Taylor 6, Justus Hollatz 5, Marvin Ogunsipe 5, Maik Kotsar 3, Max DiLeo und Zac Cuthbertson.

Für Ludwigsburg spielten: Jaleen Smith 19 Punkte / 9 Rebounds / 5 Assists, Jordan Hulls 14, Barry Brown 8, Jamel McLean 7 / 5, Yorman Polas Bartolo 7 / 8, Lukas Herzog 6, Jonas Wohlfarth-Bottermann 6 / 5, Tremmell Darden 6 / 7, Desi Rodriguez und Jacob Patrick.

Statements

John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Das war heute Playoff-Intensität, mitsamt einer richtigen Playoff-Verteidigung. Ich habe gerade zu Pedro [Calles] schon gesagt, dass dies heute die beste Verteidigungsleistung war, der wir im Saisonverlauf gegenüberstanden. Wir haben in der ersten Halbzeit nur 37 Punkte gemacht und uns viele Turnover, 19, erlaubt. Im vierten Viertel haben wir dann unseren Rhythmus gefunden und mit drei Dreiern hintereinander das Spiel entschieden. Dies war heute Playoff-Basketball."
Pedro Calles | Headcoach Hamburg Towers
"Glückwunsch an John Patrick und Ludwigsburg zum Sieg. Ich stimme seinen Aussagen zu – möchte meine Spieler aber dennoch beglückwünschen. Sie haben physisch grandiosen Einsatz gezeigt und viel Charakter an den Tag gelegt. Unsere defensive Intensität war heute sehr gut. Nur 37 zugelassene Punkte in der ersten Halbzeit sind super. Allerdings sind wir dann in der zweiten Halbzeit, speziell offensiv, nicht mehr zur Entfaltung gekommen. Am Ende machen dann die Freiwürfe [6 / 13, 46.2 FT%] den Unterschied."