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RIESEN bezwingen Ulmer und legen für Serie vor

Category News Date 2022-05-15 MHP RIESEN Ludwigsburg vs. ratiopharm ulm 104:99

Foto: Pressefoto Baumann / Julia Rahn. 

Die MHP RIESEN Ludwigsburg erkämpfen sich in einem Spiel für die Geschichtsbücher eine 1-0 Führung in der easyCredit BBL Playoff-Viertelfinalserie gegen ratiopharm ulm. Die Barockstädter gewinnen eine hochintensive und spannende Partie nach doppelter Verlängerung mit 104:99 gegen aufopferungsvolle Ulmer um einen überragenden Jaron Blossomgame. RIESEN Topscorer der Partie wird Jonah Radebough mit 20 Punkten, 9 Assists und 7 Rebounds.

Die beste Zeit des Jahres ist seit diesem Wochenende in vollem Gange: Damit waren selbstverständlichn nicht (nur) die sommerlichen Temperaturen außerhalb der MHPArena gemeint, sondern das, was im Innenraum stattfinden sollt – die easyCredit Basketball Bundesliga Playoffs. Die acht besten Teams der regulären Saison spielen über die nächsten Wochen den Deutschen Meister aus. Nachdem drei der vier Serien bereits gestern gestartet waren, stiegen an diesem Abend nun auch die MHP RIESEN Ludwigsburg in ihre Viertelfinalserie ein. Mit dieser eine ganz besondere: Gegner ist in diesem Jahr das Team von ratiopharm Ulm. Die Ulmer beendeten die Hauptrunde auf dem fünften Tabellenplatz und damit nur marginal hinter den Ludwigsburgern. Ulm kam aus einer von Verletzungsrückschläge geprägten, aber dennoch national, wie auch international durchaus erfolgreichen Saison. Die Ulmer waren dabei immer wieder gezwungen auf Verletzungen von Schlüsselspielern zu reagieren und vielleicht gerade deswegen bleibt das Team von Headcoach Jaka Lakovic mit einer „Steh auf“-Mentalität so gefährlich.

Die MHP RIESEN Ludwigsburg gehen indes mit Heimvorteil und internationalem Restrückenwind in die nationale Endrunde. Die besondere Magie der Playoffs gepaart mit der Brisanz eines Schwabenderbys verspricht eine hoch intensive und spannende Serie zu werden. Es war also alles bereit für einen mitreißenden Auftakt der Ludwigsburger in die „Postseason“.

Duell auf Augenhöhe

Beide Teams starteten mit bemerkenswerter Energie in die Partie: Ein And-One von Jaron Blossomgame konnte Justin Simon mit einem erfolgreichen Distanzwurf kontern, bevor Jordan Hulls mit einem Dreier seinerseits nachlegte (6:5, 2´). Es war ein unterhaltsamer Beginn, bei dem es Hin und Her ging. Für ein erstes Highlight sorgte James Woodard, der Sean Evans zum Tanz bat und ansehnlich zum Korb zog (12:11, 5´). Ein Erfolgsgarant in den vergangenen Partien gegen Holon und Heidelberg war die gute Quote von jenseits der Dreipunktelinie und auch heute starteten die Ludwigsburger mit heißem Händchen im Anfangsviertel (5/10 im 1. Viertel) – Cotton und Woodard traffen aufeinanderfolgende Dreier, bevor letzterer mit hervorragender Übersicht Radebaugh bediente, der zur zwischenzeitlichen 20:15 Führung punktete (7´). Ulms Sindarius Thornwell glich die Partie anschließend mit schnellen 5 Punkten am Stück aus. Die Zuschauer sahen bereits im Eröffnungsviertel ein etwas überraschend offensivgeprägtes, aber dennoch erwartet ausgeglichenes und umkämpftes Spiel. Den hohen Quoten der Barockstädter setzten die Ulmer mit einer perfekten Bilanz von der Freiwurflinie (7/7) und einer Überlegenheit unter den Brettern (5:9) entgegen (27:26, 10´).

Ulm erwischte einen Start nach Maß ins zweite Viertel: Ein 9:0 Lauf brachte die Ulmer mit 8 Punkten in Führung und zwang John Patrick zur Auszeit (27:35, 13´). Jonah Radebaugh, der im vergangenen Spiel gegen Heidelberg mit 30 Punkten ein Karrierebestwert erzielte, brach daraufhin den Bann (30:37, 14´). In einer hektischen Phase auf beiden Seiten des Feldes war es Tekele Cotton, der via Statement-Dunk auf 34:39 verkürzen konnte (17´). Doch einen Mann bekam Ludwigsburg nicht kontrolliert: Jaron Blossomgame erzielte in der ersten Halbzeit 17 Punkte und sammelte 7 Rebounds. Ulm dominierte auch im zweiten Viertel weiter den Kampf um die Rebounds (10:22 Rebounds) und ging häufig an die Linie (6:12 gezogene Fouls). Hingegen fielen die Ludwigsburger Würfe nicht mehr so hochprozentig und folglich ging es für die Barockstäder mit einem 38:46 Rückstand in die Halbzeitpause (20´).

Ludwigsburg brauchte in der zweiten Halbzeit eine Leistungssteigerung, wollte man den Serienbeginn noch siegreich gestalten. Routinier Darden ging dabei voran und eröffnete die zweite Halbzeit mit einem erfolgreichen Dreipunktewurf (41:48, 21´). Doch auf Ulmer Seite eiferte weiter Jaron Blossomgame, der sowohl als Scorer sowie als Rebounder dominierte (zu diesem Zeitpunkt bereits 22 Punkte und 11 Rebounds). Jonah Radebough bewies anschließend ein gutes Auge (9 Assists) und bediente Darden im Fastbreak, um weiter in Schlagdistanz zu bleiben. Die Ludwigsburger kämpften sich nun zurück in die Partie und starteten mithilfe von zwei Jordan Hulls Dreier, einen 9:0 Lauf (56:57, 27´). Die Gelb-Schwarzen waren nun agiler im Kampf um die Offensivrebounds (12:13) und konnten zum Schluss des dritten Viertel in Persona von Tekele Cotton dank Buzzerbeater Fastbreak plus Korbleger noch einmal das Momentum vor dem Schlussviertel das Schlussviertel an sich reißen (61:63, 30´).

James Woodward brachte Ludwigsburgs zum Start mit einem erfolgreichen Dreier erstmals wieder in Führung (65:63, 31´). Es war wahrlich die vorab antizipierte Derbyschlacht, bei der standesgemäß der Kapitän vorweg ging. Jonas Wolfarth-Bottermann brachte seine Mannen mit einem And-One-Spiel wieder in Führung (71:69, 33´). Ludwigsburg wollte den Heimsieg nun nicht mehr hergeben und Jordan Hulls zeigte seine ganze Qualität und erhöhte via Distanzwurf auf 79:73 (36´). Doch Ulms Blossomgame gab sich und sein Team noch nicht auf und glich mit einer Minute Restzeit die Partie aus (79:79, 39´). Folgend brachten Thornwell und Jallow die Ulmer mit 80:83 bei noch 16,5 Sekunden Spielzeit in Führung. Doch in einem starken Finish hatte Jonah Radebaugh noch einen perfekten Wurf parat und schickte mit einem erfolgreichen Dreier die Partie in die Verlängerung (83:83, 40´).

Doppelter Kraftaufwand

Justin Simon, der aufgrund von Foulproblemen wenig Einsatz in der regulären Spielzeit fand, setzte zu Beginn der Verlängerung per Dunking direkt ein Ausrufezeichen und wurde anschließend noch einmal exzellent von Tremmell Dardan gefunden (87:88, 42´). Wie schon am Ende der regulären Spielzeit zeigte Radebaugh seine ganze Klasse und versenkte erneut einen Dreier zur Führung (90:88, 44´). Doch wer dachte die Partie sei damit bereits entschiede, fehlte: Eine symbolische und wilde Sequenz endete mit zwei Punkten von Sindarius Thornwell (17 Punkte), welche die Partie in die zweite Verlängerung schicken sollten (90:90, 45´).

Nachdem mit Jonah Radebaugh (20 Punkte, 9 Assists, 7 Rebounds) der Go-to-Guy der Ludwigsburger zweiten Hälfte aufgrund von Foulproblemen auf der Bank hatte Platz nehmen müssen, war es Justin Simon der jetzt präsent war (94:92, 47´). Doch wann immer Ludwigsburg in diesem Spiel dem Sieg nahe war, fand Ulm in Jaron Blossomgame eine Antwort (41 Punkte, 16 Rebounds). Sein Dreier, gefolgt von einem Korbleger Thornwells brachten Ulm haarscharf mit einem Punkt in Führung (98:99,49´). Simon übernahm noch einmal die Verantwortung und brachte die Barockstädter mit 100:99 in Führung, bevor Tremmell Darden (15 Punkte / 8 Rebounds) das Spiel von der Freiwurflinie endgültig beschloss (104:99, 50´).

Die Ludwigsburger gewannen damit ein spektakuläres und unfassbar intensives Eröffnungsspiel der Viertelfinalserie gegen ratiopharm ulm. Am Ende verlor man zwar das Reboundduell mit 41:50 und schickte Ulm zu häufig an Freiwurflinie (33 erfolgreiche Freiwürfe), zeigte jedoch einen konzentrierteren Umgang mit dem Ball (11:19 Turnover) und erarbeitete sich wie so oft deutlich mehr Würfe als der Gegner (89:70 Feldwurfversuche), sowie wichtige zweite Chancen, die am Ende den Unterschied machen.

Nächstes Heimspiel

Bereits am Dienstag, 17. Mai um 19:00 Uhr empfangen die MHP RIESEN Ludwigsburg das Team von ratiopharm Ulm zu Spiel 2 der Schwaben-Derby Serie in der MHPArena, bevor diese  am Donnerstag, den 19. Mai nach Ulm wechselt (19:00 Uhr). Gewinnen die Gelb-Schwarzen ihr Duell am Dienstagabend, könnten sie in der ratiopharm arena bereits den „Sack zumachen“ und innerhalb von drei Spielen ins Halbfinale gegen Sieger des Serie zwischen Berlin und Bamberg einziehen.

Tickets für das zweite Playoff-Heimspiel der Saison sind im RIESEN Ticketshop, der Tickethotline, in der Geschäftsstelle und an allen Eventim Vorverkaufsstellen verfügbar. (Zu den Tickets auf der Sparda-Tribüne geht es hier entlang.).

 

Für Ludwigsburg spielten:

Jonah Radebaugh 20 Punkte (9 Assists, 7 Rebounds) / James Woodard 18 (9 Rebounds, 6 Assists) / Tremmell Darden 15 (8 Rebounds) / Jordan Hulls 15 / Tekele Cotton 13 / Justin Simon 11 / Yorman Polas Bartolo 5 / Jonas Wohlfarth-Bottermann 5 / Jacob Patrick 2 / Johannes Patrick / Lukas Herzog und Jonathan Bähre.

Für Ulm spielten:

Jaron Blossomgame 41 (16 Rebounds) / Sindarius Thornwell 17 / Sean Evans 16 (9 Rebounds) / Karim Jallow 12 / Fedor Zugic / Semaj Christon 4 (8 Assists) / Nicolas Bretzel 3 / Thomas Klepeisz / Per Günther / Christoph Phillips / Marius Stoll und Moritz Krimmer .

Statements

Jaka Lakovic | Headcoach ratiopharm ulm:
"Glückwunsch an Ludwigsburg zu diesem Sieg. Das ist eine Playoff-Serie und es steht 1-0. Ich denke, dass wir am Ende der regulären Spielzeit etwas schlauer agieren und uns heute diesen ersten Sieg hätten holen können. Die Offensivrebounds von Ludwigsburg im dritten Viertel zum Ausgleich haben uns sehr weh getan. Mit 19 Turnovers - wobei wir wissen, dass Steals und das Laufen aus dem Fastbreak und ihre Stärke ist - haben sie einfache Punkte gemacht. Das war der Schlüssel für sie und zu viel, um zu gewinnen. Das ist eigentlich alles. Wir kommen am Dienstag für Spiel 2 zurück."
John Patrick | MHP RIESEN Ludwigsburg:
"Vielen Dank erst einmal für die Glückwünsche. Es war ein absolut verrücktes Spiel heute Abend. In meinen mehr als 20 Jahren als Headcoach habe ich so eine Partie zum ersten Mal gesehen. Wir haben nicht gut angefangen und gegen Blossomgame keine Mittel gefunden - er hat uns und vor allem Justin und Yorman dominiert. Dann haben wir Tekele auf ihn angesetzt, der einen sehr ordentlichen Job gemacht hat. Es ist sehr selten, dass man bei der Anzahl der Freiwürfe so einen Unterschied sieht: Sie hatten 41, wir 15. Und dennoch haben wir heute einen Weg gefunden, zu gewinnen. Wie Jaka schon richtig gesagt hat, hatten wir in der zweiten Halbzeit viel mehr Energie und haben Offensivrebounds geholt. Vor allem James Woodard hat eine ganz starke zweite Halbzeit gespielt. Der Schuss von Jonah Radebaugh am Ende ist genau das, was Jaka seiner Mannschaft gesagt hat, nämlich dass sie ihn foulen sollen - und genau dann trifft er den Dreier für die Verlängerung. Wir haben allerdings nicht sonderlich schlau agiert, als wir kurz vor Schluss mit 6 Punkten vorne lagen und wieder Dreier zugelassen haben. Die Serie steht jetzt bei 1-0 und man sieht, wie stark sie sind - besonders Blossomgame als ehemalige NBA Starting Point Guard. Da müssen wir ansetzen und einen besseren Job machen. Es freut mich sehr, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Obwohl wir nur zwei Tage Vorbereitung hatten, weil bis Mittwoch spät niemand wusste wann oder gegen wen wir spielen, war die Atmosphäre heute Abend sehr gut. Ich denke, dass wir nach diesem Spiel am Dienstag ein volles Haus haben werden."
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